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Donauwörth

29.12.2019

Wenn Ella Seelmann tot am Mangoldfelsen liegt

Autor Günter Schäfer hat einen neuen Lokal-Krimi geschrieben. Es ist sein siebter und er spielt in Donauwörth – unter anderem am Mangoldfelsen.

Dann war Autor Günter Schäfer am Werk. Der siebte Lokal-Krimi des gebürtigen Rainers liegt jetzt druckfrisch auf. Es ist sein erster, der in Donauwörth spielt. 

Ella Seelmann steht am Fenster ihres Zimmers im Donauwörther BRK-Seniorenheim und blickt nach unten zur Promenade. Ihr ist ein wenig mulmig zumute, denn schon wieder lehnt dort am Mangoldfelsen jener unheimliche Mann, denn sie seit Tagen schon bemerkt. Er sieht nach oben zu ihr. Da beschließt die frühere Hebamme, ihn zur Rede zu stellen. Sie hat so eine Ahnung, worum es geht, und muss diese alte Geschichte von früher klären. Sie zieht sich also an, um in den Park zu gehen. Noch in derselben Nacht wird ihre Leiche gefunden. Ella Seelmann liegt tot dort unten – zu Füßen des Mangoldfelsens...

Autor Günter Schäfer hat wieder zugeschlagen. Der Hobby-Schriftsteller hat jetzt seinen neuesten Krimi „Die Tote vom Mangoldfelsen“ herausgegeben. Darin wird eben jene Ella Seelmann gemeuchelt. Aber nicht nur sie wird Opfer eines zunächst Unbekannten.

Immer die Region vor Augen

„Tod auf dem Daniel“, „Der Schneemann“, „Endstation Alte Bastei“, „Der Rain-Fall“, „Der Henker von Nördlingen“, „Drohnenflug“: Wenn Günter Schäfer zur Feder greift, hat er die Region Donau-Ries direkt vor Augen. Dann siedelt er Mord und Totschlag in unserer Heimat an, macht vertraute Plätze und Straßen zu Tatorten und bedient auf diese Weise das Genre des Lokalkrimis. Jetzt gibt es eine neue Geschichte des Amateur-Schriftstellers aus Rain: Mit seinem Roman „Die Tote vom Mangoldfelsen“ holt er Krimifans direkt ins geografische Herz Donauwörths. Erstmals siedelt er seine Handlung in der Großen Kreisstadt an.

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„Donauwörth steht schon lange auf meiner Wunschliste“, verrät Günter Schäfer bei einem winterlichen Rundgang rings um den Mangoldfelsen. „Jetzt also hat es geklappt. Und nicht von ungefähr beginnt die Geschichte hier, an einem der markantesten Wahrzeichen dieser Stadt.“ Nasskalt ist es an diesem Tag, die entlaubten Bäume geben den Blick in einen grauen Himmel frei, der Schnee versprechen würde, wäre es mit vier Grad Außentemperatur nicht zu mild dafür.

Unwirtlich wirkt das Gelände der Freilichtbühne und gleich dahinter ragt der schroffe Mangoldfelsen empor. Eine Stätte, von der man im trüben Grau an diesem Tag versteht, weshalb sie sich atmosphärisch als literarischer Tatort eignet.

Persönlicher Bezug

Günter Schäfer hat einen persönlichen Bezug zu dieser Ecke Donauwörths. „Im daneben liegenden ehemaligen Krankenhaus, heute BRK-Heim, ist meine Tochter vor gut 29 Jahren zur Welt gekommen“, erzählt er, „und meine Frau hat auch lange dort gearbeitet“. Zu den Donauwörth-Erfahrungen des gebürtigen Rainers gehören außerdem seine Bundeswehr-Jahre auf dem Schellenberg und außerdem ist er Gründungsmitglied des örtlichen Autoren-Clubs. „Die Zeit war jetzt einfach reif für einen Donauwörth-Krimi“, sagt Günter Schäfer schmunzelnd.

Wer sich auskennt, der findet auch mit dem Ortsteil Zirgesheim eine authentische Stätte wieder, mit der Reichsstraße und der Jennisgasse, mit der Polizei-Inspektion und mit manch anderen Örtlichkeiten mehr. „Ich will beim Leser das Gefühl erreichen: Do bin i dahoim, do kenn i mi aus“, erklärt der 58-jährige Hobby-Schriftsteller, der heute in Reimlingen wohnt.

Fernreisen meidet der Autor

Von dort aus zieht es ihn gerne in die Region – Fernreisen hingegen vermeidet er tunlichst. „Die heimatlichen Gefilde genügen mir ganz und gar. Ich fahr gern mit meiner Vespa herum, setze mich in Straßencafes und beobachte die Menschen oder geh einfach spazieren und mach die Augen auf.“ So kommt er zu Inspirationen. Erst recht dann, wenn er mit Leuten ins Gespräch kommt.

Von der ersten Idee bis zur Fertigstellung hat der hauptberufliche Informatiker Günter Schäfer für „Die Tote vom Mangoldfelsen“ etwa eineinhalb Jahre gebraucht. Ich setz mich ja zeitlich nicht unter Druck“, sagt er, „manchmal sprudeln die Teste schneller, manchmal dauert es etwas länger.“ Gut 200 Seiten sind es geworden, die sich flüssig lesen. Schäfer hat einen raffinierten, originellen Plot gut verpackt in eine zügige Handlung und mitunter witzige Dialoge zwischen den ermittelnden Kriminalbeamten. Allen voran ist sein Haupt-Ermittler, der Augsburger Kriminalhauptkommissar Robert Markowitsch, wieder im Einsatz. Und der schafft es am Ende natürlich, die geheimnisvollen Verwirrungen aufzulösen.

Info Der Krimi „Die Tote vom Mangoldfelsen“ ist im Buchhandel erhältlich. Für Februar ist eine Lesung im Buchhaus Greno in Donauwörth geplant.

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