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25.08.2019

Christian Cappek: „Ich durfte meinen Traum verwirklichen!“

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Im Trikot der Offenbacher Kickers erlebte der Meringer Christian Cappek (rechts) wohl seine schönste Zeit als Fußballer. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren der FC Augsburg, 1860 München, Burghausen, Aue, Chemnitz und Wiesbaden.
Bild: Michael Hartmann

Der Meringer Christian Cappek hat eine bewegte Karriere als Profi-Fußballer hinter sich. Dabei läuft so manches ganz anders als geplant.

Hätten sich die sportlichen Vorlieben seiner Eltern durchgesetzt, dann wäre aus dem Meringer Christian Cappek wohl kein Profi-Fußballer geworden. Vater und Mutter Cappek waren nämlich begeisterte Handballer, der Papa spielte sogar mal in der 2. Liga. „Doch ich wollte unbedingt Fußball spielen und so meldeten mich meine Eltern notgedrungen bei der Fußballabteilung des SV Mering an“, erzählt der 29-Jährige mit einem Schmunzeln.

Eine weise Entscheidung, wie sich herausstellen sollte, schließlich wurde der Filius zu einem der besten Fußballer im Landkreis Aichach-Friedberg und konnte seinen Traum, Profi zu werden, verwirklichen. Auch wenn Cappeks Karriere mit 26 Jahren aus gesundheitlichen Gründen recht früh endete, denkt der erfolgreiche Stürmer gerne an diese Zeit zurück. „Ich habe meinen Traumberuf ausüben können und es gab für mich nichts Schöneres, als vor so vielen Zuschauern zu spielen und so viele unterschiedliche Menschen kennenzulernen“, zieht der Meringer Bilanz.

Die Karriere von Christian Cappek ist ein stetes Auf und AB

Dabei war seine Karriere ein stetes Auf und Ab mit einigen fast abenteuerlichen Wendungen. Mering, FC Augsburg, 1860 München, Burghausen, Erzgebirge Aue, FC Augsburg II, Kickers Offenbach, Chemnitz und Wehen Wiesbaden lauteten die Stationen des 29-Jährigen. Christian Cappek erlebte dabei sowohl die schönen, als auch die eher dunklen Seiten des Profifußballs. Zu den schönen Zeiten zählten sicher die Jahre bei den Münchner Löwen, bei Wacker Burghausen und schließlich bei Kickers Offenbach, während die Stationen Aue und Chemnitz eher in die Kategorie Tiefpunkte einzuordnen waren.

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Meringer hatte eine tolle Zeit bei 1860 München

Fünf Jahre spielte er bei den Münchner Löwen, nachdem er seine ersten fußballerischen Schritte beim SV Mering und ab der D-Jugend beim FC Augsburg gemacht hatte. „Das war eine tolle Zeit, ich durfte U17- und U19-Bundesliga spielen, in einer der besten Jugendakademien Deutschlands trainieren und habe dort viel erlebt“, ist Cappek noch heute angetan. Natürlich war es für den damals Zwölfjährigen eine riesige Umstellung von Augsburg nach München. Vier Stunden Schule, zwei Stunden Training, Essen, drei Stunden Schule und wieder Training – um 20 Uhr mit dem Zug zurück nach Mering, um 21.30 von den Eltern am Bahnhof abgeholt und am nächsten Morgen um 6.15 wieder in den Zug nach München eingestiegen. „Das war schon heftig und in der 8. Klasse bin ich dann runter vom Gymnasium“, so Cappek, der bei 1860 vom Mittelfeldspieler zum Stürmer umfunktioniert wurde. Eines blieb besonders haften: ein Turnier in Japan. „Wir spielten dort gegen Corinthians Sao Paolo und die südkoreanische und japanische Nationalmannschaft – das war ein Wahnsinnserlebnis“, schwärmt Cappek noch heute.

Als A-Jugendlicher in die 3. Liga

Aber im zweiten Jahr U19 änderte sich durch einen Trainerwechsel einiges und Cappek ging nach Burghausen. „Ich hatte eine Profikarriere schon fast ausgeschlossen“, erinnert er sich – doch es kam anders. Zehn Tore in zehn Spielen in der U19-Bayernliga machten Wacker-Coach Günther Güttler auf den Meringer aufmerksam. „Der hat mich dann als A-Jugendspieler zum Drittligateam hochgezogen – und in einem ersten Spiel als Profi machte ich mein erstes Tor, wurde Stammspieler in der 3. Liga“, sagt Cappek. Fünf Tore machte er als A-Jugendlicher in 25 Drittligaspielen – eine bemerkenswerte Bilanz.

Drei Jahre blieb er in der Stadt am Inn, wurde dort auch jüngster Kapitän der 3. Liga und fast hätte er dann den Sprung zu den „ganz Großen“ in die 1. Bundesliga geschafft. „Ich hatte damals Kontakt zu Dortmund und schon Gespräche mit Jürgen Klopp geführt, ehe ein Schlüsselbeinbruch diese Option zunichte machte“, führt Cappek aus.

In Aue läuft's nicht

Mit 20 führte ihn der Weg nach Aue in die 2. Liga, doch dort klappte es überhaupt nicht. Auch aus einer Leihe zu Markus Weinzierl und Jahn Regensburg wurde nichts, weil Aues Trainer sein Veto eingelegt hatte. Mit einem dreifachen Bänderriss im Sprunggelenk folgte der nächste herbe verletzungsbedingte Rückschlag. „Nach der Reha hätte ich zu Osnabrück wechseln können – und riss mir im Probetraining wieder die Bänder im gleichen Knöchel“, erklärt Cappek.

Glücksgriff Kickers Offenbach

Nach einem kurzen Gastspiel beim FCA II ging’s zu Kickers Offenbach – doch auch hier schlug das Schicksal zu. „Einen Tag nach der Vertragsunterzeichung ging Offenbach insolvent und stieg in die Regionalliga ab. Aber dass ich dort geblieben bin, war der Glücksgriff – das wurde meine erfolgreichste Zeit“, so Cappek. Highlights waren Pokalspiele gegen Mönchengladbach, Aufstiegsspiele gegen Magdeburg und die Tatsache, dass er dort wieder Torschützenkönig wurde. Noch einmal versuchte er sich in Liga drei, in Chemnitz – ein Fehler, wie er heute weiß. „Ich entschied mich gegen das Herz für die Kohle“, gibt Cappek unumwunden zu. Nach einer zerfahrenen Vorrunde folgte der letzte Wechsel – zu Wehen Wiesbaden. Dort beendete dann ein Riss der Patellasehne seine aktive Karriere – im Alter von 26 Jahren.

Trainer und Teammanager in Mering

Dann fand Christian Cappek den Weg zurück zum SV Mering – als Co-Trainer neben Gerhard Kitzler und als Teammanager des Landesligisten. „Ich wollte dem Verein etwas zurückgeben“, begründet er sein Engagement. Im ersten Jahr führte das Duo Kitzler/Cappek den MSV auf Platz fünf, doch schon da spürte der Ex-Profi, der neben seiner Ausbildung zum Industriekaufmann ein Sportfachwirtstudium begonnen hatte, dass die Belastung stetig zunahm. So sei sein Rücktritt im Frühjahr 2019 nötig gewesen, erklärt er, auch weil ihm „im Umgang mit manchem auch Fehler unterlaufen sind“, wie er zugibt.

Das Kapitel Fußball ist jedenfalls für den Moment beendet, zumindest bis seine Ausbildung im Frühjahr 2020 abgeschlossen ist. Seine Profizeit aber möchte er trotz aller Rückschläge nicht missen: „Es gibt nichts Schöneres – auch wenn du einen enormen Aufwand betreiben musst. Für mich ist und bleibt es ein Traumberuf.“

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