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Beerdigung

27.02.2011

Adelzhausen trauert um gefallenen Soldaten

Die Deutschlandfahne und ein Helm lagen auf dem Sarg des Gefallenen.
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Die Deutschlandfahne und ein Helm lagen auf dem Sarg des Gefallenen.

Am Samstag wurde der 21-jährige Georg Kurat in seiner Heimatgemeinde im Beisein seiner Kameraden aus Regen beerdigt

Adelzhausen Mit allen Ehren wurde am Samstag auf dem Friedhof in Adelzhausen der in Afghanistan gefallene Soldat Georg Kurat von Kameraden des Panzergrenadierbataillons 112 zu Grabe getragen. Die Pfarrkirche St. Elisabeth konnte all die Trauergäste nicht fassen. Über Außenlautsprecher wurde der Gottesdienst nach draußen übertragen. Nicht nur die Adelzhausener waren gekommen und tief betroffen, dass 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ein Gefallener zu beklagen ist, sondern auch die in Regen stationierten Kameraden.

Die Stimmung war gedrückt und es wurde viel geweint. Vor allem bei vielen älteren Gottesdienstbesuchern wurden Erinnerungen wach an Väter, Brüder und weitere Familienmitglieder, die aus dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr heimkamen.

Pfarrer Eberhard Weigel, der zusammen mit Dekan Alfons Hutter (Fürstenfeldbruck) und Pastoralreferent (Militärseelsorger) Hans Rückert den Gottesdienst zelebrierte, sagte in seiner Trauerrede: „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!“ Der Hauptgefreite Georg Kurat und die vielen anderen deutschen Kameraden seiner Einheit seien ganz in diesem Sinne mit einem gesunden Respekt vor der zu erwartenden Gewalt nicht mit feindlicher Absicht nach Afghanistan geflogen, sondern mit dem ehrlichen Wunsch, den Menschen dort zu helfen.

Adelzhausen trauert um gefallenen Soldaten

Die Frage, was deutsche Soldaten in dem fernen Land zu suchen hätten, beantwortete Weigel so: „Vor Gott gibt es keine Aufteilung der Welt in Deutschland, England, Frankreich, Amerika oder Afghanistan. Er hat nur diese eine Welt erschaffen und den Menschen die Sorge füreinander aufgetragen“.

Der heimtückische Mord an Georg Kurat und seinen zwei Kameraden sei bestialisch, hinterhältig, feige und unmenschlich. Der Hauptgefreite Georg Kurat und seine Kameraden, Stabsgefreiter Konstantin Alexander Menz und Hauptfeldwebel Georg Missulia, seien Opfer unmenschlicher Gewalt in ihrem Dienst gegen das Böse geworden, so Weigel.

Die Familie Kurat hat auf dem Sterbebild eine Friedenstaube abgedruckt. Zu Recht, wie Pfarrer Eberhard Weigel meinte. Denn für den Frieden und im Namen der Menschlichkeit sei Georg Kurat im Dienst für die Bundesrepublik Deutschland getreu seinem Gelübde in den Einsatz nach Afghanistan geflogen und habe dafür sein Leben lassen müssen. Pfarrer Eberhard Weigel schloss seine Ansprache mit dem Gebet der Vereinten Nationen. Zuvor hatte er den Dank der Familie für die Unterstützung der Bundeswehr ausgerichtet.

Den Trauergottesdienst umrahmte eindrucksvoll der Kirchenchor unter der Leitung von Helga Mayr, im Presbyterium stand die Fahnenabordnung des Soldaten- und Kameradenvereins Adelzhausen. Unter den Trauergästen waren auch Adelzhausens Bürgermeister Lorenz Braun, CSU-Bundestagsabgeordneter Eduard Oswald und CSU-Landtagsabgeordneter Reinhard Pachner.

Georg Kurat wurde am 5. März 1989 in München geboren und starb am 18. Februar 2011 bei Mazar-i-Sharif in Afghanistan. Bei seinem Tod stand er kurz vor seiner Entlassung. Er sei gern Soldat gewesen, sagte ein Kamerad bei der Gedenkrede. Er nannte den Gefallenen sportlich und bescheiden. Die Soldaten verneigten sich vor der Familie ihres Kameraden. Als letzter Gruß hallten beim „Ich hatt’ einen Kameraden...“ drei Böllerschüsse über das Tal. "Aufgefallen Seite 1

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