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Asyl im Wittelsbacher Land

21.11.2017

Ausgaben für Asylbewerber im Kreis Aichach-Friedberg sinken deutlich

Umzüge sind selten: Viele Asylbewerber im Landkreis Aichach-Friedberg finden keine eigene Wohnung.
Bild: Julian Leitenstorfer/Symbolfoto

Der Sozialhaushalt im Landkreis Aichach-Friedberg entspannt sich 2018. Das hat mehrere Gründe.

 Der Kreis rechnet damit, dass er 2018 rund 5,9 Millionen Euro für die im Wittelsbacher Land lebenden Asylbewerber ausgeben muss. Das ist in etwa die Hälfte des Ansatzes für das laufende Jahr (11,9 Millionen Euro). Dabei geht es um die Kosten für die Unterbringung in den dezentralen (also vor allem den kleineren) Unterkünften und die Auszahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Der Kreis bekommt diese Ausgaben aber komplett vom Bund erstattet.

Simone Losinger, Leiterin des Ausländeramtes, stellte die aktuellen Zahlen in einer Haushaltssitzung von Kreis- und Sozialausschuss des Kreistags vor. Der Rückgang hat zwei Gründe: Zu einen ist die Zahl der neu ankommenden Asylbewerber deutlich gesunken, zum anderen fallen anerkannte Flüchtlinge nicht mehr unter dieses Leistungsgesetz.

794 Menschen leben in Unterkünften

 Aktuell leben in den 65 dezentralen Unterkünften des Landkreises 794 Personen. 303 davon sind sogenannte Fehlbeleger, also bereits anerkannte Asylbewerber, die noch keine Wohnung gefunden haben. In den vier vom Bezirk Schwaben betriebenen Sammelunterkünften im Kreis sind 188 Menschen, darunter 86 Fehlbeleger. Insgesamt sind es also rund 600 Flüchtlinge, die unter das Asylbewerber-Leistungsgesetz fallen.

Bestehende Mietverträge für Unterkünfte werden vom Kreis nicht mehr verlängert und wenn möglich werden sie aufgelöst. Zum Vergleich: Im November 2013 lebten 220 Asylbewerber im Kreis, ein Jahr später waren es 485, im Oktober 2015 dann rund 1300. Höchststand war im Frühjahr 2016 mit rund 1650 Menschen.

Steigerung bei Hartz IV erwartet

Bei den Sozialhilfeausgaben und den Leistungen nach Hartz IV (früher Arbeitslosenhilfe) geht der Landkreis dagegen von einer Steigerung der Ausgaben aus. Auch das hängt mit der Entwicklung der Flüchtlingsfrage zusammen. In der Rechnung stecken mehrere Unbekannte: Anerkannte Asylbewerber, die keine Arbeit finden, könnten im nächsten Jahr solche Leistungen beziehen.

Der Familiennachzug ist unklar. Dass die Nettoausgaben des Kreises bei Hartz IV mit rund vier Millionen im Vergleich zu 2017 um fast eine halbe Million Euro niedriger geschätzt werden (2017: Steigerung um 860000 Euro) liegt daran, dass der Bund die Erstattung für die durch Flucht und Migration entstandenen Mehrkosten erhöht hat. Nicht zuletzt wegen dieser positiven Entwicklung spracht Landrat Klaus Metzger von einem „relativ entspannten Sozialhaushalt“.

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