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Konzert

13.07.2019

Chorleiterin bezaubert mit besonderem Projekt

Kinder und Erwachsene führten mit Chorleiterin Regina Pfeiffer und Dirigent Achim Falkenhausen John Rutters „Mass of the children“ auf.
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Regina Pfeiffer bringt drei Chöre und weitere Musiker zu einer monumentalen Aufführung zusammen

In Kaufering hatten sie bei ihrer Aufführung Standing Ovations bekommen, einen Tag später noch einmal in Kaufbeuren gesungen – nun war es an der Zeit, dass die Merchinger Chorgemeinschaft auch in ihrer Heimat zu hören war. Sie kamen in die Kirche Mariä Himmelfahrt, Mering-St.- Afra, wo auch das Kammer- und Jugendsinfonieorchester der Sing- und Musikschule Landsberg unter Birgit Abe die musikalische Gemeinschaft bereicherte.

Birgit Abe gelang mit ihren jungen Musikern und der jungen Solistin Hannah Bauer mit dem bekannten Violakonzert D-Dur op. 1 von Carl Stamitz ein gelöster, heiterer Konzertauftakt, der Lust auf mehr machte. Mit Auszügen aus dem Oboenkonzert d-Moll, im Adagio getragen und im Presto heiter und lebensfroh, setzte auch Sean Mahner sein Solo hörenswert um.

Der Zuwachs im Orchester und der Auftritt der Chöre mit dem Liederkreis Westendorf und dem Kinderchor Chorkringel sowie der Chorgemeinschaft Merching kündigte das Konzert „Mass of children“ an. Begleitet wurden sie von den Solisten Regina Pfeiffer (Sopran), die als Leiterin aller Chöre auch die Idee für das Konzert hatte, und Daniel Weiler (Bariton). Die musikalische Gesamtleitung lag in Händen des Dirigenten Achim Falkenhausen.

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Selbst Komponist John Rutter hatte den Aufführenden sogar geschrieben: „I hope that you have a happy and memorable concert, I will be with you in spirit!“ (Ich hoffe, dass Sie ein erfüllendes, unvergessliches Konzert erleben – ich werde in Gedanken bei Ihnen sein!). Die Besetzung erwies sich bereits nach den ersten Takten als ausgesprochen gelungen, denn der Komponist hatte bereits beim Entstehen des Werkes auf die Verbindung von Kinder- und Erwachsenenstimmen geachtet, die den einzigartigen Effekt dieses Werkes ausmachen: Texte und Musik, die einen – als sehr kurzweilig empfundenen – Tagesablauf vom Morgen bis zum Abend beschreiben, werden aus den unterschiedlichen Perspektiven von Kindern und Erwachsenen zu einem komplexen Ganzen verwoben.

Fast wie ein Musical begann die Messe mit scheinbarem Vogelgezwitscher und Kinderlachen, untermalt von festlichem Glockenklang. Zwar wird der lateinische Text der Missa Brevis verwendet, aber der energiegeladene Morgenhymnus von Bischof Thomas Kens, „Awake, my soul“, wurde von den Chören, Orchester und den wunderbar harmonierenden Solisten überzeugend vorgetragen. Rhythmisch sehr ansprechend fast wie ein Tanz konnten sich die Zuhörer im Gloria mitreißen lassen, das schließlich fast in einem Rezitativ endete, um wieder schwungvoll und fast überschwänglich in ein „Laudamus Te“ zu schließen. Sehr würdevoll setzten die Solisten ihren Part im Sanctus und Benedictus um. Das Agnus Dei begann romantisch-ehrfürchtig, fast dramatisch, das vom Kinderchor mit seinen klaren Stimmen durch William Blakes „Little lamb who made thee“ in eine heitere Atmosphäre aufgelöst wurde. Tief empfundener Friede war beim Finale zu spüren, das sich von Daniel Weilers wunderbar klar und warm gesungenen Baritonsolo „Open thou mine eyes“ ausbreitete und mit Sicherheit die ergreifendste Stelle des Konzerts war. In einer tragenden Klangwolke der Chöre und des Orchesters, in welcher die Stimmen der Solisten vom Orchester umwoben wurden, stimmten die Erwachsenen zum Abschluss das „Dona Nobis Pacem“ an, während die Kinder den zarten, liebevollen Abendhymnus „Glory to thee“ sangen – als Zeichen, dass der Tag zu Ende ist und alles in Gottes Händen zur Ruhe kommen darf.

Dies wurde nicht nur von den Zuhörern mit tosendem Applaus belohnt, sondern auch mit Küsschen für die Kinder und Chor, für das Orchester von Regina Pfeiffer und für Dirigent Achim Falkenhausen. Ganz sicher wäre diese Aufführung insbesondere wegen der Besetzung auch genau der Geschmack von John Rutter gewesen.

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