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Aichach-Friedberg

08.10.2019

25 Jahre ÖDP: Immer noch der „kleine Reißnagel“

Die ÖDP-Kreisvorsitzende Constanze von Tucher (links) und Friedbergs Stadtrat Hubert Nießner ehrten Gründungsmitglied Ursula Bettinger für ihre 25-jährige Mitgliedschaft.

Zum Jubiläum im Wittelsbacher Land sieht sich die Gruppierung als „erfolgreichste Oppositionspartei“ in Bayern.

Viele erinnern sich noch an das ÖDP-Wahlplakat mit dem bayerischen Löwen und dem Reißnagel, auf dem stand: „Auch ein kleiner Reißnagel kann einen großen Hintern bewegen.“ So könnte man die Arbeit der Partei auch 25 Jahre nach der Gründung des Kreisverbandes Aichach-Friedberg charakterisieren, hieß es auf der Jubiläumsfeier im Begegnungszentrum Ottmaring. Obwohl sie in den politischen Gremien nicht stark vertreten ist, ist die kleine Partei mittlerweile flächendeckend präsent.

Stefan Höpfel, Kreisvorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz, sagte in seiner Laudatio, die ÖDP sei attraktiv, zukunftszugewandt und sympathisch. Sie sei wählbar für die Mitte, überzeugend im Programm und ehrlich.

Politik ohne erhobenen Zeigefinger

Das Parteiprogramm sehe den Menschen in einem Gesamtzusammenhang des Lebens. „Auch wenn die ÖDP zu den Kleinen gehört, ist sie doch fester Bestandteil der Parteienlandschaft geworden.“ Die angestoßenen Veränderungen seien immer mit Überzeugung dahergekommen und „irgendwie fröhlich“. Politik mit erhobenem Zeigefinger habe es nie gegeben.

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Hubert Nießner, ÖDP-Stadtrat in Friedberg, ließ die Geschichte des Kreisverbandes Revue passieren. In den ersten Jahren nach der Gründung 1994 habe die Partei einiges an Schwierigkeiten zu meistern gehabt: Zur Kommunalwahl 1996 seien die erforderlichen Unterstützerunterschriften nicht zusammengekommen. Dazu seien finanzielle Probleme an der Tagesordnung gewesen. Diese habe man in Kauf genommen, weil Konzernspenden immer ausgeschlossen waren.

Einzug in den Friedberger Stadtrat

Aber es ging aufwärts. Dank der unermüdlichen Arbeit von Michael Bettinger gelang es diesem 2002 in den Kreistag einzuziehen. 2014 kam Berta Arzberger dazu und Hubert Nießner zog in den Friedberger Stadtrat ein. Bettinger starb unerwartet 2014. Für ihn rückte Josef Moll in den Kreistag nach. Nießner ehrte Ursula Bettinger als einziges verbliebenes Gründungsmitglied. D

ie Kreisvorsitzende Constanze von Tucher erläuterte, was die ÖDP im Landkreis ausmache. Sie setze auf regionale, erneuerbare Energiequellen. Bis 2030 sollen hier 100 Prozent erreicht sein. Mobilität solle mit weniger Verkehr erreicht werden. Dafür brauche es einen überall verfügbaren Öffentlichen Nahverkehr und fahrrad- und fußgängerfreundliche Städte und Gemeinden.

Die Partei sei entschieden gegen die Osttangente und für gesundheitsverträglichen Mobilfunk: „Die ÖDP ist die einzige Partei, die sich dieses Thema annimmt“, so von Tucher. Mit den von ihr angestoßenen Volksbegehren sei sie die wahrscheinlich erfolgreichste Oppositionspartei. „Wir müssen zusammenarbeiten, um eine enkeltaugliche Zukunft zu erlangen, ohne Konkurrenz, Neid und Missgunst.“

Die Initiatorin des Bienen-Volksbegehrens

Zum Gratulieren war auch Agnes Becker, Initiatorin des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ gekommen. Sie hielt den Festvortrag zum Thema „Es lohnt sich, mutig zu sein – wie man einen großen Regierungshintern in Bewegung bringt!“ Zähigkeit zeichne die ÖDP aus. Viele der Anwesenden seien schon viele Jahre dabei. Alle seien Überzeugungstäter. Und diese Spezies engagiere sich nicht, weil es dafür hinterher eine Belohnung gibt. Sie täten es um der Sache willen. Die Überzeugungen seien unter anderem, dass im Leben andere Dinge wichtiger seien als das neue Auto oder das aktuellste Handy.

Dass Menschen für ihre Arbeit einen anständigen Lohn erhalten müssten und dass das wirtschaftliche Wachstum nicht unbegrenzt weitergehen könne und werde. Demokratie funktioniere nur dann, wenn man auch für sie streitet. „Für die große Politik sind wir ein echtes Kreuz!“, so Becker. Sie zählte einige erfolgreiche Volksbegehren auf. Der größte Erfolg sei das „Volksbegehren Artenschutz – Rettet die Bienen“ gewesen. „Wir haben einen ganz entscheidenden Beitrag dafür geleistet, dass beim Naturschutz in Bayern wirklich etwas vorangeht.“

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