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Friedberg

10.12.2020

Corona reißt Loch in die Kasse des Stadtbads von Friedberg

Das Friedberger Stadtbad war heuer nur wenige Wochen geöffnet. Und niemand weiß, wie es 2021 weitergeht.
Bild: Michael Postl

Plus Die Pandemie könnte das Defizit des Friedberger Stadtbads auf Rekordhöhe treiben. Auch sonst müssen die Stadtwerke große Summen bereitstellen.

Wann kann das Stadtbad wieder öffnen? Die coronabedingte Schließung stellt Friedberg in finanzieller Hinsicht vor eine große Herausforderung. Stadtwerke-Chef Holger Grünaug ist in seinem Wirtschaftsplan 2021 vom "worst case", also dem schlimmsten Fall, ausgegangen - mit entsprechenden Folgen für das kalkulierte Defizit. Im Werkausschuss des Stadtrats erläuterte Grünaug das Zahlenwerk für das kommende Jahr.

Rund eine Million Euro lässt sich die Stadt den Betrieb von Hallenbad und Sauna im Jahr kosten. 2021 könnte das Defizit sogar auf 1,6 Millionen steigen, nämlich dann, wenn es über die Sommerpause hinaus Einschränkungen durch die Pandemie geben sollte. Den entsprechend verminderten Einnahmen muss Grünaug trotz allem hohe Personalkosten entgegensetzen.

Wie geht es ab Januar im Friedberger Stadtbad weiter?

Bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr musste das Bad Mitte März geschlossen werden und die Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen. Erst vom 10. September an war es wieder geöffnet - unter Berücksichtigung spezieller Maßnahmen konnten donnerstags bis sonntags bis zu 80 Personen das Bad besuchen. Knapp acht Wochen später kam der zweite Lockdown. "Wir wissen nicht, wie es sich ab Januar entwickelt", sagte Grünaug im Ausschuss.

Aber nicht nur das Stadtbad lässt den Wirtschaftsplan der Stadtwerke heuer anschwellen. Seit 2019 wurden einige Investitionen verschoben, die nun nachgeholt werden müssen. In den einzelnen Betriebszweigen fallen folgende größere Arbeiten an:

  • Wasserversorgung Erneuerung Aufbereitung Stätzling (800.000 Euro), Austausch Pumpen Brunnen III und IV (125.000 Euro), Brunnenregenerierung (95.000 Euro) Erneuerung Trinkwasserleitung Bahnhofstraße (180.000 Euro), Erneuerung Wasserleitung Herbststraße (430.000 Euro), Erneuerung Wasserleitung Achstraße (80.000 Euro), Erneuerung Hauptleitung Schützenstraße (350.000 Euro), Erneuerung Hauptleitung Mergenthauer Weg (70.000 Euro), Hausanschlüsse (92.000 Euro) und Beschaffung elektronischer Wasserzähler (80.000 Euro).
  • Garagen Während 2020 in ein neues Parkleitsystem investiert wurde, fallen 2021 nur kleinere Neu- und Ersatzbeschaffungen an (4500 Euro).
In den Garagen in Friedberg gibt es nun ein Parkleitsystem. 2021 stehen nur kleinere Ausgaben an.
Bild: Sebastian Richly
  • Stromerzeugung Neuerrichtung einer Photovoltaikanlage (50.000 Euro).
  • Nahwärmenetz Hausanschlüsse Baugebiet Afrastraße (40.000 Euro).
  • Stadtbad, Sauna und Restaurant Sanierung Kleinkinderbecken (50.000 Euro), Austausch Beleuchtung Lehrschwimmbecken (60.000 Euro).
  • Abwasserbeseitigung Technik Kläranlage Ach (100.000 Euro), Technik Klärwerk Mittlere Paar (340.000 Euro), Ausbau Kanalnetz (3,3 Millionen Euro), Kanalsanierung Afrastraße (50.000 Euro), Kanalsanierung Bahnhofstraße (75.000 Euro), Kanalsanierung Friedberg Nord/Ost (100.000 Euro).
  • Friedhöfe Barrierefreier Zugang zum Friedhof Bachern (150.000 Euro), Abschluss Mauersanierung Stätzling (25.000 Euro).

Angesichts dieser Größenordnungen äußerte Jakob Eichele (Freie Wähler) Zweifel, ob der Defizitausgleich durch die Stadt in Höhe von 1,5 Millionen Euro ausreicht. Er regte darum an, diesen Betrag anzuheben. Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) entgegnete, dass die Verluste überwiegend durch das Bad und die Garagen verursacht werden. Die Gebühren für Wasser, Abwasser und Bestattungen müssen hingegen die Kosten decken. Eichmann räumte allerdings ein, dass die Stadt angesichts ihrer Finanzlage den Defizitausgleich wohl nicht mehr in der bisherigen Form leisten könne. Teilweise wurde das Minus bisher sogar für mehrere Jahre im Voraus ausgeglichen, um Strafzinsen für zu hohe Guthaben zu vermeiden.

Teure Investitionen in die Kläranlagen von Friedberg

Eichmann wies darauf hin, dass weitere teure Investitionen auf die Stadtwerke zukommen. So werde man sich voraussichtlich im Herbst mit dem Einbau einer vierten oder sogar fünften Reinigungsstufe für die Kläranlagen beschäftigen müssen. Bislang gibt es eine mechanische Stufe, eine biologische Stufe ohne gezielte Entfernung der Nährstoffe, wie Stickstoffe und Phosphate sowie eine weitere biologische Stufe mit gezielter Entfernung der Nährstoffe. Künftig soll es weitere Reinigungsstufen geben, um Schadstoffe wie etwa Medikamentenreste, multiresistente Keime oder Mikroplastik aus dem Abwasser zu beseitigen.

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