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Fußball

08.01.2021

Das ist der neue Trainer des TSV Rain

Dominik Haußner ist der neue Trainer des TSV Rain. Wann der 42-Jährige aber das erste Mal auf dem Platz mit der Mannschaft arbeiten kann, ist noch völlig offen. Zuletzt war Haußner Trainer beim Nord-Bayernligisten DJK Ammerthal.
Bild: Hubert Ziegler

Plus Der TSV Rain hat einen neuen Trainer. Der war zuletzt in der Bayernliga Nord tätig und bezeichnet die Chance, in der Regionalliga zu arbeiten, als "Privileg".

Der TSV Rain hat einen neuen Trainer gefunden. Dieser dürfte in der Region aber weitgehend unbekannt sein. Das hinderte die Verantwortlichen aber nicht an der Verpflichtung.

Dominik Haußner wird – sobald im Amateurbereich an Fußball wieder zu denken ist – die sportlichen Geschicke des Regionalligisten leiten. Der 42-jährige A-Lizenzinhaber war zuletzt beim Nord-Bayernligisten DJK Ammerthal tätig. „Die Chemie hat von Anfang an gepasst“, sagt Rains Sportlicher Leiter Alexander Schroder über den Nachfolger von Alexander Käs, der das Traineramt beim TSV bekanntlich für ein Engagement als DFB-Stützpunktkoordinator aufgegeben hat.

Schroder hatte die Suche gemeinsam mit dem spielenden Co-Trainer Johannes Müller aufgenommen. „Wir haben als Team agiert, die Zusammenarbeit war optimal“, lobt der Funktionär den 29-jährigen Mittelfeldakteur. Dieser stellte schließlich auch den Kontakt zu Haußner her. „Aufgrund der Pandemie waren die Rahmenbedingungen natürlich nicht einfach“, so Schroder. So waren nur zwei persönliche Treffen mit dem neuen Chefanweiser möglich. „Dabei hat sich der sehr gute Eindruck aus den Telefonaten aber verfestigt.“

Haußner stellt sich den Kickern des TSV Rain in einer Videokonferenz vor

Dass der 42-jährige Haußner – er wohnt in Hilpoltstein und arbeitet im Landratsamt in Weißenburg – in der Region eher ein unbeschriebenes Blatt ist, stört den Funktionär nicht. „Es stimmt, dass er eine relativ weite Fahrtstrecke hat. Gut ist, dass seine Arbeitsstelle praktisch auf dem Weg liegt. Die Distanz war für ihn aber auch kein Ko.-Kriterium. Und wir sind überzeugt, dass wir mit Dominik Haußner unseren Weg erfolgreich weitergehen können. Und allein das ist ausschlaggebend.“ Der neue Mann wird sich am Dienstag in einer Videokonferenz seinen Schützlingen vorstellen.

Als „freundschaftlich-autoritär“ beschreibt Haußner selbst mit einem Augenzwinkern seinen Stil als Trainer. Er bestätigt, dass man sich bereis in den ersten Gesprächen gegenseitig sympathisch gewesen sei. Sein neuer Klub ist ihm nicht unbekannt: In der Saison 2017/2018 trat Haußner mit seinem damaligen Verein ASV Neumarkt in der Bayernliga Süd und damit auch gegen den TSV Rain an. Beide Duelle gingen mit 1:0 an die Tillystädter. „Bevor ich noch einmal gegen Rain verliere, gehe ich jetzt lieber dorthin“, scherzt Haußner. „Spaß beiseite: Dass es sich bis nach Rain rumgesprochen hat, dass ich offenbar ganz gute Arbeit leiste, hat mich überrascht und noch vielmehr gefreut.“

Bereits mit 26 Jahren ins Trainergeschäft eingestiegen

Haußner musste aufgrund eines beim Skifahren erlittenen Kreuzbandrisses bereits mit 26 Jahren seine aktive Karriere beenden. Damals spielte er mit seinem Heimatverein TV Hilpoltstein in der Bezirksliga. Weil er ohne Fußball nicht wollte und konnte, machte er die ersten Trainerscheine und stieg beim Hilpoltsteiner Nachwuchs ein. Über den BSC Woffenbach („ein Ausbildungsverein bei mir daheim“) ging es schließlich zum 1. FC Nürnberg. Dort betreute Haußner die U-15-Junioren und hatte unter anderem die heutigen Bundesligakicker Niklas Stark (Hertha BSC) und Patrick Erras (Werder Bremen) unter seinen Fittichen.

Nach drei Jahren beim „Club“ übernahm Haußner in Woffenbach erstmals eine Erste Mannschaft, ehe der ASV Neumarkt rief. „Da war ich 34 Jahre alt. Es war eine super Chance für mich, so einen großen Verein in der Region übernehmen zu dürfen.“ Dort erlebte er nach eigenen Worten seine bisher schönste und erfolgreichste Zeit im Herrenbereich. Das jüngste Engagement des verheirateten Vaters einer Tochter war bei der DJK Ammerthal, wo der Vertrag im vergangenen Sommer auslief. Nun also der TSV Rain. „Eine Regionalligamannschaft trainieren zu dürfen, das empfinde ich schon als echtes Privileg“.

Seinen Vorgänger in Rain kennt er vom Stützpunkt

Seinen Vorgänger am Lech kennt Haußner auch gut, da er selbst bislang Stützpunkttrainer war und Alexander Käs vor einigen Monaten ja praktisch dort sein „Chef“ wurde. „Ich werde mich mit ihm auch noch über die taktische Grundausrichtung in der bisherigen Saison austauschen“, so Haußner, der sich die letzten Partien des TSV bereits im Internet angeschaut hat. Da aufgrund der Pandemie noch kein Treffen mit der Mannschaft möglich ist, ist Johannes Müller sein erster Ansprechpartner über die jeweiligen Spieler. „Der große Vorteil ist, dass geht wirklich bei Null losgeht. Ich bin ein komplett Externer und kennen keinen Spieler näher“, so Haußner, der am liebsten sofort in die Kabine und auf den Platz möchte. „Aber es ist leider Geduld gefragt, wir sind alle im Stand-by-Modus – aber das gilt ja aktuell leider nicht nur beim Fußball, sondern in vielen Lebensbereichen.“

Haußners Vertrag beginnt jedenfalls, sobald er das erste Training leitet. Das Arbeitspapier gilt laut Schroder für den Rest dieser Saison, die ja momentan bereits zum zweiten Mal unterbrochen ist, und die darauffolgende Spielzeit. „Ich persönlich glaube ja, dass vor März noch nicht wieder trainiert werden kann“, so Schroder.

Es ist offen, wann es in der Regionalliga weitergeht

Eigentlich hätte der Ligapokal in der Regionalliga bereits am 6. Februar weitergehen sollen. Das ist längst nicht mehr möglich. Die Tillystädter wären nach dem Vorrunden-Aus in der Gruppe mit Illertissen und Memmingen in einer Trostrunde mit Fürth II, Nürnberg II, Garching und Aubstadt platziert worden. „Keine Ahnung, wie und ob es mit dem Pokal weitergeht“, sagt Schroder.

Überzeugt ist er dagegen, dass die Punktrunde zu Ende gespielt wird. Der TSV Rain hat in der Regionalliga noch sieben Begegnungen zu absolvieren, Schlusslicht VfR Garching dagegen noch zwölf. „Der Verband hat schon durchklingen lassen, dass im Falle eines Abbruchs Auf- und Absteiger nach der Quotientenregel ermittelt würden. Da stünden wir momentan sehr gut da.“ Ziel für die Rainer – auch wenn es schon lange zurückliegt, aber der TSV ist noch immer Aufsteiger – ist nach wie vor nur der Klassenerhalt.

Knötzinger, Cosic und Ekin bleiben beim TSV Rain

Bei diesem Unterfangen wollen weiterhin auch alle Spieler des bisherigen Kaders mitziehen. Im Winter sei kein Akteur mit einem Wechselwunsch an ihn herangetreten, so Schroder, der dies auch als Zeichen der Identifikation mit dem Verein deutet. Weiterhin freut sich der Sportliche Leiter, dass ihm kürzlich Michael Knötzinger, Marco Cosic und Arif Ekin bereits Zusagen für eine weitere Spielzeit am Lech gegeben haben. Verzichten muss der TSV aber ab sofort auf David Bauer, der einen geplanten Auslandsaufenthalt in den USA antritt. „Das ist sicher ein Verlust. Aber wir sind allgemein mit diesem Kader, der eine tolle Mischung aus Jugend und Talent sowie Erfahrung aufweist, gut aufgestellt“, so Schroder.

Das sieht auch Dominik Haußner so, obwohl er sich noch keinen persönlichen Eindruck von der Qualität verschaffen konnte. „Die Mannschaft hat sich diese gute Ausgangslage ja sicher nicht umsonst erarbeitet. Aber der Klassenerhalt wird kein Selbstläufer.“

Apropos Laufen: Detaillierte Trainingspläne hat der neue Coach seinen Mannen noch nicht an die Hand gegeben. „Das macht zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn. Im schlimmsten Fall laufen die Jungs monatelang durch die Gegend und wenn Fußball trainiert und gespielt werden soll, kommen sie auf dem Zahnfleisch daher. Es ist auch nicht verkehrt, wenn man mal ein paar Monate zur Regeneration hat – das heißt natürlich nicht, nur auf dem Sofa zu liegen und Chips zu essen, sondern bewusst mit dem eigenen Körper umzugehen und sich generell selbst fit zu halten.“


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