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Friedberg

30.10.2020

Bürgerversammlung: Friedberger stören sich an Fahrradwegen und Rasern

Der Radweg an der Luitpoldstraße in Friedberg sei überflüssig – das monierten Teilnehmer der Bürgerversammlung in Friedberg.
Bild: Michael Eichhammer (Symbolfoto)

Plus Beerdigungen, Kinderbetreuung und die Stadtentwicklung: Bei der Bürgerversammlung steht Rathauschef Roland Eichmann Rede und Antwort. Was die Friedberger noch umtreibt.

Um die 40 Friedbergerinnen und Friedberger nahmen an der Bürgerversammlung in der Stadthalle teil. Für 100 Bürger war die Halle ausgelegt, am Ende war nur noch ein Bruchteil anwesend. Bürgermeister Roland Eichmann war dennoch froh, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte – denn die Veranstaltung ist in der Gemeindeordnung vorgeschrieben. Nachdem Eichmann das vergangene Jahr vor dem Hintergrund der Pandemie, der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung sowie der Bauprojekte hatte Revue passieren lassen, kamen auch die Zuhörerinnen und Zuhörer zu Wort. Hier ein Blick auf die Themen.

Kinderbetreuung Einen Teilnehmer aus Rinnenthal treibt seit Langem das Kinderhaus in seinem Heimatdorf um. Er danke der Stadt zwar dafür, dass sie das Projekt umgesetzt hat, verwies aber auf die zu geringe Größe der Einrichtung. Die nur 30 Plätze hatten dazu geführt, dass auch der alte Kindergarten wieder Kinder aufnehmen musste.

Dies sei aus zwei Gründen problematisch: Zum einen entspreche die alte Kita nicht mehr den Ansprüchen, zudem steige bei zwei Standorten der personelle Aufwand. Der Redner stellte anschließend den Antrag, die Bedarfszahlen erneut zu prüfen.

Eichmann erklärte daraufhin, dass das Kinderhaus so geplant sei, dass eine weitere Gruppe dazukommen könne. Der alte Kindergarten werde genutzt, weil er eben schon da sei, Ziel sein eher eine Entlastung. Der Haken: Eltern seien oft wählerisch bei Kitas.

Zudem sei derzeit nicht abzusehen, dass bald eine dritte Gruppe kommt, eine Erweiterung des Kinderhauses setze zudem ein zeitaufwendiges Genehmigungsverfahren von etwa einem Jahr voraus. Ein weiterer Aspekt: In Zukunft gebe es wohl keine Förderung des Projektes. Der Stadtrat werde sich der Problematik dennoch annehmen.

Bei der Bürgerversammlung in Friedberg stand Bürgermeister Roland Eichmann den Anwesenden Friedbergerinnen und Friedbergern Rede und Antwort.
Bild: Michael Postl

Bürgerversammlung in Friedberg: Bürger sind bei Bestattungen unsicher

Friedhöfe/Bestattungen Aus Ottmaring kamen mehrere Wortmeldungen zu diesem Thema. Eine von ihnen befasste sich mit einer Mauer am Friedhof, die vor einigen Jahren errichtet wurde. Diese sei sehr schön geworden, seit einiger Zeit setze sich dort jedoch vermehrt Schmutz ab, da eine Abdeckung fehle. Eichmann sicherte zu, dem Werksausschuss eine solche vorzuschlagen.

Eine weitere Frage beschäftigte sich mit dem Friedberger Bestattungsunternehmen Friede. Ob man freie Wahl habe beim Aussuchen einer Firma? Tatsächlich, so erklärte es Eichmann, habe die Stadt einen sogenannten Geschäftsbesorgungsvertrag mit Friede.

Darin ist festgehalten, dass ein beliebiges Unternehmen alle Aufgaben, die rund um eine Bestattung außerhalb des Friedhofs anfallen, annehmen kann. Auf dem Friedhof jedoch übernimmt automatisch die Friedberger Firma die Arbeit. Zu diesem Thema wünschten sich die Bürger ob ihrer Verunsicherung mehr Informationen von der Stadt.

Den Friedhofsdienst könne sie derweil nicht übernehmen. Dies ist laut Eichmann zum einen für eine Kommune von Friedbergs Größenordnung unüblich und zum anderen finanziell nicht leistbar.

Bürgerversammlung in Friedberg: Fahrradwege sorgen für Unmut

Fahrradwege Der Radweg an der Luitpoldstraße in Friedberg sei überflüssig, da Autofahrer dazu tendierten, nicht durchgezogene Linien zu überfahren. Ein Umstand, der auch Eichmann bewusst ist. Dieser Problematik nehme man sich im Stadtrat an. Es habe sich bei diesem Radweg eher um den Ausdruck der Hilflosigkeit gehandelt.

Gleiches gelte für den Fahrradweg von der Linde bis zum Kreisverkehr in Rederzhausen, dieser sei eine Zumutung, weil zu schmal. Viel Hoffnung wollte Eichmann dem Redner in dieser Angelegenheit jedoch nicht machen, ein Ausbau spiele in den Überlegungen des Stadtrates trotzdem eine Rolle.

Die Radwege an der Augsburger Straße stadteinwärts seien mehr als dürftig, ebenso die an der B300. Letztere liegen nicht im Verantwortungsbereich der Stadt, weshalb Eichmann diesbezüglich wenig Hoffnung machte. "Wir sind jedoch überzeugt, dass da etwas gemacht werden muss", sagte der Bürgermeister. Das Straßenbauamt, das an der Bundesstraße das Zepter in der Hand hält, teile diese Meinung nicht.

Auch ein Gesamtkonzept bezüglich des Bikesharings stellte Eichmann in Aussicht. "Wir suchen nach einer regional sinnvollen Lösung", erklärte der Bürgermeister, nachdem ein Teilnehmer aus Friedberg gefragt hatte, ob man die Bikesharingkonzepte der Stadt Augsburg mit dem Friedberger System verzahnen könne. Denn, so sagte der Redner weiter, es sei komfortabler, ein Fahrrad in Augsburg ausleihen und anschließend in Friedberg abstellen zu können. Derzeit funktioniert das nicht.

Für Linksabbieger von der Münchner Straße auf dem Radweg Richtung Edeka sei, so erklärte es eine Friedbergerin, eine rote Markierung für Autofahrer wichtig. Sie sei selbst einmal Opfer eines Unfalls an dieser Stelle gewesen und halte eine erhöhte Aufmerksamkeit der Autofahrer für notwendig. Diese Anregung nehme er mit, sagte Eichmann, ebenso rege er eine intelligente Ampelschaltung an der Wiffertshauser Straße und Übergänge für blinde Menschen an.

Bürgerversammlung in Friedberg: Redebedarf bei der Bahnhofstraße

Stadtentwicklung Zwei Standorte warfen hier Fragen auf. Zum einen ging es um einen Kreisverkehr an der Konradinstraße an der Einmündung zur Aichacher Straße. Die Bauarbeiten dazu sollen laut Eichmann in etwa einem Jahr beginnen. Bei diesem Vorhaben sei wegen einer erschwerten Personalakquise viel liegen geblieben, räumte der Bürgermeister ein.

Auch die Bewohner der Afrastraße fürchten durch den Neubau der Sozialwohnungen deutlich mehr Verkehr. Ein Tempolimit sei jedoch kaum möglich, erklärte Eichmann und verwies auf die Polizei und das Landratsamt, die eine solche Begrenzung nicht genehmigen würden.

Bei der Bürgerversammlung in Friedberg stand Bürgermeister Roland Eichmann den Anwesenden Friedbergerinnen und Friedbergern Rede und Antwort.
Bild: Michael Postl

Die Ortsentwicklung in Derching sprach ein Bewohner des Friedberger Stadtteils an, zum Beispiel an der "grauseligen Bürgermeister-Schlickenrieder-Straße". Das sei alles in der Mache, versicherte Eichmann, dennoch gab er zu bedenken, dass die Ortsentwicklung gerade in Derching Beteiligung benötige. Das sei in Pandemie-Zeiten jedoch nicht möglich.

Bahnhofstraße Die Sanierung der Bahnhofstraße sorgte derweil für Redebedarf. Ein Anwohner hatte angemerkt, dass ein Rettungswagen oder der Sozialdienst ohne große Probleme durch die baldige Baustelle kommen müsse. Denn, so der Friedberger, es gebe zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner mit Pflegebedarf.

Diese Gelegenheit nutzte Eichmann dazu klarzustellen, dass er die Betroffenen mitnehmen wolle und sie "zur Not mit dem Hubschrauber" abholen lasse. Zudem gebe es bald informative Flyer als Ersatz für eine coronabedingt abgesagte Veranstaltung im November.

Bürgerversammlung in Friedberg: Müll sorgt für Unmut

Parkplatz an der Afrastraße Eine Bürgerin kritisierte die Müllsituation am neuen Wohnmobilstellplatz in Friedberg. Der Gestank sei auch wegen der Abwasserentsorgung der Camper zeitweise kaum erträglich, zudem würden auch Ortsfremde dort regelmäßig ihren Müll entsorgen. Dies sei sehr ärgerlich, fand auch Eichmann, der versprach, die Situation in den Griff bekommen zu wollen. Denkbar sei ein umzäunter Container mit Lärmschutz oder ein Automat.

Beleuchtung Einige Straßenbeleuchtungen fanden Friedberger Teilnehmer zu hell, insbesondere am Radweg im Bereich der Augsburger Straße und am Parkplatz unterm Schloss. Auch Eichmann ist sich dessen bewusst, er hatte die Laternen im Bereich des Spielplatzes an der Schützenstraße bereits auf 80 Prozent Leistung dimmen lassen. Er prüfe nun, ob eine weitere Dimmung, speziell nach Mitternacht, möglich ist.

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