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Dasing-Höbstl

13.01.2020

Christophorus schützt die Autofahrer an der B 300

Das Mosaik der Kapelle in Höbstl zeigt Christophorus als kräftigen Mann mit dem Jesuskind und der Weltenkugel auf den Schultern und einen blühenden Stab in der Hand.
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Das Mosaik der Kapelle in Höbstl zeigt Christophorus als kräftigen Mann mit dem Jesuskind und der Weltenkugel auf den Schultern und einen blühenden Stab in der Hand.
Bild: Hubert Raab

Der Heilige Christophorus ist beliebt. Für ihn werden immer wieder Kapellen errichtet, gerade nahe an Straße. In Dasing-Höbstl halfen viele Menschen dafür zusammen.

Viele Fahrer haben eine Plakette des heiligen Christophorus im Auto. Was nicht so bekannt ist: ihm sind auch viele Kapellen geweiht, gerade auch nahe Straßen. So war die jetzige B 300 als Straße von Regensburg über Schrobenhausen und Aichach für die Gründung der Burg „Fridberch“ um 1257 und der gleichnamigen Stadt am 6. Februar 1264 von großer Bedeutung. Sie war eine von vier Straßen, die bei der Brücke am Lech zusammenkamen. Diese Brücke war bei dem zunehmenden Handelsverkehr und dem beginnenden Salzhandel im Hinblick auf Zolleinnahmen für den bayerischen Herzog überaus wichtig.

Die B 300 ist bis heute eine stark genutzte Verkehrsverbindung. So lag der Gedanke für den Heimatkundlichen Kreis nahe, an der B 300 eine Kapelle zu errichten und sie St. Christophorus zu widmen. Ihn hatte Papst Pius XI. (1857 - 1939) zum Schutzpatron der Autofahrer ernannt.

Matthias Feiger hatte die Idee für die Kapelle an der B 300

Die Idee zum Kapellenbau hatte Matthias Feiger im Jahr 2000. Sie konnte aber nur verwirklicht werden, weil viele zum Gelingen beitrugen. Die Familie Blei aus Höbstl stellte das Grundstück zur Verfügung. Die Lehrer und Lehrlinge des Maurerhandwerks der Berufsschule Aichach fertigten den Bau. Mit einem Tieflader wurde die Kapelle nach Höbstl gebracht.

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Die Fertigstellung und die Gestaltung der Außenanlagen übernahm der Heimatkundliche Kreis. Anna Hartmann, Anneliese Kramer und Gerda Patsch-Fesenmayr fertigten das große Mosaik des heiligen. Christophorus mit dem Jesuskind. Es zeigt Christophorus als kräftigen Mann, groß und stark wie ein Riese, mit dem Jesuskind und der Weltenkugel auf den Schultern und einen blühenden Stab in der Hand.

Die Legende erzählt: „Viele Jahre trug er Menschen durch einen reißenden Strom an das andere Ufer. Eines Tages bat ein Kind um seine Hilfe. Er trug es auf seinen Schultern durch das Wasser. Als es immer schwerer wurde, erreichte er nur mit Mühe das andere Ufer und meinte, die ganze Welt auf seinen Schultern zu tragen. Da offenbarte sich das Kind als Christus. Als Zeichen sollte er seinen Stab in die Erde stecken, der am nächsten Morgen blühte und Früchte trug.“ Dieses Motiv des Christusträgers wurde vom 13. Jahrhundert an in der Kunst dargestellt.

Sein Bild wurde an vielen Kirchen, Türmen, Toren und Stadtmauern angebracht, da die Anrufung beim Anblick des Heiligen vor einem plötzlichen Tod bewahren sollte. Davon zeugt auch ein um 1500 zu datierendes Malereifragment eines überlebensgroßen Christophorus an der Ostwand der ehemals hohen Hauskapelle der einstigen Grangie (Hofgut) der Zisterzienser von Fürstenfeld in Arnhofen (Gemeinde Inchenhofen).

Heute haben viele Autofahrer Christophorusplaketten bei sich. Im Wittelsbacher Land wurden in den vergangenen Jahrzehnten drei Kapellen zu Ehren des heiligen Christophorus errichtet: 1985 in Allenberg (Gemeinde Schiltberg) vom Gartenbauverein Allenberg, 1987/88 in Arnhofen (Inchenhofen) von den Maibaum-Buam und 2005 in Höbstl (Dasing) vom Heimatkundlichen Kreis. Am Festtag des Heiligen, am 24. Juli 2005, segnete Pfarrer Heribert Singer unter großer Teilnahme der Bevölkerung die Kapelle in Höbstl.

Das Buch über Kapellen von Gabriele und Hubert Raab

  • „Kapellen im Wittelsbacher Land“, Wißner-Verlag, 190 Seiten, viele Fotografien.
  • Das Buch ist im Verlag vergriffen.
  • Es sind jedoch Exemplare im Landratsamt vorrätig (Kontakt: katharina.martin@lra-aic.fdb.de).
Die Kapelle am Badanger existiert seit mehr als 300 Jahren. Rechts im Bild: Das Altarblatt in der Kapelle wird immer wieder verunstaltet.

Lesen Sie auch die anderen Folgen unserer Kapellen-Serie

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