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Diorama

22.01.2009

12.000 Zinnsoldaten stellen Schlacht am Lechfeld nach

"So günstig bekommen wir das nie mehr." Landrat Christian Knauer machte sich im Kreisentwicklungsausschuss dafür stark, dass der Landkreis Aichach-Friedberg das "Zinndiorama Lechfeldschlacht" unterstützt. Ein ungewöhnliches Vorhaben. Von Regine Kahl

Aichach-Friedberg. "So günstig bekommen wir das nie mehr." Landrat Christian Knauer machte sich im Kreisentwicklungsausschuss dafür stark, dass der Landkreis Aichach-Friedberg das "Zinndiorama Lechfeldschlacht" unterstützt. Im Haushalt wurde eine Beteiligung von 15.000 Euro für das ungewöhnliche Vorhaben eingestellt. Der Verein Wittelsbacher Land will das Projekt unterstützen.

Augsburgs OB Kurt Gribl und die beiden Landräte Christian Knauer und Martin Sailer hatten sich im vergangenen Jahr auf das gemeinsame Projekt verständigt. Ein Zinndiorama soll an die Schlacht im Jahr 955 erinnern, bei der bairische, fränkische, schwäbische, böhmische und sächsische Heere gemeinsam die Ungarn geschlagen und so eine Zeitenwende im Europa des frühen Mittelalters herbeigeführt hatten.

Mit 12.000 Figuren soll in einem dreidimensionalen Schaubild die Schlacht nachgestellt werden. Zusätzlich soll das Thema multimedial aufbereitet werden. Ähnliches ist laut Landrat Knauer bereits für die Schlacht von Höchstädt (1703) erfolgreich gemacht worden. Er betonte, dass es nicht um eine "Glorifizierung des Krieges" gehe, wenn eine Schlacht dargestellt werde. Anders sah dies Kreisrätin Marion Brülls (Die Grünen): "Krieg als touristischer Attraktion werde ich nicht zustimmen." Sie wolle nicht, dass Geschichte im Landkreis mit Hilfe eines "Spielzeugs" aufgearbeitet werde.

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Das Angebot bekomme die Region zu einem "europaweit einmaligem Preis", erklärte Peter Däubler von der Abteilung Wirtschaftsförderung im Landratsamt. Dies liege daran, dass Martin Sauter aus Augsburg für die von ihm angefertigten Zinnfiguren und das Landschaftsmodell nur die Materialkosten verlangen werde. Der pensionierte 62-jährige Hauptkommissar interessiert sich sehr stark für Geschichte und bringt eine gehörige Portion Idealismus für so ein aufwendiges Projekt mit. Er rechnet mit einer Arbeitszeit von drei Jahren.

Götz Beck von der Regio Augsburg Tourismus GmbH war mit der Anfrage auf Martin Sauter zugekommen, der sich durch ähnliche historische Darstellungen bereits einen Namen gemacht hat.

Drei Abschnitte der Belagerung sollen dargestellt werden

Sauter möchte die Schlacht in drei Phasen darstellen. Jedes Diorama bekommt eine Größe von 12 bis 14 Quadratmetern. Die drei Abschnitte: Die Belagerung Augsburgs durch die Ungarn, das Anrücken des Heers unter Otto I. und schließlich die Zerschlagung des ungarischen Lagers bei Kissing.

Wo letztendlich das Zinndiorama in der Region Augsburg zu sehen sein wird, ist noch offen. Angesichts der prognostizierten Wirtschaftskrise sieht Landrat Knauer für ein neues Museum im Landkreis schlechte Chancen. "Über ein Museum brauchen wir uns in dieser Wahlperiode nicht zu unterhalten." Knauer ist sich aber sicher, dass bei der Frage der Räume noch einige Angebote eingehen werden. Wie berichtet haben sich bisher vor allem Friedberg und Königsbrunn für die Schau in Startposition gebracht.

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