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Wolferstadt
11.05.2022

Alte Grenzsteine bei Wolferstadt erzählen viel über Geschichte

Alte Kreuzsteine im Raum Wolferstadt geben Rätsel auf.
Foto: Thomas Pfundner

Mit alten Grenzsteinen lässt sich die Vergangenheit einer ganzen Region entdecken. Dies zeigt ein Vortrag, der in Wolferstadt stattfindet.

Alte Grenzsteine und verwitterte Steinkreuze gehören zu den wenig beachteten Kulturgütern unserer Heimat. Mit diesen Kleindenkmalen lässt sich aber die Vergangenheit einer ganzen Region hervorragend entdecken und rekonstruieren. Über dieses Thema hat Thomas Pfundner aus Neu-Ulm im Oberen Wirt in Wolferstadt referiert. Pfundner dokumentiert seit vielen Jahren mithilfe von Freizeitforschern vor Ort alte Karten und Fundstellen in der reichhaltigen regionalen Literatur über Kleindenkmale in Schwaben.

In der sogenannten Dreistammesecke rund um Wolferstadt haben sich ungewöhnlich viele alte Grenzsteine erhalten, wenn auch recht versteckt. Zudem ist die Region im Vergleich zum gesamten Bezirk Schwaben schon weit erforscht. Die bestimmende Macht und damit der Landesherr bis 1806 war rund um Wolferstadt und den Uhlberg das Fürstentum Pfalz-Neuburg.

Schöne und bedeutende Wappensteine haben sich an den wichtigen Knotenpunkten der alten Landesgrenze erhalten: im Kriegsstatthof (etwa 1591), am Kronhof (1535) und im Vorach-Wald in Richtung Döckingen. Eine herausragende Besonderheit stellt die Landesgrenzsäule von 1583 dar. Sie wurde eigens von dem berühmtesten Kartografen seiner Zeit, Philipp Apian, entworfen, um einen Grenzstreit zu schlichten. Eine stattliche Anzahl von schönen Jagdsteinen der Markgrafen von Ansbach-Brandenburg sowie der Herrschaft Möhren konnten dokumentiert werden.

Kreuzsteine bei Wolferstadt geben Rätsel auf

Ein weites Feld, das noch der intensiven weiteren Forschung bedarf, stellen die rechteckigen Kreuzsteine dar, die vor allem in Bereichen des Deutschen Ordens zu finden sind. Wolferstadt besitzt gleich zwei stattliche Exemplare dieser Kreuzsteine. Dienten sie als Grenzsteine oder auch als Sühnezeichen zur Buße für einen Totschlag wie die kleinen Sühnekreuze im deutschsprachigen Raum? Erhaltene Sühneverträge in den Archiven von Wemding und dem Ries können Fachleuten zufolge keine Lösung bringen. Wege wurden gezeigt, um mit überregionalen Vergleichen die Frage eines Tages zu klären. (AZ)

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