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Kultur in Friedberg

12.11.2019

50 Hörner mit Glanz und Gloria bei Konzert in Friedberg

So imposant das Ensemble auf dem Foto aussieht, so gewaltig klingt es im Konzert. Am Sonntag standen bis zu 50 Hornisten gleichzeitig auf der Bühne.
Foto: Oliver Wolff

Das Hornfestival „Carneval du Cor“ gastierte in der Friedberger Max-Kreitmayr-Halle. Gespielt wurde unter anderem Filmmusik. Ein Stargast verzauberte das Publikum.

Ein Hollywood-Blockbuster ohne den Sound der Hörner? Kaum vorstellbar. Ein Hornkonzert des „Carneval du Cor“ ohne die Titel bekannter Kino-Streifen? Eigentlich noch weniger. Am Sonntagabend kamen Filmmusikfans beim Herbstkonzert in der Ma-Kreitmayr-Halle voll auf ihre Kosten. Auch für diejenigen, die einmal wissen wollten, wie 50 Hörner live klingen, war dieses Konzert ein Muss. Dabei waren die Klänge der geschwungenen Blechblasinstrumente gar nicht der Höhepunkt. Die international renommierte Sopranistin Alexandra Steiner verzauberte 200 Zuschauer mit samtweichen und herzerwärmenden Gesang.

Die junge Opernsängerin Alexandra Steiner stand bereits bei den Bayreuther Festspielen auf der Bühne. In Friedberg wurde die Sopranistin von Hörnern begleitet.
Foto: Oliver Wolff

Europas größtes Hornfestival macht Station in Friedberg

„Carneval du Cor“, so heißt nicht nur das Motto der Hornkonzerte, sondern auch Europas größtes Hornfestival. Benjamin Comparot aus Wulfertshausen ist nicht nur Hobby-Hornist, sondern auch der Organisator des Fests. Alles begann im Jahr 2000, als er sich zum ersten Mal mit ein paar Freunden zum gemeinsamen Hornspielen traf. Daraus entwickelten sich Veranstaltungen mit teilweise 150 Teilnehmern. Das Besondere: Die Hornisten erhalten in Workshops Unterricht von hochkarätigen Dozenten.

In diesem Jahr waren es die Gastlehrer Pascal Deubler von der Bayerischen Staatsoper, Marc Gruber, ARD-Preisträger 2016, und Carles Chordá Sanz aus Barcelona. Die meisten Stücke hat Matthias Pflaum für das große Hornensemble arrangiert, denn Noten für die mehrstimmige Besetzung gibt es kaum.

"James Bond" und "Herr der Ringe" bei Hornkonzert in Friedberg

Den Anfang machte am Sonntag die Filmmusik zur James-Bond-Reihe von John Barry. Der erste Eindruck: Einfach nur gewaltig, dieser Sound. Kennt man die Filmmusik nur als Orchesterfassung, spielt das in diesem Moment keine Rolle. Das Horn hat einen unscheinbar großen Tonumfang. Der Soundtrack zu „Herr der Ringe“ von Howard Shore setzte noch eins drauf. Die Instrumentalisten zeigten dabei ihren ganzen Schatz an Klangfarben: Von lyrisch bis majestätisch, von sensibel bis aggressiv. Schmetternde Horner sind ja das Markenzeichen des großen Kinos. Aber es wurde auch im kleineren Rahmen musiziert. Die Dozenten spielten mit Arrangeur Pflaum im Quartett etwa Francis Poulenc „Les Chemins de Lámour“. Die Vierergruppe begleitete daraufhin Opern-Stargast Steiner unter anderem zu Giovanni Pergolesis „Stabat Mater Dolorosa“ oder Franz Lehárs „Meine Lippen, die küssen so heiß“. Wer die Konzerte des Hornfestivals kennt, weiß, welches Stück am Ende nicht fehlen darf: „Der Mond ist aufgegangen“. 200 singende Konzertbesucher wurden sanft von den Hornspielern begleitet – ein Gänsehautmoment.

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Sängerin Alexandra Steiner: Opernsängerin Alexandra Steiner: „Konzert in Friedberg ist ein Experiment“

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