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Aichach-Friedberg
05.11.2020

Prozess: Junger Mann droht auf Hausparty mit Messer

Ein 18-Jähriger aus dem südlichen Landkreis Aichach-Friedberg musste sich wegen des Verdachts auf versuchte gefährliche Körperverletzung verantworten.
Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

Wenn ein Streit bei einer Party plötzlich eskaliert: Ein damals 18-Jähriger aus dem Landkreis Aichach-Friedberg bedroht einen 16-Jährigen mit einem Messer. Was ihn erwartet.

Weil er mit einem Messer auf einen Jugendlichen losgegangen war, musste sich ein 19-Jähriger aus dem südlichen Landkreis Aichach-Friedberg vor dem Aichacher Jugendgericht verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: versuchte gefährliche Körperverletzung. Etwas Wasser auf dem Schuh eines jungen Mannes war es gewesen, was vor einem Jahr das Fass zum Überlaufen brachte.

Es ist die Nacht von Halloween, also der 31. Oktober, als im südlichen Landkreis eine Party stattfindet. Ein 16-Jähriger, ebenfalls aus dem südlichen Landkreis, stößt dazu, einige seiner Freunde sind bereits da. Irgendwann kommt es vor dem Haus, in dem die Party stattfindet, zum Streit.

Worum es dabei ging, weiß heute keiner der Beteiligten mehr so genau. Klar ist nur: Es floss viel Alkohol. Deshalb sei er auch ins Haus gegangen und habe sich ein Glas Wasser eingeschenkt, erzählt der 19-jährige Beschuldigte. Damals, mit 18, habe er es nicht zu sehr übertreiben wollen, sei jedoch bereits "gut betrunken" gewesen.

Als er mit dem vollen Glas wieder aus dem Haus kam, habe er es aus Versehen über die Schuhe eines am Streit Beteiligten gekippt. Es kam wieder zum Streit, die Situation drohte zu eskalieren. Beleidigungen, Drohungen, von beiden Seiten seien verbale Attacken hin und her gegangen.

Jugendgericht Aichach: 18-Jähriger fuchtelt mit Messer herum

Dann ging der Beschuldigte ins Haus und kam mit einem Messer zurück. Damit habe er herumgefuchtelt, einmal auch in Richtung des 16-Jährigen. "Wo sind die, die mich schlagen wollten", habe er geschrien. Daraufhin eskalierte die Situation, der junge Mann mit dem Wasser auf den Schuhen ging von hinten auf den Messerschwinger zu und hielt seine Arme fest.

Der 16-jährige Bedrohte schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Eine blutige Wunde hat der Angeklagte davongetragen, mehr Schaden wurde nicht angerichtet. Irgendwann kam die Polizei dazu, der Streit war zu Ende. Nun sitzen die beiden Beteiligten am Aichacher Jugendgericht, beide bewerten die Situation entspannt.

Der 19-Jährige aus dem südlichen Landkreis Aichach-Friedberg ist sich seines Fehlers bewusst, hat auch versucht, sich bei dem Geschädigten zu entschuldigen. Aufgrund der Tatsache, dass der 19-Jährige mit dem Messer "nur" herumfuchtelte und keine "gezielte Stichbewegung" ausführte, stellte Jugendrichterin Eva-Maria Grosse das Verfahren unter Auflagen ein.

Jugendgericht Aichach: 19-Jähriger kommt unter Auflagen davon

Mit einem Augenzwinkern bemerkte sie, dass der Angeklagte einen Teil seiner Strafe ja bereits durch den Faustschlag bekommen habe. Drei Stunden müsse er dennoch beim Sozialdienst Brücke absolvieren, sei es doch eine Hürde, überhaupt ein Messer zu holen, auch wenn damit niemand verletzt wurde.

Dennoch wertete Grosse es zugunsten des Angeklagten, dass er nicht vorbestraft sei, seine Tat bereute und er aus stabilen Verhältnissen stamme. Wie Jugendgerichtshelferin Cornelia Metz über das Zusammenleben des 19-jährigen Angeklagten mit seinen Eltern referierte, fällt dieser zu Hause nicht durch Aggressionen auf. Es gebe höchstens einmal die normalen familiären Konflikte um Themen wie das Aufräumen. Schlimmere Streitereien habe es nie gegeben, das Verhältnis zu den Eltern sei ohnehin sehr gut. Eine Warnung sprach Grosse zum Schluss dennoch aus: "Passen Sie auf mit dem Alkohol!".

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