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Auslandsaufenthalt

05.08.2019

Abiturientin aus Ried hilft ein Jahr lang Kindern in Peru

Vanessa Völk liebt das Reisen: Auf dem Foto ist sie am Berg Mont Royal zu sehen, hinter ihr befindet sich die Stadt Montreal. Für ihren Weltfreiwilligendienst zieht es die 19-Jährige aus Ried aber nicht in den Norden Amerikas, sondern eine fast 7000 Kilometer südlich gelegene Stadt in Peru.
Bild: Vanessa Völk

Vanessa Völk aus Ried geht nach dem Abitur in Augsburg nach Südamerika und arbeitet dort als Freiwillige. Sie weiß schon, was sie danach machen möchte.

Die 19-jährige Vanessa Völk aus Ried geht nach ihrem Schulabschluss für zwölf Monate nach Peru, genauer gesagt in die Stadt Arequipa im Süden des Landes. Dort leistet sie einen Weltfreiwilligendienst und unterstützt ein Projekt der Organisation Via e. V. – den Verein für internationalen und interkulturellen Austausch.

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Vanessa Völk aus Ried: Erst Abitur in Augsburg, dann nach Peru

Vanessa hat gerade ihr Abitur am Maria-Ward-Gymnasium in Augsburg geschafft. Reisen ist ihre Leidenschaft und es war immer ihr Traum, für längere Zeit ins Ausland zu gehen. „Mit 14 Jahren wollte ich ein Jahr nach Amerika. Leider hat das nicht geklappt. Vor einem Jahr habe ich mich dann für einen Weltfreiwilligendienst beworben“, erzählt sie. Im Volksmund ist der Weltfreiwilligendienst eher unter dem Namen Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bekannt. Einen großen Unterschied gebe es jedoch, erklärt Vanessa: Sie bekommt anders als bei einem FSJ kein Geld.

Die Organisation Via bietet Langzeitaufenthalte auf fast allen Kontinenten an. Vanessa hat sich für Südamerika entschieden. „Dazu habe ich den besten Draht und das meiste Interesse. Als nächstes konnte ich mein Wunschland angeben. Für mich kamen Costa Rica, Peru und Kolumbien in Frage“, sagt sie. Letzten Endes ist es Peru geworden.

Abiturientin aus Ried hilft ein Jahr lang Kindern in Peru

Abiturientin aus Ried arbeitet in Peru im Kinderheim

Vor Ort arbeitet Vanessa in einem Kinderheim und wohnt mit fünf anderen Freiwilligen in einer WG. „Alle sind in Zweier-Teams eingeteilt. Mein Partner heißt Tobi“, erzählt Vanessa. Zusammen holen sie die Kinder von der Schule ab und bringen sie ins Kinderheim. Dort bleiben Vanessa und Tobi den ganzen Nachmittag, spielen mit den Kindern und helfen bei den Hausaufgaben.

Die 19-Jährige hat schon viele Erfahrungen mit Kindern gemacht und ist deshalb besonders froh über ihre Aufgabe. „Ich arbeite zurzeit in der Ferienbetreuung einer Grundschule. Oft habe ich schon bei den Sternsingern ausgeholfen und Volleyballtraining für die Kleineren gegeben“, verrät sie. Neben ihrer Arbeit im Kinderheim wird Vanessa in einem Frauenhaus Englischkurse geben. Falls es Probleme gibt, hat Vanessa in Peru einen Mentor, der von der Organisation gestellt wird.

Weltfreiwilligendienst in Peru kostet Abiturientin Völk 12.000 Euro

Der einjährige Auslandsaufenthalt kostet 12.000 Euro. 75 Prozent steuert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei. Den Rest, also 3000 Euro, muss Vanessa selber zahlen. „Ich habe Flyer gemacht und diese überall verteilt. Bei der Kirche, in Vereinen, bei ehemaligen Praktikumsstellen, beim Rotary Club und noch vielen mehr“, erklärt Vanessa. Mittlerweile hat sie schon 1700 Euro beisammen. Jedoch fehlt ihr immer noch Geld. Den Flug, die Unterkunft und die Verpflegung in Peru zahlt Via. Monatlich erhält Vanessa 100 Euro Taschengeld.

Auf einem zwölftägigen Vorbereitungsseminar in Göttingen lernte die 19-jährige schon andere Freiwillige kennen. „Ich habe in kurzer Zeit mit vielen Freundschaft geschlossen. Das kann man sich gar nicht vorstellen“, so Vanessa. Ihre neuen Freunde gehen in andere Länder wie Chile und Kolumbien. Vanessa sagt: „Es ist echt cool, dort Leute zu kennen. Ich werde sie auf jeden Fall besuchen, wenn ich Zeit zum Reisen habe.“ Insgesamt hat sie 24 Urlaubstage, an denen sie die Länder erkunden möchte.

Jahr in Peru: Völk aus Ried hat Angst vor Heimweh

Die Sprache ist für Vanessa in Peru kein Problem, da sie Spanisch in der Schule gelernt hat. Die größte Angst hat sie vor Heimweh. „Ich war auf einem Austausch in Kanada für drei bis vier Wochen und habe die Heimat doch sehr vermisst“, so Vanessa. Das Thema wurde auch bei dem Vorbereitungsseminar angesprochen. Vanessa erklärt: „Am Anfang hat man kein Heimweh, da alles neu und toll ist. Nach drei bis vier Monaten ist es am schlimmsten, denn einem wird zunächst nur wenig Verantwortung übertragen und man ist nicht so eingespannt. Wenn man diese Phase überwunden hat, kann man den Aufenthalt in vollen Zügen genießen.“ Vor der Zeit um Weihnachten hat sie am meisten Angst, da sie dann Geburtstag hat. Ob und wann ihre Eltern zu Besuch kommen, steht noch nicht fest.

Wie es für sie nach dem Auslandsjahr weitergeht, weiß Vanessa genau: „Ich möchte Zahnmedizin studieren.“. Dafür habe sie zahlreiche Praktika bei Zahnärzten und Kieferchirurgen gemacht."Lies mich!

  • Wer Vanessa unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an sie wenden: vanessa.voelk@web.de.
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