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Donau-Ries

12.04.2017

Wildes Treiben am Ufer: Fischer fordern Nacktbadeverbot

Am Ufer und auf einer Insel am vom Fischereiverein Bäumenheim gepachteten See im Naherholungsgebiet in Hamlar geht es an warmen Tagen hoch her.
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Am Ufer und auf einer Insel am vom Fischereiverein Bäumenheim gepachteten See im Naherholungsgebiet in Hamlar geht es an warmen Tagen hoch her.
Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Weil Menschen aus ganz Deutschland mit schlüpfrigen Angeboten nach Asbach-Bäumenheim gelockt werden, will ein Verein strengere Richtlinien gegen den Freiland-Sex.

Durch einschlägige Internet-Seiten ist Bäumenheims Ortsteil Hamlar in zwielichtiger Art berühmt geworden. Das dortige Naherholungsgebiet gilt als Geheimtipp für Freikörperkultur und „Treffpunkt für reife Leute, die den besonderen Kick wollen“, so ein Eintrag, ein Pärchen-Treff also. An Sommerwochenenden haben die Arbeiter der Gemeinde alle Hände voll zu tun, um die Kondome an den Ufern zu beseitigen.

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Ein schlüpfriges Thema, mag man meinen. Aber die 182 Mitglieder des Fischereivereins Bäumenheim, die ausgerechnet dort ihr Domizil haben, können darüber nicht mehr schmunzeln. Ihnen wird das Treiben direkt vor ihrer Tür langsam zu bunt. Aus ganz Deutschland kommen die Nacktbade-Fans, die in Hamlar ihren ganz speziellen Spaß suchen.

FFK-Freunde vergnügen sich am Ufer

„Jetzt reicht es“, sagt Oliver Gerstmair. Er ist Vorsitzender des Fischereivereins, der im Naherholungsgebiet zwei Seen gepachtet hat: einen von der Gemeinde, den anderen von einem Kiesabbau-Unternehmen. Am See der Gemeinde mit seinen 27 Hektar Fläche haben die Fischer ihr Heim gebaut. Von dort hat man einen herrlichen Panoramablick auf das Gewässer, das buchtenreiche Ufer, großen Schilfbewuchs und eine Insel. Von dort, so Gerstmair, biete sich aber auch „ohne Fernglas“ der Blick auf das nicht jugendfreie Treiben. In einschlägigen Kreisen habe sich das Areal offenbar nicht nur als Paradies der Freikörper-Kultur herumgesprochen: Bis aus Kelheim und Bad Segeberg kommen offenbar die Liebhaber von Freiland-Sex, wie die Fischer an den Autokennzeichen festgestellt haben.

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Die kleine Insel wiederum, ebenfalls stark beschilft, hat sich offenbar zu einem Treff der Homosexuellen-Szene entwickelt. Gerstmair, Vater von zwei Töchtern, hat selbst einmal an einem Baum auf der Insel einen Zettel gesehen. „Darauf wurden Gleichgesinnte mit Telefonnummer zum Treff gesucht.“. Offenbar haben es sich die „Besucher“ schon heimelig gemacht: Jedenfalls deuten Waschbetonplatten, die sie verlegt haben, darauf hin. „Und das im Naturschutzgebiet“, können die Fischer nur den Kopf schütteln.

Sie sind es leid. Während sie mit den Jugendlichen am Ufer nach Forellen, Karpfen, Schleien oder Zander fischen, gehe es jenseits des Sees hoch her. Man sei nicht gerade prüde, betonen die Fischer, die sich zu Vorsitzendem Gerstmair gesellen, aber das sei in höchstem Maße jugendgefährdend. „Das geht jetzt schon zwei bis drei Jahre so“, pflichtet einer von ihnen bei. Zwischen dem Gebüsch tummelten sich an warmen Tagen manchmal bis zu 20 Paare. Schlichtweg habe man Angst um die Kinder. Die Fischer haben verwundert gehört, dass direkt im Naherholungszentrum ein Spielplatz entstehen soll. Man finde das gut, aber, so Gerstmair, „dann muss erst einmal der Missstand beseitigt werden“.

Sicherheitswacht soll gegen die Nackten helfen

Mehrmals haben sie schon die Polizei gerufen. Doch die Ordnungshüter seien nur sehr zögerlich tätig geworden, obwohl die Besucher aus ganz Bayern die Hinweisschilder auf das Naturschutzgebiet ignorierten „und direkt bis zum Platz der Leidenschaften fahren. Gerstmair und seine Mitstreiter könnten sich vorstellen, dass eine Sicherheitswacht helfen würde, den Missstand und das ihrer Meinung nach öffentliche Ärgernis zu beseitigen.

Enttäuscht ist der Vereinsvorsitzende, dass „wir bisher von der Gemeinde so wenig Unterstützung bekommen haben“. Nun habe man einen neuen Antrag eingereicht, „um wenigstens ein Nacktbadeverbot zu erwirken“. Es sei bedauerlich, dass dieses Gesuch im Gemeinderat noch nicht behandelt worden sei. Auch zur Bürgerversammlung hätte der Verein fristgerecht beantragt, das Thema zu behandeln. Gerstmair: „Aber es fand sich nicht einmal auf der Tagesordnung.“

„Wie soll man ein Nacktbadeverbot kontrollieren?“, sagt Bürgermeister Martin Paninka. Bei einer der letzten Sitzungen hat er dem Rat von dem Antrag der Fischer berichtet, öffentlich darüber diskutiert wurde bisher aber nicht...

Lesen Sie auch: Badehosenpflicht auf „Porno Island“

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.04.2017

Sie sind es leid. Während sie mit den Jugendlichen am Ufer nach Forellen, Karpfen, Schleien oder Zander fischen, gehe es jenseits des Sees hoch her....Wildes Treiben am Ufer.

.

Hat schon jemand die Bewohner im See gefragt, wenn sie lieber wollen ... ?

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