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Mering

24.07.2017

Angst vor weniger Zügen und steigender Miete in Mering

Viele Meringer fahren mit dem Zug zur Arbeit nach München. Nun soll die Gemeinde an das Münchner S-Bahn-Netz angeschlossen werden.
Bild: Julia Dusold

 Der Münchner Verkehrsverbund plant eine Regional-S-Bahn nach Mering. Was die Pendler dazu sagen.

Sieben Uhr am Morgen. Mit Kaffee in der Hand, Kopfhörern auf den Ohren oder etwas zum Lesen stehen viele Menschen auf Gleis 4. Als der Regionalexpress nach München eintrifft, hasten noch einige weitere die Treppen hinauf, während die anderen sich schon in den vollen Zug drängen - ein ganz normaler Morgen am Meringer Bahnhof, denn viele pendeln täglich zu ihrer Arbeitsstelle in München.

Bis 2026 soll nun auch die Münchner S-Bahn bis nach Mering fahren, und zwar im Halbstunden- oder Stundentakt über die Münchner Innenstadt an den Flughafen. Genaueres ist bisher nicht bekannt. Was aber im Raum steht ist die Frage, ob so ein S-Bahn Anschluss für Mering überhaupt sinnvoll ist.

Die Meringer Pendler sehen die Pläne eher kritisch. „Ich halte nichts von einem S-Bahn-Anschluss“, sagt Isabell Grubert aus Mering. „Die Anbindung nach München mit dem Regionalzug reicht eigentlich aus.“ Momentan fahren in den Stoßzeiten am Morgen und am Abend mindestens vier Züge innerhalb einer Stunde. Die Fahrtzeit zum Hauptbahnhof in München beträgt zwischen 25 und 35 Minuten.

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S-Bahn für Mering unnütz

Dieser Takt ist für die Pendler ausreichend, wie Ronny Knobloch aus Kissing bestätigt. „Die Züge fahren oft genug, eine S-Bahn empfinde ich als unnütz“, erläutert er. „Sinnvoller wäre es, größere Züge einzusetzen, da gerade der Fuggerexpress meist überfüllt ist.“ Da würde auch eine S-Bahn nicht helfen, da diese vermutlich länger brauchen werde und die meisten Leute weiterhin die Regionalbahn nutzen würden.

Die voraussichtlich längeren Fahrtzeiten empfindet auch Alexander Mayer aus Merching als problematisch: „Für mich wäre die S-Bahn irrelevant, da sie aufgrund der höheren Zahl an Haltestellen länger brauchen wird als der Zug.“ Die zusätzlichen Haltestellen sieht die Meringerin Silke Pauler allerdings positiv. „Sollte die S-Bahn auf dem Weg nach München mehr Haltestellen haben als der Zug, dann könnte das für den lokalen Nahverkehr vorteilhaft sein.“ So könnte es dann einfacher werden in die benachbarten Gemeinden zu kommen.

München-Pendler haben davon nichts

„Das hilft aber den München-Pendlern nichts“, fügt sie hinzu. Denn bei denen wirft die S-Bahn eher eine andere Frage auf, nämlich ob sich dann am bisherigen Zugverkehr etwas ändern wird. „Falls aufgrund der S-Bahn Regionalzüge wegfallen sollten, dann wird die Situation schlechter anstatt besser“, sagt Susann Huber. Auch Martin Herzog schließt sich der eher kritischen Sicht der anderen Pendler an, findet aber nach kurzem Überlegen doch noch einen Vorteil: „Pendler, deren Arbeitsplatz in der Nähe der Stammstrecke liegt können dann, gegebenenfalls ohne umsteigen zu müssen zur Arbeit kommen - das ist sicher angenehm.“

Und in einem Punkt sind sich alle der Befragten einig: Die Miet- und Grundstückspreise werden mit einem Anschluss an den Münchner Verkehrsverbund weiter ansteigen. „Das ist für die einen positiv und für die anderen negativ“, sagt Martin Herzog und schmunzelt.

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