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Friedberg

10.07.2020

Blitzeinschlag: Aus der Linde bei Friedberg wird eine Skulptur

Nach dem zwischen Friedberg und Wulfertshausen der Blitz in einen Baum eingeschlug, möchte nun Hobbyschnitzer Stefan Bauer eine Skulptur aus dem Baum schnitzen. Auf der einen Seite entsteht ein Adler, auf der anderen ein Baum in dem eine Eule sitzt.
Bild: Lucas Schmidt

Plus Eine Linde zwischen Friedberg und Wulfertshausen fiel dem Blitz zum Opfer. Der Hobbyschnitzer Stefan Bauer haucht dem Baum neues Leben ein.

Vereinzelt ist der Blitzeinschlag noch zu erkennen. Risse im Stamm lassen erahnen, was für eine Naturgewalt auf die Linde eingewirkt hat, die zwischen Friedberg und Wulfertshausen steht.

Der Hobbyschnitzer Stefan Bauer hat den Blitzeinschlag in den Baumbis nach Stätzling gehört: „Es hat sich angehört, als wäre direkt neben meinem Haus der Blitz eingeschlagen.“ Als er später den zerschmetterten Baum sah, kam ihm sofort die Idee, ihn in eine Skulptur zu verwandeln.

Währenddessen waren Bauhof und Feuerwehr schon am Einschlagsort und beseitigten die Baumkrone sowie das restliche Holz. Bauer kontaktierte Bürgermeister Roland Eichmann, der sofort seine Einwilligung für das Projekt gab. In Zusammenarbeit mit dem Bauhof richtete Bauer den Baumstumpf her, um mit seinem Kunstwerk starten zu können.

Die Linde zwischen Friedberg und Wulfertshausen als Herzensangelegenheit

Stefan Bauer ist eigentlich Ausbilder für Maschinenbautechnik bei der Industrie- und Handelskammer. Dort unterrichtet er Auszubildende in der Metallverarbeitung.

Seine Leidenschaft für Holz entstand vor fünf Jahren, als er zum ersten Mal schnitzte. Sechs Monate später begann er, an Wettbewerben teilzunehmen. Seither ist er aktiv als Hobbyschnitzer unterwegs, gibt Kurse für Anfänger und nimmt regelmäßig an Turnieren teil.

Die Feuerwehr war im Einsatz, nachdem die Linde vom Blitz getroffen worden war.
Bild: Lucas Schmidt

Der Linde, die viele Menschen vom Vorbeifahren kennen, ein neues Leben zu geben, ist für ihn eine Herzensangelegenheit – und gute Werbung, wie er augenzwinkernd einräumt. das stößt auf viel Beachtung: Das Projekt, mit dem er diese Woche begonnen hat, lockt viele Besucher an.

„Die Kindergärten aus Wulfertshausen und Friedberg waren schon zum Bestaunen da“, lässt Stefan Bauer wissen. Außerdem seien sehr viele Spaziergänger und Radfahrer stehen geblieben, um sich den Baum und seine Arbeit anzusehen. manche kommen extra deswegen.

Am Ende soll auf der einen Seite des Stammes ein großer Adler, auf der anderen ein Baum, in dem eine Eule sitzt, zu sehen sein. Der Adler soll dabei dem Motto der Landesausstellung und der Stadt Friedberg folgen: „Stadt befreit und Stadt beflügelt, dargestellt durch die großen Flügel des Adlers, finde ich sehr passend“, sagt Bauer über sein Kunstwerk.

Zwischen Friedberg und Wulfertshausen entsteht eine "neue" Linde

Auch die andere Seite sei nicht aus der Luft gegriffen. Der hineingeschnitzte Baum soll das zweite Leben der Linde symbolisieren, in dem wieder Leben in Form einer Eule einen Platz findet. „Holz ist Leben“, fügt er an.

Begonnen zu schnitzen hat er am Mittwochvormittag, voraussichtlich wird er bis Samstag beschäftigt sein. „Ich hatte zufällig ohnehin Urlaub genommen, dadurch hatte ich überhaupt die Zeit, das Projekt in Angriff zu nehmen“, sagt der Stätzlinger. Sobald die Skulptur fertig ist, soll sie eingelassen werden, um witterungsbeständiger zu sein. Denn leider ist das Holz der Linden nicht optimal für Projekte im Freien. Zum Schnitzen eigne es sich dagegen hervorragend, da es ziemlich weich ist.

Bauer hat allerdings Sorge, dass Leute sein Werk beschädigen könnten. Er versuche es zwar so stabil wie möglich zu konstruieren, doch könne es roher Gewalt nicht trotzen. Seine Hoffnung wäre, dass es ein par Jahre den Weg von Friedberg nach Wulfertshausen verschönert.

Die Linde sei, so schätzt Bauer, ursprünglich ein Teil eines Ensembles gewesen: Noch heute steht ein Bildstock etwa 30 Meter entfernt, von einer weiteren Linde und einer Eiche umrahmt. Der Bildstock zeigt drei Gemälde von Personen der Geschichte. Auf einem ist Sankt Radegundis zu sehen, die in Wolfratshausen aufwuchs und auf ihrem Heimweg von der Arbeit hungrigen Wölfen zum Opfer fiel.

Bauer schätzt die Linden auf etwa 120 Jahre und die Eiche sogar auf doppelt so alt. Umso mehr freut er sich, dass sein Projekt dem alten Baum eine zweite Chance gibt.

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