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Mering

20.02.2021

Ausschuss lehnt Bauantrag für Zehnfamilienhaus in Mering ab

Die Stellplätze für das geplante Bauvorhaben des Zehnfamilienhauses (vorne links die Einfahrt zum Grundstück) sind fast auf der kompletten südlichen Grenzlänge entang der Jahnstraße in Mering vorgesehen.
Bild: Heike John

Plus Die Pläne für eine Wohnanlage in der Meringer Jahnstraße ist erst einmal abgelehnt worden. Auch Anwohner hatten im Vorfeld Bedenken geäußert.

Der geplante Neubau eines Zehnfamilien-Mietshauses mit Tiefgarage in der Jahnstraße 31 beschäftigte die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses in Mering in ihrer jüngsten Sitzung. Eigentlich gibt es seit 2014 eine abgesegnete Voranfrage. Seither sind zwei Wohnungen dazu gekommen, doch es hakt an einem ganz anderen Detail.

Hauptgrund, dass dem Bauantrag mehrheitlich nicht zugestimmt wurde, ist die vorgesehene Stellplatzanordnung, die von der Verwaltung kritisch gesehen wird. Die Bauvoranfrage für das geplante Objekt wurde bereits im Oktober 2014 gestellt und im Dezember war das gemeindliche Einvernehmen erteilt worden. Dem Bauvorhaben liegt auch ein vom Landratsamt genehmigter Antrag auf Vorbescheid vor. Damals war von einem Achtfamilienhaus die Rede und im Antrag auf Vorbescheid wurde nur der Baukörper, nicht die Stellplätze dargestellt. Diese sind generell erst im Baugenehmigungsverfahren nachzuweisen.

Im Vergleich der Daten aus dem Vorbescheid mit denen des aktuellen Bauantrags reduziert sich der Baukörper sogar und das Vorhaben füge sich trotz zwei zusätzlicher Wohnungen unproblematisch in die Umgebung ein, informierte der Leiter der Bauverwaltung Armin Neumair. Ob acht oder zehn Wohneinheiten sei für die Beurteilung des Vorhabens in diesem Fall nicht erheblich. Die Erschließung sei, wie schon 2014 erhoben, gesichert und auch der Stellplatznachweis erbracht.

Marktgemeinde Mering will nicht die ganze Straße beeinträchtigen

Nach der Stellplatzsatzung müssen, wenn Tiefgaragen errichtet werden, mindestens 25 Prozent der Anwohnerstellplätze oberirdisch angeordnet werden. Dort sind auch die entsprechenden Besucherparkplätze vorgesehen. Mit 15 Tiefgaragenstellplätzen und dem Nachweis von sechs oberirdischen Stellplätzen hat der Bauherr den Stellplatznachweis erbracht. Allerdings sieht die Verwaltung die Situierung dieser oberirdischen Stellplätze kritisch. Denn der Bauherr hat diese fast auf der kompletten südlichen Grenzlänge entlang der Jahnstraße vorgesehen. Das sind rund 29 Meter wie aus den von Sebastian Seyßler von der Bauverwaltung erstellten Unterlagen ersichtlich ist.

Seitens des Marktes Mering wurde nun angezweifelt, dass der Bauherr einen Anspruch auf Grundstückszufahrten über die ganze Länge seines Grundstücks hat. Man wolle schließlich nicht die ganze Straße damit beeinträchtigen, erklärte Bürgermeister Florian Mayer. Auf die angespannte Parkplatzsituation in der Jahnstraße südlich des Baugrundstücks wies auch ein Anwohner in einem Schreiben hin, mit dem er sich an die Bauverwaltung wandte. Bei der für den Neubau geplanten Tiefgaragenzufahrt würden mehrere gegenüberliegende Parkplätze verloren gehen. Sinnvoller sei es deshalb, die Tiefgaragenzufahrt auf der Westseite anzulegen, weil dann eine geradlinige Einfahrt möglich wäre, schlägt er in seinem Schreiben vor.

Zehnfamilienhaus: Nachbarn in der Jahnstraße haben Bedenken

Als direkter Nachbar des Grundstücks bat er darum, alle Mitglieder des Bauausschusses darüber zu informieren, dass er die Unterschrift nur unter erheblichen Vorbehalten erteilt habe. Er führte einige Beanstandungen aus und bat unter anderem um eine Neuberechnung der Abstandsflächen zu seinem Grundstück, da sie zu niedrig angesetzt seien. Durch vorgenommene Aufschüttungen, gestützt durch eine Mauer, sei das Geländeprofil verändert worden und die Basisgrundlinie müsse tiefer angesetzt werden. Laut Vorlage haben die Nachbarn Kenntnis vom Bauvorhaben genommen und zugestimmt, aber es wurden keine Unterschriften vorgelegt. Der Bauherr selbst wohnt ebenfalls in einem angrenzenden Gebäude.

Wolfgang Bachmeir (SPD, parteifrei) plädierte im Laufe der Diskussion dafür, die Abstimmung über den Antrag zu vertagen bis der Bauherr eine endgültige Planung vorgelegt habe. Letztendlich erteilte der Bauausschuss sein Einvernehmen zum Bauantrag nicht, da die Stellplätze zu einem großen Teil nicht über das eigene Grundstück erschlossen werden. Mit acht zu vier Stimmen bei einer Enthaltung durch eine Gemeinderätin, die selbst Anwohnerin ist, wurde der Bauantrag abgelehnt. Der Vorbescheid besitzt nach wie vor Rechtsverbindlichkeit, da er vom Landratsamt mit Bescheid vom Mai vergangenen Jahres bis zum Juni 2022 verlängert wurde.

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