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Donau-Ries-Kreis

20.01.2021

Wie Unternehmen im Donau-Ries-Kreis Homeoffice nutzen

Der Alltag im Homeoffice: Unternehmen aus dem Landkreis Donau-Ries bieten ihren Mitarbeitern vermehrt die Möglichkeit an, von daheim aus zu arbeiten. Bei den Behörden ist der Anteil der Mitarbeiter im Homeoffice gering.
Foto: Fabian Strauch, dpa (Symbolfoto)

Plus Zahlreiche Unternehmen und Behörden im Landkreis Donau-Ries haben in der Pandemie auf Homeoffice umgestellt – zumindest teilweise. Ein Modell für die Zukunft?

Video-Liveschalten mit dem heimischen Bücherregal im Rücken statt Konferenzen von Angesicht zu Angesicht im Büro. Die Pandemie hat zahlreiche Menschen im Landkreis Donau-Ries ins Homeoffice getrieben. Eine Bestandsaufnahme unter lokalen Unternehmen und Behören – und die Frage welche Folgen das für sie hat.

Airbus Helicopters in Donauwörth: 1250 der 6500 Mitarbeiter im Homeoffice

Bei Airbus Helicopters in Donauwörth sind derzeit laut Unternehmen etwa 1250 der 6500 Mitarbeiter im Homeoffice. „Da wir Hubschrauber herstellen, arbeiten aber natürlich viele unserer Mitarbeiter im Werk an den Maschinen“, teilt der stellvertretende Pressesprecher Jörg Michel auf Anfrage mit. In der Produktion sowie in Bereichen, für die Anlagen, Instrumente, Spezial-Rechner oder IT-Equipment erforderlich sind, sei es schlichtweg nicht möglich, von zu Hause aus zu arbeiten.

Jedoch ermögliche das Unternehmen Mitarbeitern, vor den heimischen Bildschirmen zu arbeiten, wenn sie nicht zwingend im Werk anwesend sein müssen. Die Entscheidung darüber träfen Mitarbeitern und Vorgesetzten zusammen. „Besonders unterstützen wir Familien, um Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen“, erläutert Michel. Um die verbliebenen Arbeiter im Donauwörther Werk zu schützen, passte das Unternehmen das Schichtmodell an, die Teams arbeiten getrennt voneinander und auch die Räumlichkeiten, wie Pausenräume wurden entsprechend verändert. Zudem gelte im gesamten Werk Maskenpflicht.

Die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für Homeoffice waren bei Airbus Helicopters bereits vor der Pandemie vorhanden, da Büromitarbeiter tageweise im Homeoffice oder mobil gearbeitet haben. „Problematisch wird es unserer Erfahrung nach, wenn über einen längeren Zeitraum nur aus dem Homeoffice gearbeitet wird“, berichtet Michel. Der Kontakt zu den Abläufen und den Kollegen im Betrieb nehme so teilweise ab.

Oettinger Brauerei: In der Produktion ist kein Homeoffice möglich

Die Oettinger Brauerei ist mit ihrer Produktion in einer ähnlichen Situation: Gut 440 Menschen arbeiten am Standort in Oettingen, davon rund 300 in der Produktion und Logistik. Dort, so sagt Geschäftsführerin Pia Kollmar, sei Homeoffice selbstverständlich keine Option. Wo es die Aufgaben am Arbeitsplatz, aber auch die Gegebenheiten zuhause erlaubten, biete das Unternehmen die Möglichkeit der Heimarbeit aber durchaus an. Das Unternehmen führe keine Liste darüber, wie viele ihrer Mitarbeiter sich coronabedingt zu Hause befinden.

Corona hat unserer Digitalisierung und technischen Ausrüstung definitiv einen Schub verpasst“, sagt Kollmar. Das Wichtigste bei einer Brauerei passiere jedoch noch immer vor Ort.

Landratsamt Donau-Ries: weniger als fünf Prozent sind im Homeoffice

Auch die Behörden im Landkreis sind von der Regierung angehalten, ihren Beschäftigten die Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen. Doch die Anzahl der Mitarbeiter ist überschaubar. Im Landratsamt Donau-Ries arbeiten weniger als fünf Prozent der Mitarbeiter im Homeoffice. Momentan nutzen diese Möglichkeit der Personalstelle zufolge etwa 50 Mitarbeiter an einem oder mehreren Tagen in der Woche.

„Bei uns ist aktuell ein Teil des Hauses im Homeoffice. Dort, wo es eben möglich ist und nach Einzelfällen“, sagt Pressesprecherin Gabriele Hoidn. Seit Jahren gibt es bei der Behörde eine Dienstvereinbarung zum Homeoffice, die regelt, dass teilweise das Arbeiten von zu Hause möglich ist, wenn der Dienstbetrieb es zulässt. Positive Erfahrungen habe das Landratsamt in den vergangenen Monaten mit dem Modell der digitalen Heimarbeit durchaus gesammelt. Die Technik „funktioniert problemlos“ teilt Hoidn auf Nachfrage mit. Mitarbeiter seien gut über ihre Amtstelefonnummer zu Hause erreichbar.

Landratsamt Donau-Ries hält Homeoffice-Pflicht für nicht "praktikabel"

„Sicherlich wird durch die anhaltende Pandemie auch die Anzahl der Homeoffice-Arbeitsplätze weiter ausgebaut werden“, gibt Hoidn einen Ausblick in die Zukunft. Nach der Pandemie könnte ein großer Teil der Arbeitsplätze im eigenen Heim noch weiter genutzt werden. Am heutigen Mittwoch berät die Behörde erneut darüber, wie es mit Homeoffice im Landratsamt weitergehen soll.

Eine Homeoffice-Pflicht hält man im Landratsamt jedoch weder für praktikabel noch zielführend. Für den Bürger müsse man auch persönlich im Landratsamt ansprechbar sein. Vernachlässigt werden dürften auch nicht die sozialen Kontakte und ein gutes Betriebsklima, fügt Hoidn hinzu.

Stadt Donauwörth: Jeder Arbeitsplatz nach "Homeoffice-Fähigkeit" bewertet

Bei der Stadt Donauwörth sind nur vereinzelt Mitarbeiter im Homeoffice. Grund dafür sind Pressesprecherin Annegret Feist zufolge die „organisatorischen und technischer Rahmenbedingungen“. Wie viele Mitarbeiter zuhause arbeiten gibt die Behörde nicht genau an. Feist gibt zu bedenken, dass von den rund 350 Mitarbeitern der Stadt Donauwörth zahlreiche nicht in der Verwaltung tätig sind, sondern beispielsweise im Bauhof, dem Klärwerk und im städtischen Kindergarten und in den Schulen.

„Gerade wird jeder Arbeitsplatz bei der Stadt auf seine Homeoffice-Fähigkeit hin bewertet“, sagt Feist. Im Donauwörther Rathaus sollen die Mitarbeiter durch Hygieneregelungen, wie höchstens zwei Personen in einem Büro und flexible Arbeitszeiten nach Absprache, geschützt werden. Das Ziel ist es der Stadt zufolge, dass Homeoffice mehr angeboten werden soll.

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