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Aichach-Friedberg
07.10.2021

Der Landkreis will Senioren und ihre Angehörigen besser beraten

Der Landkreis Aichach-Friedberg will die Beratung für Senioren und pflegende Angehörige ausbauen. Dafür wird ein Pflegestützpunkt eingerichtet.
Foto: Siegfried Rebhan (Symbolbild)

Aichach-Friedberg richtet einen Pflegestützpunkt ein und weitet seine Hilfsangebote aus. Obwohl das mehr Personal kostet, spart der Landkreis sogar Geld.

Wenn jemand pflegebedürftig wird, tut fachkundige Hilfe Not, um sich im Dschungel der Vorschriften und Hilfsangebote zurecht zu finden. Deswegen wird deutschlandweit ein Netz sogenannter Pflegestützpunkte aufgebaut. Auch der Landkreis Aichach-Friedberg bekommt einen solchen Stützpunkt, zusätzlich zur bestehenden Fachberatungsstelle des Landratsamtes. Im Kreisentwicklungsausschuss ging es darum, was sich dadurch für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen verbessert.

So hilft der Pflegestützpunkt Senioren in Aichach-Friedberg

Wenn Hilfesuchende pflegebedürftig sind oder pflegebedürftige Angehörige haben, erhalten sie laut Bundesgesundheitsministerium im Pflegestützpunkt Informationen, Antragsformulare und konkrete Hilfestellungen. Unterstützung gibt es zum Beispiel auch beim altengerecht Umbau einer Wohnung, der Suche nach einem passenden Pflegeheim oder ehrenamtlichen Hilfsangeboten. Auf Wunsch kann sogar das gesamte Leistungsspektrum für Pflegebedürftige koordiniert werden, pflegenden Angehörigen wird bei der Organisation rund um die Pflege Unterstützung geboten.

Diese Leistungen wurden im Landkreis Aichach-Friedberg schon bisher im Wesentlichen von der Fachstelle am Landratsamt erbracht, informierte Sachgebietsleiterin Ingrid Hafner-Eichner in der Sitzung. Kommt nun der Pflegstützpunkt hinzu, könne das Angebot ausgeweitet werden, wie es bereits im seniorenpolitischen Konzept des Landkreises aus dem Jahr 2020 verankert ist. So könnten Angehörigengruppen und Formen der Beratung und Begleitung speziell von Menschen mit Demenz aufgebaut werden, auch eine längere psychosoziale Begleitung pflegender Angehöriger wäre denkbar.

So spart der Landkreis Aichach-Friedberg Geld

Möglich ist das, weil der Landkreis den Pflegestützpunkt im sogenannten Angestelltenmodell einrichten wird. Er wird räumlich und inhaltlich mit der Fachstelle verknüpft, daher absolviert eine Mitarbeiterin gerade die aufwendige Zusatzqualifikation. Momentan hat die Seniorenberatung 1,5 Stellen, für den Pflegestützpunkt stehen dem Landkreis, basierend auf seiner Einwohnerzahl, 2,25 Stellen zu. Die jetzigen erfahrenen Mitarbeiterinnen der Fachberatung werden in den Pflegestützpunkt "überführt". Damit ist eine hochwertige und von Trägern oder Kassen unabhängige Beratung gewährleistet.

Die Fachberatung wird dann mit einer Vollzeitstelle neu besetzt. Insgesamt gibt es also mehr Personal. Durch die Zahlungen der Pflegekassen und die staatliche Förderung reduziert sich trotzdem der Finanzierungsanteil des Landkreises. Statt wie im Jahr 2020 112.000 Euro zahlt er nur noch 76.000 Euro, also 36.000 Euro weniger.

Dem stimmten alle Mitglieder des Kreisentwicklungsausschusses erfreut zu. Einzig von Franz Schindele aus Pöttmes gab es eine Bitte. Der Pflegestützpunkt soll nämlich in Aichach angesiedelt sein, mit Außenstellen in Friedberg und Mering. Schindele würde sich außerdem eine "Filiale" in Pöttmes wünschen - analog zu den Familienstützpunkten. Hafner-Eichner versicherte allerdings, dass der Landkreis-Norden gut abgedeckt sei, da die Mitarbeiterinnen auch Hausbesuche machen.

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