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Mering

06.04.2020

Corona-Krise: Freiwillige leisten digitale Hilfe für Mering

Der Marktplatz ist menschenleer, genau wie das Meringer Ortszentrum. Ein Kreis Engagierter hat nun eine Internetplattform eingerichtet, um aufzuzeigen, welche Angebote noch verfügbar sind.
Bild: Isabelle Sasse

Plus Ein Kreis Engagierter hat eine Infoplattform aufgebaut, die einen Überblick über alle Angebote geben will, die sich durch die Corona-Beschränkungen geändert haben.

Eine gemeinsame Plattform im Internet, die einen Überblick darüber gibt, wer in Mering was anbietet – das ist schon lange ein Wunsch der Gewerbetreibenden in der Marktgemeinde. Dieser ist in der aktuellen Corona-Krise dringlicher geworden denn je. Das hat ein Kreis Interessierter rund um Florian Krüger und Lothar Haupt, beide in der IT-Branche tätig, beim Austausch im sozialen Netzwerk Facebook festgestellt – und flugs eine provisorische Internetseite auf den Weg gebracht.

Unter www.mering-online.de ist seit dem 1. April eine stetig wachsende Liste von Anbietern zu finden und deren durch die Ausgangsbeschränkung veränderte Bedingungen. „Wir haben nämlich festgestellt, dass es in Mering zwar unheimlich viele Informationen gerade auf Facebook gibt, aber nichts, wo ich mir einen richtigen Überblick verschaffen kann“, erklärt Lothar Haupt. Dieses kritische Fazit gab den Startschuss für die digitale Erste-Hilfe-Aktion für Mering. Die Teilnehmer der Diskussion verabredeten sich spontan per Skype zu einer Besprechung, beteiligt waren Wolfgang Bachmeir, Ralf Hermle, Simon Schütz, Florian Krüger und Lothar Haupt. Viele Ideen kamen dabei zur Sprache. So gibt es beispielsweise in Günzburg eine Internetseite, über die auch gleich bei den örtlichen Geschäften eine Bestellung abgegeben werden kann. „So etwas ist zwar toll, wäre für uns aber zu kompliziert und zu teuer gewesen“, erklärt Lothar Haupt.

Im Meringer Ortszentrum bieten viele Läden wegen des Coronavirus alternative Liefermethoden an.
Bild: Isabelle Sasse

Neue Seite in Mering sollte schnell zur Verfügung stehen

Vor allem sollte die Seite schnell zur Verfügung stehen. Da er und Florian Krüger vom Fach sind, übernahmen sie es, die neue Seite zu konzipieren und programmieren. Drei arbeitsreiche Tage waren sie am Werk. Und seit 1. April ist das Infoportal unter www.mering-online.de aufrufbar. Es soll einen Überblick über Angebote geben, die sich durch die Corona-Krise geändert haben: Verkürzte oder verlängerte Öffnungszeiten von Geschäften und Gastronomiebetrieben, neue Lieferdienstleistungen, Erreichbarkeit von Ärzten oder sozialen Einrichtungen sowie wichtige Telefon-Hotlines. „Was krieg ich jetzt noch wo – darum geht es uns“, sagt Haupt. Er bittet um Verständnis dafür, dass die Übersicht noch im Aufbau ist. Wer mit seinem Angebot aufgenommen werden will, solle sich gerne melden. „Wir sind auf die Mithilfe der Leute angewiesen“, appelliert er.

In der aktuellen Krise bedauert Haupt umso mehr, dass es eine solche Internetseite in Mering nicht bereits gibt. Sie steht nämlich schon lange auf der Aufgabenliste zur Unterstützung des örtlichen Gewerbes, die der Marktbeauftragte Karl Grabler im Gemeinderat vorgelegt hatte – und die das Gremium auch absegnete. Doch wie berichtet, hatten Kommune und Marktbeauftragter unterschiedliche Vorstellungen über Grablers Rolle bei der Umsetzung. Die Wege trennten sich – und der Maßnahmenkatalog wanderte in die Schublade.

Jede Pflegekraft der Sozialstation Augsburg Hochzoll Friedberg und Umgebung fährt nur in der Schutzmontur zu den Klienten. Dazu gehören der Schutzanzug, der Mundschutz, die Schutzbrille wie auch die Schutzanschuhe. Pflegedienstleitung Ulrike Hopfes hat die Montur hier für das Foto angezogen.
65 Bilder
In Bildern: So wirkt sich die Corona-Krise auf den Landkreis aus
Bild: Caritas Augsburg/Bernhard Gattner.

„Wenn es die Internetplattform schon gäbe, wenn wir die Datensätze schon hätten, dann wäre jetzt vieles einfacher“, sagt Lothar Haupt heute. Die Zukunft des Meringer Innenorts ist ihm ein Anliegen. Deswegen hatte er sich auch bei der jüngsten Bürgerversammlung als neuer Bewerber für das Amt des Marktbeauftragten präsentiert. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt er, dass er daran immer noch Interesse habe. Allerdings würde er die Aufgabe gerne anders auffassen und vielleicht auch benennen als bisher. Nämlich als einen umfassenderen „Kümmerer“, wie ihn nahezu jede politisch Gruppierung auch in ihrem Wahlkampfprogramm forderte. „Viele Leute haben eine Hemmschwelle, sich direkt an die Politiker oder die Verwaltung zu wenden“, weiß er. Hier würde Haupt gerne eine Art Bindeglied sein.

Frage nach dem Marktbeauftragen in Mering muss zurückstehen

Doch nun muss die Frage, ob und in welcher Form Mering einen neuen Marktbeauftragten braucht, ohnehin zurückstehen. Vielmehr gilt es, die aktuellen Herausforderungen der Corona-Krise zu bewältigen. Dazu wollen Haupt und seine Mitstreiter durch ihre Plattform im Internet ein kleines Stückchen beitragen. Die Seite ist ein rein ehrenamtliches Projekt, das die Initiatoren kostenlos auf den Weg gebracht haben.

Überlegungen für ein ähnliches Angebot hatte in der Vergangenheit auch schon die Meringer Geschäftsfrau Miriam Wölfle vorgebracht, die den Meringer Gewerbetreibenden mit der Gerüchteküche auf Facebook ein gut besuchtes Forum bietet. Sie hat – wie so viele im Einzelhandel – momentan alle Hände voll zu tun, um das Bekleidungsgeschäft der Familie über die Zeit der Corona-Beschränkungen zu retten. „Wir stellen gerade alles auf den Verkauf per Telefon und Facebook um“, berichtet sie. An dem Aufbau von www.mering-online.de konnte sie sich deswegen zwar nicht beteiligen. „Aber alles, was für die Meringer Geschäfte aufgebaut wird, ist vom Grund her gut“, sagt sie zu der neuen Plattform.

  • Kontakt Per Email an die Adresse feedback.mering-online@omc-mering.de oder direkt per Telefon bei Lothar Haupt, unter der Nummer 0178-3593755.

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