Newsticker

Donald Trump verkündet Ende der Zusammenarbeit mit der WHO
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Lokalsport
  4. Fußball-Trainer Alex Käs: "Wir tragen eine Verantwortung"

Coronavirus

13.03.2020

Fußball-Trainer Alex Käs: "Wir tragen eine Verantwortung"

Fußballspielen mit Schutzmaske und desinfiziertem Spielgerät kommt nicht infrage. Die Fußball-Amateurligen pausieren mindestens für zwei Wochen. Andere Verbände haben ihren Spielbetrieb bereits vorzeitig beendet.
Bild: Fotostand

Plus Die Landes-Verbände setzen den Spielbetrieb aus oder beenden die Saison komplett. Die betroffenen Teams aus der Region sind zwar traurig aber auch einsichtig.

Die Fußballfans in der Region hatten sich sicher schon auf den Beginn der Frühjahrsrunde gefreut. An diesem Wochenende hätten die Fußballer des TSV Rain und des FC Mertingen den Punktspielbetrieb mit ihren Partien in Regional- bzw. Bezirksliga eröffnet. Doch der sich ausbreitende Coronavirus macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) reagierte am Freitagvormittag und setzte den Spielbetrieb vorerst für zwei Wochen aus. Und die Fußballer sind lange nicht alle Sportler, die betroffen sind.

TSV Rain weitet Vorgaben auf gesamten Verein aus

„Wir haben das Freitags-Training abgesagt“, sagt Mertingens Trainer Bernhard Schuster. Alles sei derzeit noch ungewiss, vermutlich werde auch das Training am Sonntag ausfallen. Der BFV hatte am Freitag den Vereinen auf seiner Homepage geraten, auch den Trainingsbetrieb bis auf Weiteres einzustellen. Ebenfalls nicht trainiert wird beim TSV Rain. „Es ist schade, wir haben bereits unsere komplette Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde absolviert und waren bereit, zu spielen“, sagt Trainer Alex Käs. Er stellt aber auch klar: „Wir tragen eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung und müssen nicht nur an uns, sondern vor allem an ältere und vorerkrankte Menschen denken!“

Beim TSV Rain ging man laut Käs noch einen Schritt weiter und weitete die Vorgaben von Verbänden und Behörden auf den gesamten Verein aus. „Es gibt erst mal keinen Trainingsbetrieb mehr, auch bei der Jugend – und zwar abteilungsübergreifend“, sagt der 27-Jährige.

Fußball-Trainer Alex Käs: "Wir tragen eine Verantwortung"

Feier zur Jubiläum der Handballer des TSV Bäumenheim abgesagt

Damit reagiert der Verein konsequent, denn schon am Donnerstag hatten die bayerischen Verbände aus Basketball und Handball reagiert und den Spielbetrieb ausgesetzt. Grundlage für diese Entscheidung war die neue Beurteilung der Gesamtlage durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die damit verbundene Einstufung des Coronavirus als Pandemie (weltweite Epidemie). Während der Spielbetrieb bei den Erwachsenen im Handball nur ruht, ist er im Kinder- und Jugendbereich auf Bezirks- und BHV-Ebene seit Donnerstag für die Saison 2019/2020 komplett eingestellt worden. Die Entscheidung des Handball-Verbands betrifft auch die Handballer des TSV Bäumenheim. Die Abteilung wird heuer 40 Jahre alt. Dies wäre Grund für eine Feier gewesen, die für den 4. April geplant war. Abteilungsleiter Andreas Biehle verständigte am Donnerstag die Mitglieder, dass aufgrund der Einstellung des Spielbetriebs auch diese Jubiläumsveranstaltung abgesagt wird. Wenn sich die Lage hinsichtlich des Coronavirus wieder entschärft hat, werde ein neuer Termin bestimmt.

Basketballer des VSC Donauwörth hätten noch zwei Spiele zu bestreiten

Bitter ist die Aussetzung des Spielbetriebs auch für die Basketball-Herren des VSC Donauwörth. Das Team liegt in der Bezirksoberliga abstiegsbedroht auf dem vorletzten Platz. Nur zwei Spiele müsste das Team noch absolvieren bis zum Saisonende. „Wir bräuchten nur einen Sieg aus den letzten beiden Spielen. Ich glaube fest daran, dass wir das schaffen können. Das letzte Spiel geht gegen den Tabellenletzten Ingolstadt-Ringsee. Bei einem Sieg wäre die Saison für uns durch und wir hätten den Klassenerhalt geschafft“, sagt Vogel. Bislang ist der Spielbetrieb vom Basketball-Verband nur ausgesetzt und nicht komplett eingestellt.

Auch der Tennis-Verband hat den Spielbetrieb der Winterrunde (bis zum 19. April) erst einmal ausgesetzt, ebenso wie der Bayerische Sportkeglerverband seinen Ligabetrieb.

Saison für Tischtennis- und Volleyballspieler beendet

Das ist im Tischtennis anders, der Bayerische Tischtennis-Verband teilte am Freitag auf seiner Homepage mit, den Spielbetrieb in der Spielzeit 2019/2020 „geordnet zu beenden“. Der Spielbetrieb werde auch nicht mehr aufgenommen. Über die Wertung der Saison werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Auch für die Volleyballer in Bayern ist die Saison beendet. Auch hier teilte der Verband mit, dass über Auf- und Abstieg zu einem späteren Zeitpunkt beraten werde. „Das ist schon schade, wir hätten die Saison gerne zu Ende gespielt“, sagt Yannick Eibl von den Volleyball-Herren I des VSC Donauwörth, die in der Bezirksliga auf dem fünften Platz stehen und noch zwei Spieltage vor sich hatten. Verständnis für die Entscheidung des Verbandes hat Eibl aber ebenfalls: „In einer Sportart, in der Schweiß produziert wird und jeder Spieler ständig denselben Ball anfasst, kann ein Virus leicht übertragen werden.“

Schützengau Donau-Ries berät über weiteres Vorgehen

Wenngleich im Schießsport wohl weniger transpiriert wird, ist man hier ebenfalls dabei große Veranstaltungen zu streichen, wie Gauschützenmeisterin Rita Schnell mitteilt. Die Deutschen und Bayerischen Meisterschaften wurden bereits abgesagt. Der Schützengau Donau-Ries sei gerade dabei, das weitere Vorgehen im Bezug auf Wettbewerbe wie den Rundenwettkampf zu klären. Die für Samstag, 14. März, in Genderkingen geplante Gaugeneralversammlung entfällt jedenfalls.

Wie es nun in den Sportarten weitergeht, in denen nur pausiert wird, wird in den nächsten Tagen und Wochen entschieden. Und auch in den Disziplinen, deren Spielzeiten komplett beendet wurden, gibt es viel Diskussionsbedarf. Schon jetzt schwirren allerlei Szenarien durch die Medien, wie man bezüglich Auf- und Abstiegsregelung verfahren könnte. Die Meinungen gehen hier logischerweise stark auseinander. Fußballer Bernhard Schuster vom FC Mertingen plädiert etwa für eine Annullierung der kompletten Saison. „Ich denke, das wäre wohl am Fairsten. Klar, den Teams an den Tabellenspitzen gegenüber wäre das auch nicht ganz fair, aber ich fände es dennoch besser, neu anzufangen mit denselben Mannschaften in einer Liga. Egal wie man entscheidet, es wird immer Teams geben, die sich dann benachteiligt fühlen“, sagt er. Im aktuellen Fall handle es sich eben um höhere Gewalt.

Basketballer könnten auch im Sommer spielen

Basketballer Benjamin Vogel wünscht sich, dass der Spielbetrieb nur pausiert und die fehlenden Partien nachgeholt werden. „Wir Basketballer fangen ja erst im Oktober mit der regulären Saison an, da könnten wir auch im Sommer noch spielen“, erklärt er.

Nicht fair fände er dagegen, wenn die Saison nun beendet würde. „Das wäre den Teams mit weniger Spielen im Vergleich zur Konkurrenz nicht fair“, findet er. Eines dieser Teams ist der VSC Donauwörth selbst, er hat bislang ein Spiel weniger absolviert. (mit hh)

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren