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Mering

11.03.2019

Bürgerinitiative gegen Ankerzentrum gegründet

Eine Außenstelle des Ankerzentrums Donauwörth soll die Flüchtlingseinrichtung an der Hörmannsberger Straße in Mering werden.
Bild: Manuel Wenzel

Gegen das Ankerzentrum für Asylbewerber in Mering formiert sich in der Bevölkerung Widerstand. Gilbert Kiser hat eine Bürgerinitiative gegründet.

Bis zu 176 Asylbewerber sollen in einer Außenstelle des Donauwörther Ankerzentrums in Mering untergebracht werden. Diese Nachricht rief bei allen örtlichen Mandatsträgern vom Bürgermeister bis zum Landrat Sorge und Unmut hervor (wir berichteten). Nun formiert sich auch unter den Bürgern der Widerstand.

Überwiegend kritische Äußerungen waren von den vielen Menschen zu hören, die am Donnerstagabend gekommen waren, um die Gemeinderatssitzung zu dem geplanten Vorhaben der Regierung von Schwaben zu verfolgen. Zu ihnen gehörten auch der Meringer Gilbert Kiser und seine Mitstreiter. Sie verteilten vor dem Sitzungssaal Flugblätter, die für die Gründung einer Bürgerinitiative warben. „Der Zuspruch war sehr positiv“, sagt Kiser.

Die Bürgerinitiative in Mering steht noch am Anfang

Die Aktion stehe jedoch noch ganz am Anfang, denn das Vorhaben sei ja erst vor kurzem bekannt geworden. „Alle Menschen, mit denen ich dazu in Kontakt war, sind einer Meinung.“ Deshalb hat er sich entschlossen, die Bürgerinitiative anzustoßen und sich namentlich dahinter zu stellen. Bald soll mit den Interessenten ein Treffen stattfinden, bei dem die Aufgaben in der Bürgerinitiative verteilt werden.

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Ziel sei es, so Kiser, die Außenstelle des Ankerzentrums in Mering zu verhindern. Die Initiative richtet sich dabei ausdrücklich an Menschen, die nicht in einer Partei organisiert sind. „Wir sind keine AfD-Veranstaltung“, betont der Meringer. Und auch wer beispielsweise Mitglied in der CSU ist, solle sich über seine eigene Partei engagieren. Die Initiative wolle Bürgern eine Plattform geben, um ihre Meinung auszudrücken. Damit will Kiser auch sicherstellen, dass die politischen Entscheidungsträger nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden.

„Die Initiative richtet sich nicht gegen Flüchtlinge, sondern gegen das Prinzip Ankerzentrum“, betont Kiser. Denn es sei deutlich zu sehen, dass diese Form der Einrichtung nicht funktioniert. „Überall, wo ein Ankerzentrum hinkommt, erleben wir eine Explosion an Gewalt“, sagt er. Diese Probleme sind seiner Ansicht nach mit keinem noch so ausgefeilten Sicherheitskonzept zu lösen, sondern nur durch eine dezentrale Unterbringung in kleineren Unterkünften.

Die Aktion richte sich nicht gegen Asylbewerber, sagt der Initiator

Verärgert sind Kiser und seine Mitstreiter auch über die Art und Weise, wie Mering die Einrichtung aufgezwungen wird. „Wir richten uns gegen einsame Entscheidungen, die am Schreibtisch über die Köpfe der Menschen hinweg gefällt werden“, sagt er. Als sehr negativ empfindet er das Auftreten örtlicher Mandatsträger, die sagen, dass die Sache beschlossen sei und man leider nichts dagegen tun könne. „Das stimmt nicht. So funktioniert Demokratie nicht“, betont der Initiator der Initiative. Er warnt die politisch Verantwortlichen, dass sie nächstes Jahr bei den Kommunalwahlen die Quittung dafür erhalten werden.

Zuspruch erhält die Bürgerinitiative laut Kiser von Menschen aus dem gesamten Meringer Ortsgebiet, aber auch aus Nachbarorten wie Hörmannsberg oder Kissing. Geplant sei eine Reihe an Aktionen . So bald wie möglich soll eine eigene Internetseite online gehen. Dann wollen die Mitglieder einen offenen Brief an Politiker wie Bürgermeister und Landrat adressieren. Außerdem mächte die Bürgerinitiative eine eigene öffentliche Informationsveranstaltung zu dem Thema organisieren.

Wie berichtet, plant die Gemeinde Mering eine Bürgerversammlung, die am Mittwoch, 27. März, in der Mehrzweckhalle stattfindet. Dabei werden alle politisch Verantwortlichen und andere Beteiligte wie Vertreter der Polizei vor Ort sein, um Fragen der Bürger rund um die geplante Außenstelle des Ankerzentrums an der Hörmannsberger Straße zu beantworten.

Lesen Sie den Kommentar von Gönül Frey zum Thema: Ankerzentrum Mering: Stimmung droht zu kippen

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Die Diskussion ist geschlossen.

12.03.2019

>> „Überall, wo ein Ankerzentrum hinkommt, erleben wir eine Explosion an Gewalt“ <<

Das ist unzutreffend. Die Ursache sind nicht Ankerzentren sondern einzelne Täter, denen dieses Land erstaunliche Freiheiten gibt (vgl. im Polizeiwagen grinsender und dann freigelassener Täter beim kürzlichen Vorfall am Augsburger HBF). Diese Täter und ihre Gewalt gibt es auch in Bundesländern ohne Ankerzentren.

Mering hat ca. 13.000 Einwohner und 176 Asylbewerber sind da gerade mal 1,3%.

Wenn nun Mering einen Bürgermeister mit SPD Parteibuch hat, muss dort halt auch mal die Floskel "ohne Obergrenze" eingelöst werden. Also ohne Obergrenze Wohnungen bauen, Geschlechtergleichgewicht herstellen, Jobs schaffen oder Steuern für Sozialleistungen erhöhen. Und bei 1,3% soll das dann schon ein Problem sein?

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