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Rögling

25.03.2020

Fußball-Profi Marco Schuster: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst"

Glücklicherweise kann sich Marco Schuster auch zuhause in Rögling fit halten – zumindest was Ausdauer und Kraft angeht. Fußballspielen kann er durch die Ausgangsbeschränkung aber nicht wirklich.
Bild: Schuster

Plus Marco Schuster aus Rögling spricht über das erfolgreiche Jahr 2019 mit Waldhof Mannheim, wie sein Alltag nun aussieht und was er sich für die Zukunft wünscht.

Normalerweise würde der DZ-Sportler des Jahres im persönlichen Gespräch über seine Erfolge berichten und sich mit dem Pokal fotografieren lassen. Doch angesichts der Corona-Pandemie muss ein Telefoninterview reichen und der Gewinner, Fußball-Profi Marco Schuster, erhält den Pokal zu einem späteren Zeitpunkt. Das ist ganz in seinem Sinne, Sicherheit geht schließlich vor. Der 24-Jährige aus Rögling spielt für den SV Waldhof Mannheim in der 3. Bundesliga. Im Interview blickt er auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2019 zurück und berichtet von seinem Alltag, der seit der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland völlig auf den Kopf gestellt ist.

Leider kannst du den Pokal für den Sportler des Jahres nicht persönlich entgegennehmen. Freust du dich trotzdem über die Wahl der DZ-Leser?

Marco Schuster: Ja, sehr! Mir war am Anfang gar nicht bewusst, dass ich nominiert war. Meine Oma hat mich dann angerufen und es mir erzählt.

Fußball-Profi Marco Schuster: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst"

Das Jahr 2019, um das sich die Sportlerwahl drehte, war für dich ja überaus erfolgreich...

Schuster: Es hätte fast nicht besser laufen können. Mit der Mannschaft hatten wir mit dem Aufstieg in die 3. Bundesliga einen großartigen Erfolg. Wir haben dann eine gute Hinrunde gespielt, auch eine Liga höher. Da kann man sich wirklich nicht beschweren.

Welche Bedeutung haben Fans und deren Unterstützung für dich?

Schuster: Das bedeutet mir sehr viel. Die Fans in Mannheim sind der Hammer, es kommen immer viele Leute ins Stadion. Aber ich habe auch gemerkt, wie viele Leute hier aus der Region jetzt Interesse am SV Waldhof Mannheim haben. Natürlich haben da meine Eltern, die hier in Rögling wohnen, einen große Rolle gespielt. Sie informieren mich immer wieder, wie viel Interesse die Leute hier zeigen.

Du bist gerade bei deinen Eltern, wie sieht angesichts der Corona-Krise gerade dein Alltag aus?

Schuster: In Rögling sieht der natürlich ganz anders aus als normalerweise. Das ist wie bei vielen anderen Leuten auch. Ich versuche mich hier fit zu halten, da es ja weiterhin möglich ist, dass die Saison weitergeht. Außerdem versuche ich, die Zeit zuhause zu genießen. Jetzt bekommt auch mein Fernstudium des Sport Business Management etwas mehr Aufmerksamkeit als sonst. Ich kann das aber auch in meinen normalen Alltag relativ flexibel integrieren.

Wie sieht dein Trainingsprogramm zuhause aus, habt ihr einen Plan bekommen?

Schuster: Nein, aber wir sind auch ohne individuellen Plan erfahren genug, um uns fit zu halten. Solange man raus darf, drehe ich meine Joggingrunden. Außerdem mache ich Krafttraining. Groß Fußballspielen geht natürlich nicht, außer das Bisschen, was ich im Garten machen kann aber das ist nicht die Welt.

Wie ist die Situation für euch Spieler derzeit beim SV Waldhof Mannheim, vor allem, da der sportliche Betrieb stillsteht?

Schuster: Wir als Spieler sind derzeit alle in Kurzarbeit. Wir sind uns da unserer Verantwortung bewusst. Deshalb unterstützen wir den Verein, auch damit andere Mitarbeiter nicht von Kündigungen betroffen sind.

In deiner Mannschaft gab es schon vor knapp zwei Wochen einen Corona-Verdacht, der sich aber glücklicherweise nicht bestätigt hat. Wie war diese Situation für dich?

Schuster: Wenn der Test damals positiv gewesen wäre, hätten wir alle zwei Wochen in Quarantäne gemusst, dann würde ich jetzt noch in meiner Wohnung in Mannheim festsitzen. Deshalb war schon gut, dass das nicht passiert ist. Es war mir damals fast klar, dass sich das Virus weiter ausbreiten würde in Deutschland und man sich nicht groß davor verstecken kann.

Obwohl räumlich voneinander getrennt tauscht ihr euch innerhalb der Mannschaft doch sicher miteinander aus über die aktuelle Lage...

Schuster: Unsere WhatsApp-Gruppe glüht gerade regelrecht, aber nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen anderer Themen. Wir sehen uns ja sonst fast jeden Tag und reden miteinander, die Späße in der Kabine fehlen uns jetzt schon.

Der Fußball pausiert ja gerade aufgrund der Pandemie und es herrscht große Unsicherheit, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann. Das ist sicher auch Thema unter euch Spielern...

Schuster: Wir können da auch nur spekulieren. Keiner weiß eine Antwort darauf, wie es weitergeht. Man muss abwarten, was die Regierung, der DFB, usw. entscheiden. Sollte die Saison abgebrochen werden, gäbe es wahrscheinlich kein Szenario, das alle zufriedenstellt. Aus Sportlersicht wäre es schon gut, wenn wir die Saison zu Ende spielen könnten. Ich würde es mir jedenfalls wünschen. Aber ich werde da auch von Tag zu Tag skeptischer, ob das möglich sein wird. Wir müssen sehen, wie die Fallzahlen in Deutschland in einigen Wochen aussehen und wie hoch die Infektionsgefahr dann noch ist.

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