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23.07.2010

Bewerbung von Michale wirbelt viel Staub auf

Bewerbung von Michale wirbelt viel Staub auf
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Bewerbung von Michale wirbelt viel Staub auf

Region Augsburg Die Stadt Augsburg sucht einen neuen Betriebsleiter für den Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb. Das Auswahlverfahren, das kurzfristig nachgebessert wurde, wirbelt sehr viel Staub auf. Wie es heißt, soll der neue Chef monatlich einige hundert Euro mehr verdienen als der Vorgänger. Die Stelle wird höher dotiert.

In einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, forderte der zuständige Personalrat die Stadt auf, das Ausschreibungsverfahren nochmals neu aufzurollen. Grund: Der Personalrat glaubt, dass die Stellenbesetzung auf die Person des früheren Geschäftsführers der Abfallverwertungsanlage (AVA), Dr. Walter Michale, zugeschnitten ist.

"Alles Quatsch", sagte gestern Augsburgs Umweltreferent Rainer Schaal ( CSU) gegenüber unserer Zeitung. Schaal ist Werkleiter und direkter Vorgesetzter des Betriebsleiters. Schaal hatte den Ausschreibungstext entworfen. Er Michale hat als Werkleiter bei der Kür des Bewerbers einen Besetzungsvorschlag: "Wir suchen für die Aufgabe den besten Mann oder Frau. "

Unsere Zeitung hatte am Samstag berichtet, dass Michale, der als AVA-Chef umstritten war und seinen Posten freiwillig räumte, zu den sechs Kandidaten für die Spitzenstellung bei der Stadt gehört. Vier externe Bewerber, zu denen Michale gehört, und zwei interne Kandidaten wollen Nachfolger von Rudolf Jahn werden, der zum 1. November 2010 in Altersteilzeit geht.

Bewerbung von Michale wirbelt viel Staub auf

Die Personalie Michale, der momentan beim Landratsamt Augsburg tätig ist, hat sich schnell zu einem Politikum entwickelt. Nach der Berichterstattung erhob bereits die SPD-Stadtratsfraktion den Vorwurf, dass die CSU-geführte Stadtregierung dem CSU-Politiker Michale etwas Gutes tun wolle. Michale war viele Jahre lang Fraktionschef der CSU im Augsburger Kreistag. Er wohnt in Horgau. Sein möglicher Einstieg bei der Stadt Augsburg wird kritisch beäugt. Massive Kritik am Ausschreibungsverfahren kommt von der Gewerkschaft Verdi und dem zuständigen Personalrat.

Gewerkschaftssekretär Hans Blöchl sagt: "Eine Besetzung der Stelle mit Herrn Michale würde bei den Arbeitnehmervertretern und auch bei uns erhebliche Irritationen auslösen." Blöchl erinnert daran, dass Michale in seiner Zeit als AVA-Geschäftsführer große Probleme mit dem Betriebsrat gehabt habe.

"Hat viel verbrannte Erde hinterlassen"

Diese Einschätzung teilt Claus Höcherl, Vorsitzender des städtischen Personalrats für das Umweltreferat, dem der Abfallwirtschaftsbetrieb zugeordnet ist. Höcherl meldet Bedenken an: "Aus dem bisherigen Bewerberkreis, so hat es den Anschein, käme nur Dr. Michale infrage. Der Personalrat der Dienststelle 2 hätte allerdings mit dieser Besetzung größte Bedenken, da Dr. Michale vor allem in der Öffentlichkeit nicht unumstritten ist und in seiner vorherigen Dienststelle viel verbrannte Erde hinterlassen hat." Höcherl wundert sich, dass "eine solch wichtige Stelle" nicht in Tageszeitungen und diversen Fachzeitschriften bundesweit publiziert wurde. Sechs Bewerber seien vergleichsweise wenig, daher fordert der Personalrat eine erneute Ausschreibung, "um aus einer Vielzahl von Bewerbern den Geeigneten zu bestimmen".

Der Druck von Teilen der Politik und der Arbeitnehmervertreter hat schnell Wirkung gezeigt. Schaal bestätigte, dass es doch noch zu einer Ausschreibung in einer Fachpublikation kommen werde. Die Zahl der sechs eingegangenen Bewerbungen bezeichnete er als nicht so glücklich, "wobei dies nichts über die Qualität der Bewerber aussagt".

Referent Schaal: "Da wird nichts gemauschelt"

Dass Michale zum Bewerberkreis gehört, findet Schaal absolut in Ordnung: "Ich bin sehr froh über diese Bewerbung." Dies bedeute aber keineswegs, dass Michale das Rennen macht. Es gebe ein objektives Verfahren: "Da wird nichts gemauschelt."

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