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Aichach-Friedberg
16.07.2021

Gegner der Osttangente zweifeln an den Vorteilen des Projekts

Auch am geänderten Konzept der Osttangente gibt es Kritik.
Foto: Kleist (Archivbild)

Initiativen sehen trotz geänderter Planung der Osttangente keine Entlastung der Anwohner und der B17 sowie eine Gefährdung der Naherholungs- und Wasserschutzgebiete.

Die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Lechleite/Lebenswertes Lechtal ist gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Keine Osttangente (A-KO) gegen den Aus- und Neubau einer autobahnähnlichen Osttangente von Derching über Friedberg, Kissing, Mering bis nach Königsbrun. Statt neuer Straßen möchten die Aktionspartner andere Verkehrskonzepte zur Umsetzung bringen. Der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft, Josef Metzger, und die Bündnissprecherin, Gudrun Richter, berichteten nun bei einer Informationsveranstaltung zum Thema „Abgespeckte Osttangente-Wahlkampfschlager oder Mogelpackung?“ in Derching über mögliche Folgen der geplanten Baumaßnahmen für Anwohner und Natur sowie von einem Gesprächstermin beim Staatlichen Bauamt Augsburg.

In seinem Vortrag schilderte Metzger die ursprüngliche Ausgangslage, nämlich einen Neubau der Bundesstraße 2 und Kreisstraße AIC 25 von Derching, nach Königsbrunn zur vierspurigen Osttangente Augsburg. Sie habe nach dem Bundesverkehrswegeplan das Hauptziel, die Bundesstraße 17 mit täglich bis zu 70.000 Fahrzeugen und die Anwohner der Bundesstraße 300 und der B 2 in Kissing zu entlasten. Dieses mit Ausgaben um die 240 Millionen Euro angesetzte Projekt werde, so der Vorsitzende, „mehr überregionalen Verkehr anziehen, die B 300-Anwohner und die Anwohner an der B 2 in Kissing nicht entlasten“. Auch die negativen Folgen für die Umwelt seien immens.

Weitere Kritik an der geplanten Osttangente in Aichach-Friedberg

Die Abgeordneten Hansjörg Durz und Peter Tomaschko sowie Landrat Klaus Metzger hatten kürzlich zusammen mit der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (alle CSU) beim Staatlichen Bauamt eine, laut dem Aktionsbündnis, „abgespeckte Version“ des Bauplans eingebracht. Dies schreiben die lokalen Bürgerinitiativen auch teilweise dem von ihnen ausgeübten Druck zu, Die neue Variante sieht den Straßenverlauf von Derching nach Friedberg unverändert kreuzungsfrei und vierspurig, ab Kissing eine zweispurige Umgehung westlich der Bahntrasse und in Friedberg einen Verzicht der B 300-Rückstufung sowie insgesamt einen möglichst kreuzungs- und ampelfreien Ausbau der Verkehrsknotenpunkte auf der Trasse vor. Das Staatliche Bauamt hat laut dem A-KO nun eine Anpassung der geplanten Baumaßnahme entlang dieser Version in Aussicht gestellt.

 

Dennoch werde es zu keiner Entlastung der Anwohner in Kissing und an der B 300 kommen, erklärte Richter den Gästen der Veranstaltung. „Und die Osttangente entlastet laut Verkehrsprognosen vor allem die B 17 nicht“, so die Bündnissprecherin weiter. „Der vierspurige Ausbau der AIC 25 und die Ertüchtigung der Verkehrsknotenpunkte mit Brückenbauwerken ist die Vorarbeit für den kompletten Ausbau bis zur eigentlichen Osttangente. Nach kürzester Zeit wird der Rückstau an den Verengungsstellen auf zwei Spuren solche Probleme bereiten, dass ein weiterer vierspuriger Ausbau des Chippenham-Rings bis nach Mering vorgenommen werden wird. Letztendlich wird es dann doch eine Osttangente geben, nur eben auf mehreren Etappen verteilt“, gibt Richter den Zuhörenden in Derching zu bedenken.

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Die Aktionspartner befürchten also, das neue Konzept bringe für die Derchinger und Stätzlinger Bürger keinen Vorteil. Bereits die starke Lärm- und Abgasbelästigung der Autobahn A 8 sei für diese Bürger schwer zu verkraften. Eine vierspurige AIC 25 mit prognostizierten 40.000 Lastkraftwagen und Autos pro Tag wäre dann eindeutig zu viel, ist die Meinung der Anwesenden auf der Veranstaltung.

In zahlreichen Wortmeldungen äußerten die Gäste zudem die Befürchtung, dass die Osttangente eine Weiterführung durch Derching bringen werde, da die Überquerung und Anbindung an die A 8 ungeklärt bleibe. Außerdem verwiesen sie auf eine schlechte Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr und fehlende Maßnahmen bezüglich einer umweltverträglichen Verkehrswende.

Die Aktionsgemeinschaft plant zusammen mit der A-KO weiterhin die Planungen des Bauamtes zu verfolgen, die Mitglieder zu informieren und Aktionen zu starten. (AZ)

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