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Jubiläum in Kissing

05.10.2017

20 Jahre im Mythos des Wilderers

Der Förderverein Bayerischer Hiasl feiert sein 20-jähriges Bestehen, im Bild Museumsfrau Barbarak Kurz mit der lebensgroßen Hiasl-Figur.
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Der Förderverein Bayerischer Hiasl feiert sein 20-jähriges Bestehen, im Bild Museumsfrau Barbarak Kurz mit der lebensgroßen Hiasl-Figur.
Bild: Philipp Schröders (Archiv)

Zu ihrem Geburtstag nehmen sich die Mitglieder des historischen Fördervereins gerne mal selbst auf die Schippe. Auch die unsichere Zukunft der Hiasl-Erlebniswelt ist Thema bei der Feier.

Um den bayerischen Hiasl ranken sich viele Legenden. Seit 20 Jahren hat es sich der gleichnamige Förderverein in Kissing zur Aufgabe gemacht, das historische Erbe dieses deutschen Robin Hood zu bewahren. Geburtstag gefeiert wird am Samstag, 7. Oktober. Das Fest beginnt um 18.30 Uhr mit einer Messe für verstorbene Vereinsmitglieder in der St. Bernhardskirche. Anschließend lädt der Verein um seinen ersten Vorsitzenden Ronald Kraus ab etwa 19.30 Uhr ins benachbarte Pfarrzentrum im Dr.-Joseph-Zimmermann-Haus. Einige prominente Gäste haben ihr Kommen bereits zugesagt, zählt doch der Bayerische Hiasl zu den touristischen Attraktionen im Wittelsbacher Land.

Angeblich legen Verehrer jedes Jahr an seinem Geburtstag am 3. September einen gewilderten Hasen vor dem Hiasl-Denkmal an der Alten Schule in Kissing ab. Es erinnert an den einstigen Jagdgehilfen von Gut Mergenthau, der als Wilderer und Räuberhauptmann im Alter von 35 Jahren hingerichtet und danach zum Helden und Sozialrebellen verklärt wurde. Nicht alles entspricht wohl den Tatsachen, Fakt ist jedoch auf jeden Fall das Jubiläum des Historischen Fördervereins „Bayerischer Hiasl“.

Auf der Gästeliste stehen neben Bürgermeister Manfred Wolf auch Landrat Klaus Metzger, Tourismusdirektor Götz Beck, die Landtagsabgeordneten Simone Strohmayr und Peter Tomaschko sowie Martin Leopold, der Geschäftsführer des Wittelsbacher Landvereins. Auch die Zukunft des Museums, die „Hiasl Erlebniswelt“, wird Thema am Festabend sein. Wie berichtet, schließt die Einrichtung auf Gut Mergenthau am letzten Sonntag im Oktober endgültig ihre Pforten und es müssen in Kissing neue Räume gefunden werden.

„Wir haben die Erlebniswelt zwölf Jahre lang betrieben, aber unser Vereinsengagement geht weit darüber hinaus und wir bieten auch noch viele andere Unternehmungen“, erklärt Schriftführerin Barbara Kurz. So wird etwa auch beim jährlichen Fackelmarsch im Winter das Andenken an den legendären bayerischen Räuber hochgehalten. Dafür wurde der Historischen Förderverein „Bayerischer Hiasl“ auch bereits mit der Silberdistel unserer Zeitung ausgezeichnet. „Seit dem Jahr 2000 hatten wir über 30 Auftritte mit unseren lebenden Bildern zum Hiasl-Thema, darunter auch im Bayerischen Fernsehen“, erzählt Barbara Kurz. „Premiere war damals beim Fest der Bayern zum Abschluss der Milleniums-Feierlichkeiten im Juli 2000“.

Zudem wird ein reges Vereinsleben mit gemeinsamen Unternehmungen gepflegt und der Verein bringt sich auch aktiv ins Kissinger Gemeindeleben ein. Was wäre das Kissinger Ferienprogramm ohne die beliebte Sautrogregatta, die seit 2002 zur großen Gaudi vieler Kinder an der Paar veranstaltet wird? Als ein Höhepunkt im Kissinger Veranstaltungskalender ist auch das Starkbierfest in der Fastenzeit zu nennen, auf dem seit 1998 die Lokalpolitiker gerne durch den Kakao gezogen werden.

Nicht zum Derblecken, sondern zum Feiern sind diese am kommenden Samstag eingeladen. Doch auf gewisse humorige Einlagen kann man sich trotzdem gefasst machen. Neben Festansprachen, Musik der Högl-Buam aus Baindlkirch und gutem Essen sowie einem Vortrag mit dem Thema „Die eingestellte Jagd im 18. Jahrhundert“ werden Vorstand und Mitglieder in einem Sketch die vergangenen 20 Jahren Revue passieren lassen. Dabei wollen sie auch „Überlegungen für kommende Events für den Verein, für Kissing und den Rest der Welt“ anstellen, wie die Einladung zur Geburtstagsfeier neugierig gemacht.

Ziel des Vereins ist es seit jeher, in Kissing historisches Bewusstsein zu schaffen und zu bündeln. Das steht schon in den Statuten des Vereins, dessen Gründung auf eine 2006 erfolgreiche Ausstellung über den berühmt-berüchtigten Bayerischen Hiasl im Kissinger Rathaus zurückgeht.

Der Erste Vorsitzende wurde Initiator Fritz Schneider und er hatte von der Gründungsversammlung am 2. März 1997 im Landgasthof Alt-Kissing bis zu seinem Tode im Januar 2000 dieses Amt inne. Dann folgte für knapp 15 Jahre Hermann Habersetzer. Nach einer übergangsmäßigen kommissarischen Leitung steht seit Mai vergangenen Jahres Gründungsmitglied Ronald Kraus an der Spitze des Vereins.

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