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Energie

13.05.2015

Windpark Brand: Akzeptanz in der Bevölkerung

Umfrage in Holzheim und Münster zeigt, dass die Mehrheit der Bürger den Wald für einen geeigneten Standort halten würde

Seit Einführung der umstrittenen 10-H-Regel im vergangenen Herbst gibt es in Bayern nicht mehr allzu viele Flächen, die für eine Windkraftnutzung infrage kommen. Das gilt auch für den Landkreis Donau-Ries. Moderne Windräder haben eine Höhe von etwa 200 Metern – der Abstand einer Anlage zur Wohnbebauung muss also rund zwei Kilometer betragen. Ein Gebiet, das allerdings nach wie vor geeignet wäre, ist der Forstbezirk Brand im südlichsten Teil des Landkreises.

Brand war lange Zeit gemeindefrei, wurde aber 2014 Holzheim (0,6 Quadratkilometer) und Münster (1,5 Quadratkilometer) zugeschlagen. Die beiden Gemeinden hatten bereits vor Längerem zusammen mit den Nachbarorten Baar (Landkreis Aichach-Friedberg) und Thierhaupten (Landkreis Augsburg) über einen interkommunalen Windpark in Brand gesprochen. Dass der Großteil der Bevölkerung in Holzheim und Münster diesen Standort dafür für geeignet halten würde, zeigt eine groß angelegte Umfrage des Bifa-Umweltinstituts in Augsburg und der Ludwig-Maximilans-Universität München, deren Ergebnisse im Gemeinderat Münster vorgestellt wurden.

Von allen 390 angeschriebenen Haushalten in Holzheim kamen 98 ausgefüllte Fragebögen – diese umfassten jeweils zehn Seiten – zurück (25,1 Prozent). In Münster waren es 90 von 402 (22,4). Die Frage „Ist das ehemalige gemeindefreie Gebiet Brand aus Ihrer Sicht ein geeigneter Standort für Windenergieanlagen?“ beantworteten 67,4 Prozent der teilnehmenden Holzheimer mit „ja“, in Münster waren es 64,8 Prozent. „Dabei füllt einen solchen Fragebogen tendenziell doch eher derjenige aus, der dagegen ist“, vermutet Münsters Bürgermeister Gerhard Pfitzmaier im Gespräch mit unserer Zeitung. Die „Dunkelziffer“ der Zustimmenden dürfte seiner Ansicht nach daher noch höher sein. Doch schon aus den vorliegenden Zahlen könne man eine Grundtendenz erkennen. Der Großteil der Bürger stehe möglichen Windkraftanlagen in Brand aufgeschlossen gegenüber. Für Pfitzmaier ist dafür vor allem ein Punkt ausschlaggebend: die Entfernung. „Wenn wir dezentrale Energieerzeugung wollen, dann braucht es dafür Windräder. Und diese gehören auf Flächen, bei denen es am wenigsten Beeinträchtigungen und damit auch am wenigsten Widerstände gibt.“

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Brand ist mehr als zwei Kilometer von Holzheim, Münster, Baar und Thierhaupten entfernt. „Da oben tut es niemandem weh“, sagt Pfitzmaier. Lediglich zu dem zu Thierhaupten gehörigen Weiler Königsbrunn beträgt die Distanz nur 900 Meter. Für Weiler und Einödhöfe gilt die 10-H-Regel aber nicht, sondern weiterhin der Mindestabstand von 800 Metern nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Das dürfte also kein Ausschlusskriterium für Windräder in Brand sein.

Problematisch ist vielmehr, dass das Waldgebiet im gültigen Regionalplan als Ausschlussgebiet für Windenergienutzung gekennzeichnet ist. Dieser wird zwar derzeit überarbeitet, „aber da kommt seit Jahren nichts raus“, so Pfitzmaier. Für zusätzliche Ungewissheit sorge die Verfassungsklage von „Pro Windkraft“. Diese wurde unmittelbar nach dem Beschluss des Landtags, die neue Abstandsregel einzuführen, erhoben. Daher scheuen es Münsters Bürgermeisters zufolge viele Betreiber momentan, für viel Geld womöglich wackelige Planungen voranzutreiben. So ist auch in Brand noch nichts konkret. Wie viele Anlagen könnten kommen, wo könnten die einzelnen Rotoren stehen? All das sei völlig offen, so Pfitzmaier.

In den Gemeinden aus den Nachbarlandkreisen ist die Zustimmung zum Windpark Brand übrigens geringer, in Baar sogar deutlich. Dort halten nur 42,2 Prozent der Bürger, die an der Umfrage teilgenommen haben, den Standort für geeignet (bei einer Rücklaufquote der Fragebögen von 29,6 Prozent). In Thierhaupten sind es immerhin 55,4 Prozent (Rücklaufquote 19,3 Prozent).

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