Newsticker
Merkel kann mit Scholz im Kanzleramt "ruhig schlafen"
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Wemding - Impfskandal: Arzt will "noch viele Jahre" praktizieren

Wemding
15.10.2021

Impfskandal in Wemding: Arzt will "noch viele Jahre" praktizieren

Dieser Zettel hängt seit Kurzem an der geschlossenen Praxis von Dr. Gerhard Holst in Wemding.
Foto: Müller

Der unter Impfbetrug-Verdacht stehende Hausarzt Dr. Gerhard Holst sorgt mit einem Aushang an seiner Praxis für weiteren Gesprächsstoff.

Er steht im Verdacht, Hunderte von Corona-Impfungen vorgetäuscht zu haben. Die einen mit Einverständnis der betreffenden Personen, die anderen einfach so ohne Wissen der Patienten. Deshalb darf Dr. Gerhard Holst seit Anfang Oktober nicht mehr seine Praxis betreiben. Die hat die Stadt per Bescheid bis auf Weiteres geschlossen. Kripo und Staatsanwaltschaft ermitteln mit großem Aufwand gegen den Mediziner. Der scheint aber gewillt, seine Arbeit schnellstmöglich wieder aufzunehmen.

An der Tür der Praxis in Wemding hängt jetzt ein Zettel

Offenbar seit Mittwochvormittag befindet sich an der Eingangstür der Praxis in der Bahnhofstraße ein Aushang, der bei Passanten für Verwunderung und Irritation sorgt. Holst teilt auf dem Zettel mit, die Praxis sei „auf Anordnung“ geschlossen worden, aber: „Ich hoffe, noch viele Jahre meine Patienten betreuen zu können.“ Viele von ihnen hätten ihm „ihr Vertrauen bekundet“, lässt der 72-Jährige weiter wissen. Der Arzt stellt auf dem Aushang zudem klar: „Ich war nie in der Psychiatrie.“

Als die Arbeitsräume am 2. Oktober zugemacht worden waren, hieß es auf einem Schreiben an der Tür zunächst nur: „Die Praxis ist aus gesundheitlichen Gründen geschlossen.“

Arztpraxis von Dr. Holst ist aus Gründen der öffentlichen Sicherheit geschlossen

Den Schließungsbescheid erließ die Stadt nach Abstimmung mit dem Landratsamt, der Staatsanwaltschaft, der Kriminalpolizei und der Regierung von Schwaben aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Hintergrund: Die Behörden gingen davon aus, dass Menschen in Gefahr sind, weil der Arzt bei ihnen die Impfung vorgetäuscht hat und dies die Betroffenen nicht wussten. In diesem Fall ist zunächst die Kommune als Untere Sicherheitsbehörde zuständig.

Die Schließung der Praxis sei als alternativlos betrachtet worden, berichtet Landrat Stefan Rößle: „Nur ein Impfverbot zu erlassen, wäre nicht kontrollierbar.“ In dem Bescheid sei außerdem ausdrücklich festgehalten, dass der Schließungsbescheid „gegebenenfalls bis zum Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens und des Berufsverbot-Verfahrens“ gelte. Diese Verfahren werden erfahrungsgemäß wohl Monaten in Anspruch nehmen.

Lesen Sie dazu auch

Am Donnerstag ist nur die Herausgabe von Krankenakten gestattet

Am Donnerstag, 14. Oktober, öffnet die Praxis freilich vorübergehend für Patientinnen und Patienten, die für weitere Behandlungen bei einem anderen Mediziner dringend ihre Krankenakte brauchen. Das Landratsamt teilte am Dienstag mit, in Absprache mit dem bevollmächtigten Rechtsanwalt von Holst und den Ermittlungsbehörden habe man erreichen können, dass die Unterlagen abgeholt werden können – und zwar in der Zeit von 10 bis 19 Uhr. Die Praxis sei zu diesem Zweck mit Personal besetzt.

Landrat Stefan Rößle betont gegenüber unserer Zeitung Redaktion, dass die Öffnung ausschließlich zur Herausgabe der Krankenakten stattfindet. Es sei „das Notwendige veranlasst worden“, dass dies auch sichergestellt sei.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

15.10.2021

Tja, wollen kann der Aluhutträger viel - ich hoffe, dass er erstmal viele Jahre hinter Eisenstäben nachdenkt was er falsch gemacht hat. Wobei ich nicht glaube, dass da ein Ergebjis rauskommt - erfahrungsgemäß sind Aluhutträger nicht die hellsten Kerzen auf der Torte...

Permalink
14.10.2021

Man mag zur Impfung stehen wie man mag. Man mag das Angebot nutzen oder nicht, eigene Entscheidung. Dass es Leute gibt die sich den Stempel ohne Spritze holen wollen, auch noch "ok" wenn man das so nennen mag. Aber wenn es Leute gibt, die geimpft werden wollen weil sie sich und ihre Umgebung schützen wollen und die dann irgendein Placebo in den Hintern kriegen, da hört der Spaß mehr als auf. DAS ist nicht nur schäbig und hinterhältig sondern gemeingefährlich. Wenn der Arzt was gegen Impfungen hat, dann hätte er ganz einfach keinen Impfstoff bestellen und auch keine Impfungen anbieten sollen und nicht Impfwillige täuschen.

Permalink
14.10.2021

Obiges kann man nicht "ok" nennen. Das ist eine Straftat, Dokumentenfälschung und wird in schweren Fällen mit Gefängnisstrafe geahndet. Weiterhin steht Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz im Raum. Ich bin auch schon neugierig, welche Honorare für die Falschbescheinigungen verlangt wurden.

Permalink
14.10.2021

Selbstverständlich ist das eine Straftat, absolut. Aber zumindest hat er damit nicht gutgläubige und sicher oft auch langjährige Patienten betrogen und diese und andere Menschen in Gefahr gebracht ("Was soll schon sein, ich bin ja geimpft"), sondern gemeinsam mit anderen in krimineller Absicht gehandelt. Das finde ich das weitaus verwerflichere Vorgehen gegenüber seinen Patienten als die Impfbetrüger die natürlich genauso bestraft gehören. Wenn man sie denn sicher abtrennen kann, die werden sich sicher auf "Ich dachte ich werde geimpft" rausreden und alles auf den Arzt (der hoffentlich bald keiner mehr ist) schieben.
"Ok" war insofern sicher nicht das richtige Wort dafür, eher vielleicht noch "nachvollziehbar" oder sowas, wenn auch trotzdem verwerflich.

Permalink
13.10.2021

Wollen, Können und Dürfen? Das sind die Parameter

Permalink
13.10.2021

Liebes AZ Team, ist es jetzt nicht langsam genug mit der Hetzjagd?

Der Mann mag Fehler gemacht haben aber es genügt langsam. Den Rest soll die Justiz prüfen und ggf. aburteilen. Das ist aber nicht Aufgabe der AZ. Denn über den Sachverhalt ist hinreichend berichtet worden, der Rest ist doch nur noch click baiting und der "Stil" eines gewissen anderen Verlagshauses.

Permalink
14.10.2021

Ich kann hier keine Hetzjagd erkennen. Der Artikel ist total sachlich.
Liebe AZ, ich möchte gerne weiter informiert werden, dafür ist die Presse da. Wir leben in einem Land mit Pressefreiheit - Gott sei Dank.

Permalink
13.10.2021

Unglaublich diese Selbstherrlichkeit – statt froh zu sein, bisher nicht in Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr gelandet zu sein. Ich möchte nicht vorverurteilen, aber nach allem was bereits bekannt und erwiesen ist, kann man nur feststellen: Solche Menschen beschädigen den ganzen Berufsstand. Hoffentlich wird rasch ein Berufsverbot ausgesprochen. Alles ausführlich zu diskutieren würde diesem Menschen nur noch eine Plattform für seine nicht wissenschaftlich erwiesenen Ansichten bieten.

Permalink
13.10.2021

Man kann an die Sinnhaftigkeit der Coronaimpfung glauben oder nicht. Aber das Vortäuschen einer Impfung ist nur dumm. Die Konsequenz muss er nun tragen. Die Coronaleugner werden jetzt nun heulen: Coronadiktatur. Aber die Aluhüte kann man eh nicht überzeugen.

Permalink