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Kreis Donau-Ries

05.11.2019

Fans: Der FC Bayern braucht „eine Respektsperson“

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Arsène Wenger ist ein angesehener und erfahrener Trainer – und hätte gerade Zeit. 

Plus Nach der Trennung von Niko Kovac diskutieren die Fans des FC Bayern aus der Region, wer der neue Trainer werden könnte. Die Meinungen gehen dabei auseinander.

Rumort hat es beim FC Bayern schon oft, doch nun gab es am vergangenen Wochenende mal wieder ein echtes Beben. Erst kassierte der Fußball-Bundesligist eine 1:5-Schlappe gegen Eintracht Frankfurt, tags darauf trennten sich der Rekordmeister und Trainer Niko Kovac. Wie schon vor gut zwei Jahren, als die Münchner Trainer Carlo Ancelotti freistellten, diskutieren nun vielerorts nicht nur die Bayern-Fans – wer übernimmt das Amt des Chefanweisers beim FCB? Die DZ hat sich deshalb bei Fanklubs in der Region umgehört.

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Lesen Sie hierzu: Kovac mit "stilvollem" Abschied - "Viele mussten schlucken" ,

Für Erhard Witt, Vorsitzender des Ottinger Fanklubs Red Wood Cats war die Trennung von Niko Kovac „selbstverständlich“. Wie das ganze ablief, sei für ihn aber nicht korrekt gewesen, wie er erklärt: „Die Mannschaft ist für mich mit schuld. Man hatte teilweise den Eindruck, die Mannschaft spielte nicht für ihn. Sie sollte aber wissen, für wen sie spielt, für den FC Bayern und für die Fans aber nicht für Kovac persönlich.“ Er ärgere sich deshalb über die mitunter schlechte Leistung des Teams. Wenn eine Mannschaft einen Trainer nicht mehr voll unterstütze, gebe es andere Möglichkeiten das zu zeigen: „Kapitän Manuel Neuer hätte etwa eine Umfrage in der Mannschaft starten und mit dem Ergebnis an den Vorstand herantreten können.“

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Für Erhard Witt war zuletzt "kein System mehr im Spiel"

Nun seien jedenfalls die Spieler gefragt, wieder gute Leistung zu zeigen. Er habe sich am Wochenende von Nicht-Bayern-Fans „viel Spott und Häme“ anhören müssen, muss aber schmunzelnd zugeben „das gehört dazu“. Witt ist froh, dass „jetzt die Reißleine gezogen wurde“. Für ihn sei schon nach dem sehr knappen 2:1-Sieg im DFB-Pokal gegen Bochum klar gewesen, dass ein Trainerwechsel folgt. „Da war einfach kein System im Spiel“, sagt er.

In der derzeitigen Diskussion um den neuen Bayerntrainer hat er eine klare Meinung: „Die Spieler brauchen eine absolute Respektsperson!“ Er selbst tendiere zu Ralf Rangnick. „Was der in Hoffenheim als Trainer machte, hatte Hand und Fuß. Er hat auch immer wieder junge Spieler hochgeholt“, betont er. Problematisch sieht er allerdings dessen Verhältnis zu den Bayern-Bossen, bei denen Rangnick als Trainer von Hoffenheim und Leipzig in der Vergangenheit aneckte.

Chancen für Hansi Flick

Christian Baur, Vorsitzender der Rot-Weissen-Burgstädter aus Harburg räumt Interimstrainer Hans-Dieter „Hansi“ Flick (zuvor Co-Trainer) durchaus die Chance ein, bis zum Saisonende den Chefposten zu behalten. „Ich denke, es geht jetzt ein Ruck durchs Team, das könnte unter Flick gut werden, aber es bleibt spannend“, sagt Baur.

Menschlich habe er Niko Kovac gemocht, wenngleich er kritisiert: „Er hat ein paar Aussagen gemacht, die nicht förderlich waren, wie über Thomas Müller.“ Auch fußballerisch habe er unter Kovac kein großes Spektakel auf dem Platz gesehen, „da war keine richtige Linie erkennbar“, findet er.

Trennung vom Trainer ist "immer die Konsequenz"

Eher zu den Unterstützern von Niko Kovac gehörte Tobias Helfer von den Lech Bazis aus Münster. „Gut, dass die Bayern letztes Jahr an ihm festgehalten haben. Dass er dann mit der Mannschaft das Double geholt hat, habe ich ihm gegönnt“, sagt er. Doch die vergangene Woche mit den schlechten Leistungen gegen Bochum und Frankfurt habe auch ihn zweifeln lassen, ob es zwischen Spielern und Trainer noch stimmt. „Das ganze Defensivverhalten der Mannschaft hat nicht gepasst“, so Helfer. Deshalb hätten die Bayern eigentlich schon im Pokal rausfliegen müssen, wie er sagt: „Sie sind konsequent schlechter geworden. Die Trennung vom Trainer ist da immer die Konsequenz.“

Nach dem Debakel gegen Frankfurt sei unter den Bayern-Fans auf dem Sportplatz am Sonntag dann schon heiß diskutiert worden, dass es für Kovac nun eng werden könnte. Der Schritt komme laut Helfer allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Schließlich seien nur wenige gute Trainer derzeit auf dem Markt. „José Mourinho passt gar nicht zu den Bayern, er ist ein Alleinherrscher. Massimiliano Allegri könnte passen, er hat ein gutes Standing aber sprachlich wird es mit ihm schwierig“, sagt Helfer. Schließlich spricht der Italiener bekanntermaßen kein deutsch und nur schlecht englisch. „Arsène Wenger überzeugt mich dagegen nicht. Ich glaube auch nicht, dass Flick es bis zum Ende macht“, so Helfer weiter.

Bayern-Fans hoffen auf den Meistertitel

Zumindest ein Name konnte gestern von der Liste der kursierenden Namen gestrichen werden: Erik ten Hag von Ajax Amsterdam hat zumindest ein kurzfristiges Engagement bei den Bayern ausgeschlossen.

Bei all dem Wirbel um den neuen Trainer bleibt die Frage wohl noch länger offen, ob der FC Bayern – derzeit Platz vier – wieder Meister wird, schließlich hatten die Münchner schon im vergangenen Herbst zeitweise neun Punkte Rückstand auf Rang eins und holten am Ende doch die Schale. „Nachdem alle anderen Teams es auch nicht richtig hinkriegen, wird sich am Saisonende die Qualität des FC Bayern doch durchsetzen“, vermutet Helfer.

Mehr zum Thema: Ten Hag sagt Bayern ab: Bleibe "in dieser Saison bei Ajax" ,

Nach dem 1:5 bei seinem Ex-Verein Eintracht Frankfurt gab sich Niko Kovac noch kämpferisch. Doch am Tag nach dem desaströsen Auftritt zogen die Bayern-Bosse Konsequenzen.
Video: dpa

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