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Segelfliegen

25.07.2020

Er ist Nordschwabens jüngster Pilot

Leander Hörr startete am Stillberghof zum ersten Mal alleine mit dem Segelflugzeug und ist derzeit Nordschwabens jüngster Pilot. Um seinen Pilotenschein zu erwerben, muss er allerdings noch ein wenig warten.
Bild: Werner Hörr

Der 14-jährige Leander Hörr aus Mertingen fliegt erstmals allein mit einem Segelflugzeug. Warum er danach bei der SFG Donauwörth-Monheim allerdings einen „schmerzhaften“ Empfang erlebt

Mit 14 Jahren allein ein Flugzeug steuern – dieser Traum ging am vergangenen Wochenende für Leander Hörr in Erfüllung. Nach nur zwei Monaten Flugausbildung startete der Schüler nun zum ersten Mal vom Segelflugplatz Stillberghof bei Zirgesheim allein mit dem Segelflugzeug und ist damit Nordschwabens jüngster Pilot.

29 Segelflüge hatte Leander Hörr seit seinem Ausbildungsbeginn im Mai absolviert – bis Sonntag allerdings immer gemeinsam mit einem der ehrenamtlichen Fluglehrer der Segelfluggruppe (SFG) Donauwörth-Monheim. Dabei lernte der Schüler aus Mertingen alles Wichtige über das Fliegen ohne Motor, Start- und Landung, Kurvenflüge und das Verhalten in Notfällen. Die Fluglehrer Hubert Straßer und Steffen Meurer befanden dann, dass Hörr reif für den „Solo“-Flug sei, und nach einem Theorietest absolvierte der 14-Jährige seine ersten Alleinflüge auf dem Flugplatz Stillberghof ohne Probleme. „Zu Beginn war ich doch etwas nervös. Ob mir in der Aufregung alles Wichtige einfallen würde? Aber bereits der Start war dann schon fast wieder Routine. Aber ich habe mich zur Sicherheit im Flug noch einmal im Cockpit umgedreht, um zu sehen, ob der hintere Sitz des Fluglehrers tatsächlich leer ist“, sagte Hörr nach seinem prägenden Flugerlebnis.

Prägend sicherlich auch deshalb, weil der Nachwuchspilot nach der Landung erst einmal „schmerzliche Glückwünsche“ über sich ergehen lassen musste. Schmerzlich deshalb, weil die Fliegertradition es verlangt, dem Alleinflugnovizen mit einem Klaps auf den Hintern zu gratulieren.

Dabei sind die Segelflieger keineswegs eine grausame Gemeinschaft, vielmehr haben die Schläge auf das Hinterteil einen sehr pragmatischen Hintergrund. SFG-Presseprecher Helge Zembold erklärt den Brauch: „Zwar haben wir in den Flugzeugen hochmoderne Instrumente, die das Steigen und Fallen des Segelflugzeuges anzeigen, aber das wahre Gespür für die Thermik sitzt bei den Piloten im Po.“ Nicht umsonst sage man einigen sehr erfolgreichen Segelfliegern nach, dass sie „mit dem Hintern“ flögen. Auch das Gefühl in den Händen müsse geschult werden – dafür gab es für Leander Hörr einen Blumenstrauß mit allerlei stacheligem Gestrüpp.

Dass der Schüler bereits bei seinem 30. Flug nach nur zwei Monaten Ausbildung alleine abhob, ist in Fliegerkreisen allerdings eher ungewöhnlich und hat mit seiner Herkunft aus einer Fliegerfamilie zu tun: Mit Vater Werner durfte Leander Hörr bereits seit dem vierten Lebensjahr mitfliegen, Schwester Linda ist ebenfalls Segelflugpilotin.

Bis der Mertinger ohne die wachsamen Augen eines Fluglehrers starten darf, wird jedoch noch ein wenig Zeit vergehen: Das Mindestalter für den Erwerb des Segelflugpilotenscheines liegt bei 16 Jahren. Bis dahin ist weiterhin Üben angesagt: Den Sommer über wird Hörr weitere Alleinstarts sowie Flüge mit Fluglehrern absolvieren, die das noch bessere Beherrschen des Flugzeuges, das Aufspüren und Ausnutzen der Thermik sowie die Streckenflugtaktik schulen.

Im Winter wird Theorie gebüffelt. Am Ende der Ausbildung steht dann die offizielle Prüfung mit einem Vertreter der Luftfahrtbehörde. (hz)

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