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03.03.2021

Wirtschaft fordert einen „Fahrplan“

IHK meldet sich vor Gipfeltreffen

Nicht zuletzt wegen des niedrigen Corona-Inzidenzwerts fordern die IHK-Regionalversammlungen in Nordschwaben vor dem heutigen erneuten Gipfeltreffen zwischen der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten von der Politik konkrete Vorschläge für eine Öffnung. Wolfgang Winter, Vizepräsident der IHK Schwaben für das Donau-Ries, sagt: „Statt vager Ankündigungen braucht die Branche endlich einen Fahrplan, wie es im März weitergeht.“

Mehr als 70 Prozent der rund 3500 Einzelhandelsgeschäfte in Nordschwaben seien im aktuellen Lockdown geschlossen – und das seit mehr als zwei Monaten. Auch der IHK-Vizepräsident für die Region Dillingen, Walter Berchtenbreiter, äußert sich besorgt: „Der Lockdown wird tiefe Spuren auch in unseren Innenstädten hinterlassen.“

Fast 30.000 Einzelhandelsunternehmen gebe es in Schwaben. Mehr als 57.000 Menschen finden in diesem Bereich ihr Auskommen. In Nordschwaben sind es gut 3500 Einzelhändler, davon gut 2000 im Landkreis Donau-Ries und 1500 im Landkreis Dillingen. Nicht alle treffe die Krise gleichermaßen. „In kaum einer Branche sind die Unterschiede so groß wie im Handel“, erläutert Winter.

Während der Lebensmittel- oder Online-Handel zuletzt beim Umsatz zugelegt habe, treffe die Krise den stationären Einzelhandel, der Waren wie Bekleidung, Schuhe, Sportartikel oder Bücher verkauft, mit voller Wucht. „Der Handel ist an der Schmerzgrenze“, berichtet Florian Britzelmeir, Inhaber von Modegeschäften in Rain und Wemding. „Der Textileinzelhandel hat zuerst das Wintergeschäft und vor allem das wichtige Weihnachtsgeschäft verpasst, nun droht eine Wiederholung im Frühjahr.“ Da die Waren von den Unternehmern lange im Voraus bestellt werden und sich die Aufträge trotz Lockdown nicht einfach stornieren lassen, bleiben viele Händler auf ihren Bestellungen sitzen, berichtet Britzelmeir: „Die Frühjahrsware, die jetzt nicht verkauft wird, kann aufgrund des hohen modischen Grades vermutlich nur noch abgeschrieben werden.“

Verschärft werde die Situation in vielen Betrieben durch die schleppende Umsetzung der Finanzhilfen, wie es von der IHK weiter heißt. Nachdem der Handel bei den November- und Dezemberhilfen leer ausgegangen war, können die Firmen nun seit Kurzem die Überbrückungshilfe III beantragen.

Peter Bauer, Inhaber des gleichnamiges Floristikgeschäfts in Oettingen: „Die Hilfen müssen nun sehr schnell ankommen, um eine Pleitewelle zu verhindern. Denn gerade zu Jahresbeginn sind den Einzelhändlern viele Kosten für längst bestellte Waren oder Fixkosten entstanden. Nach dem fehlenden Weihnachtsgeschäft waren bei vielen die Konten aber leer.“ (pm)

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