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  3. Wemding: Für Nadim aus Wemding gibt es Weihnachten auf der Krebsstation

Wemding
23.12.2022

Für Nadim aus Wemding gibt es Weihnachten auf der Krebsstation

Der krebskranke Nadim Jeha mit seiner Mama Marina und Schwester Delayla. Auf der Mutkette sind viele bunte Perlen aufgereiht, die zeigen, wie viele schwierige Stationen der Fünfjährige im Laufe seiner Therapie schon zu bewältigen hatte.
Foto: Barbara Würmseher

Plus Der fünfjährige Junge aus Wemding ist schwer krank. Für ihn und seine Familie wird es – wie für viele andere Patienten auch – keinen normalen Heiligabend geben.

Nadim sitzt am Küchentisch auf dem Schoß von Mama Marina Jeha, an die er sich kuschelt, und hält eine lange Perlenkette in der Hand. Jedes einzelne bunte Kügelchen hat eine ganz besondere Bedeutung und Nadim kennt sie alle. Nachdenklich lässt der Fünfjährige die aufgereihten Teilchen durch die Finger gleiten und erzählt: "Die rot-blau gestreifte Perle war für eine Bluttransfusion, die Käppi-Perle hab ich bei Haarausfall bekommen. Und einmal hab ich keine Luft gekriegt, da gab's dann die hier." 

Es sind Mutperlen, die auf der Schnur aufgefädelt sind. Unglaublich viele. Denn Mut hat Nadim in den vergangenen Monaten reichlich gebraucht. Eine Perle ist fluoreszierend und leuchtet bei Dunkelheit. Der Junge hat sie nach einer radioaktiven Behandlung bekommen. Andere Kügelchen stehen für Chemo-Therapie, MRT und Ultraschall, für Venenzugänge bei Infusionen, für Aufenthalte auf der Isolierstation, für allergische Reaktionen, für die Stammzellen-Transplantation und, und, und. Sie alle sind Symbole für durchlebte Schmerzen, Einsamkeit und Verzweiflung. Denn Nadim hat Krebs. Einen bösartigen Tumor im Bauchraum. Ein sogenanntes Neuroblastom, das bei ihm von der Nebenniere ausgeht.

Nadim wird auf der Kinderkrebsstation der Uniklinik Augsburg behandelt.
Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)

Nadim bekommt gerade eine Antikörper-Therapie – sie dauert 240 Stunden

Die Zeit am Küchentisch mit seiner Mama, das Zusammensein auch mit Schwester Delayla (10), Bruder Jamal (8) und Papa Ali im Elternhaus ist inzwischen wieder zu Ende. Nadim ist ins Krankenhaus zurückgekehrt. Er bekommt in diesen Tagen eine Antikörper-Therapie. Es ist die letzte von fünf geplanten. Sie dauert jedes Mal 240 Stunden. Wie viele andere Patienten ist der Bub aus Wemding also am Heiligen Abend nicht daheim. Es wird für ihn wie für unzählige andere schwer kranke Menschen kein Weihnachtsfest geben, wie man es sich wünscht. Keine Normalität unter dem Christbaum. Mama Marina ist bei ihm im Krankenzimmer. Ob der Rest der Familie kommen darf, ist fraglich. Wenn es klappt, wäre es die Erfüllung eines Wunsches, denn, wie Marina Jeha sagt: "Das Miteinander fehlt uns schon sehr in letzter Zeit!"

Es fehlt genauer gesagt seit diesem Sommer. Kurz vor den Ferien begann Nadims Leidensweg, den seine Familie so tapfer und geschlossen mit ihm geht. "Nadim war früher immer so lebhaft", erzählt Marina Jeha. "Plötzlich aber war er dauernd schlapp. Er verlor die Lust am Leben." Häufiges Bauchweh kam dazu, auch erhöhte Temperatur. "Wir dachten an eine Sommergrippe, aber es wurde nicht besser."

Für die Familie aus Wemding war die Krebsdiagnose ein Schock

Um die Symptome abklären zu lassen, kam Nadim ins Krankenhaus. Und dann ging alles sehr schnell. "Nach dem ersten Ultraschall stand die Krebsdiagnose praktisch fest." Es war eine Schockdiagnose, die die ganze Familie überrollte. Noch im Sommer wurde Nadim auf die Krebsstation der Uniklinik Augsburg verlegt. Acht Wochen blieben Mutter und Sohn dort und niemand wusste, wie lang es dauern würde. Ziemlich bald begann die Chemotherapie mit all ihren Nebenwirkungen. Der Tumor sollte kleiner werden, da er zunächst ob seiner Größe inoperabel war. Im Januar konnte er entfernt werden.

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Viele der Therapien seither haben gut angeschlagen, auch wenn es ein harter Weg war und ist, mit psychischen wie physischen Komplikationen. Auf der Isolierstation war Nadim sehr einsam: "Ich konnte nicht mit meiner Mama kuscheln." Die Stammzellen-Therapie hat seinen Geschmackssinn verändert: "Da hat ihm nicht mal mehr sein Lieblingsessen geschmeckt." Nach der Chemo hat die Leber resigniert und viel Wasser hat sich im Bauchraum angesammelt. Das alles und noch viel mehr hat an dem Jungen gezehrt. 

Es kann sein, dass Nadim taub wird – schon jetzt hört er vieles nur wie einen Lückentext

Nadims Familie weiß, dass es in manchen Bereichen nie wieder die Normalität von früher geben wird. "Wir mussten unterschreiben, dass uns bewusst ist, dass Nadim durch die Chemo taub werden kann", erzählt seine Mutter. "Und tatsächlich hört er vieles inzwischen nur noch als Lückentext. Er wird also bald ein Hörgerät brauchen." In der Konsequenz geht es dann auch ums Sprechen. "Umso weniger er versteht, umso undeutlicher wird seine Aussprache." Logotherapie steht also an. "Nadim ist ja ein aufgewecktes Kerlchen, aber wir wissen nicht, was noch kommt", schildert Marina Jeha. "Kann er später mal dem Unterricht folgen? Wir wissen, dass es auch zu schweren Lernbehinderungen kommen kann."

Nadims Krebs hat den ganzen Familienalltag durcheinandergewirbelt. Seine Mama Marina kündigte ihre Stelle als Altenpflegerin, weil sie bei ihrem kranken Kind sein will. Viele Wochen am Stück sind sie im Krankenhaus und nicht zu Hause. Dort aber gibt es die Geschwister Jamal und Delayla, die ihre Mama entbehren. Papa Ali ist Lkw-Fahrer und versucht, wenn möglich, da zu sein. Alle wollen das Beste aus der Situation machen. Klein beigeben gibt es nicht. Vieles ruht auf den Schultern von Marina Jeha. "Ich will der Fels in der Brandung sein", sagt sie. "Nur selten erlaube ich mir, traurig zu sein. Aber manchmal weiß ich nicht, wo ich die Kraft herbekomme."

Nadim bekommt viel Lob von Ärzten und Pflegeteam im Krankenhaus

Kraft bekommt die Familie etwa durch viel Zuwendung und Zuspruch. Marina Jeha ist voll des Lobes, wenn sie vom Team der Ärzte und Pfleger auf der Krebsstation spricht. "Das sind so wunderbare Menschen, wir fühlen uns dort gut aufgehoben!" Und dann gibt es da noch so viel überwältigende Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung, die sie von Herzen rührt. Auf Initiative der Wemdinger Firmengruppe Appl sind inzwischen rund 20.000 Euro Spendengelder für Nadim zusammengekommen. "Ich bin so dankbar für alles", sagt Marina Jeha. Doch sie bittet auch, andere nicht aus den Augen zu verlieren. An Vereine wie Glühwürmchen oder den Kinderkrebsverband Allgäu zu spenden, ist ihr ein großes Anliegen. Und was ist ihr persönlicher Wunsch zu Weihnachten? "Dass alles irgendwann aufhört und wir wieder so etwas wie Normalität zurückbekommen …"

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