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Südufer Friedberg

14.12.2018

Das Friedberger Südufer-Festival fällt 2019 aus

2800 Besucher kamen dieses Jahr zum Südufer-Festival am Friedberger See. 18 Bands traten auf. Kommendes Jahr fällt die Veranstaltung aber aus.
Bild: Christian Kolbert (Archiv)

Grund sind Terminprobleme wegen des historischen Altstadtfests in Friedberg. Wie geht es dann im Jahr 2020 mit dem beliebten Festival am See weiter?

Kommendes Jahr finden im Juli das Altstadtfest und Reggae in Wulf statt, im August das Volksfest, im September der Halbmarathon: Da bleibt kein Termin mehr für das Südufer-Festival. Außerdem kommen die städtische Kulturabteilung und der Bauhof an ihre Kapazitätsgrenzen bei der Vorbereitung. Mit dieser Begründung verschob der Stadtrat die Open-Air-Veranstaltung auf 2020. Bis dahin gibt er der städtischen Kulturabteilung, welche die zweitägige Party zusammen mit einer externen Veranstaltungsagentur und jungen Leuten organisiert, einige Hausaufgaben auf.

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Fraktionsübergreifend forderten die Stadträte Veränderungen. So sollen Jugendliche bei Vorbereitung und Organisation stärker eingebunden werden, das Defizit soll sinken und das Konzept muss überdacht werden. Wolfgang Rockelmann (Parteifreie Bürger) fasste es so zusammen: „Jugendliche wissen am besten, was Jugendliche wollen.“ Weil alle drei Bürgermeister an der Beerdigung des früheren Völser Bürgermeisters Walter Kompatscher ins Südtirol teilnahmen, leitete Rockelmann die Sitzung. In dieser legte Kulturamtsleiter Frank Büschel die Zahlen dar. Das Festival, zu dem an zwei Tagen 2800 Besucher gekommen waren, macht ein Defizit von 100.000 Euro (minus geschätzt 17.000 Euro Vorsteuerrückerstattung). Hinzu kommen interne Kosten für Verwaltung und Bauhof.

Man habe wegen des schlechten Wetters ein Einnahmenproblem gehabt; gleichzeitig gebe es Einsparpotenzial, so Büschel. Südufer hatte zum zweiten Mal stattgefunden. 18 Bands und DJs waren am Start, es gab Stände und einen Kreativmarkt. 70 junge Leute, davon über die Hälfte aus Friedberg, halfen mit.

Jugendliche sollen beim Festival in Friedberg stärker mitreden

Während in der Sitzung des Kulturausschusses vor einigen Wochen Südufer stark unter Beschuss geraten war, stimmten dieses Mal alle Räte außer Franz Reißner grundsätzlich für die Weiterführung nach der Pause. Jugendpflegerin Simone Losinger (CSU) sagte sogar: „Das Festival hat grundsätzlich große Zustimmung im Stadtrat.“ Die Grünen, die auch der Festlegung eines Budgets zum momentanen Zeitpunkt nicht zustimmten, pochten allerdings auf eine Neukonzeption. Sie und auch die anderen Fraktionen forderten in erster Linie, Jugendliche mehr einzubinden – und zwar, indem sie auch starkes Mitspracherecht haben und nicht nur als billige Helfer benutzt werden. Nur auf diese Weise könne man junge Leute mitreißen und etwas schaffen, wo sie gerne hingehen, betonte Jugendpflegerin Johanna Hölzl-Dibba (Grüne).


Musik, Aktivitäten und viel Wasser prägten den zweiten Tag beim Südufer-Festival.
46 Bilder
Nass von oben und von unten: Tag 2 beim Südufer-Festival
Bild: Daniel Weber

In Vorgesprächen hatten sowohl der Jugendrat (den die Grünen allerdings abschaffen wollen) als auch der Jugendclub, der Erfahrung mit der Organisation der Tiefgaragenparty und anderer Veranstaltungen mitbringt, signalisiert, dass sie sich unter dieser Voraussetzung stärker einbringen würden. Und das auch nach einer Pause. In einer Projektgruppe für das Festival sollen aber außer Verwaltung und Jugendlichen die beiden Jugendpflegerinnen als Bindeglied zum Stadtrat sitzen, forderte das Gremium.

Und die Organisation müsse umgehend beginnen, verlangte Thomas Kleist, Fraktionschef der CSU. Das letzte Mal habe enormer Zeitdruck geherrscht. „Ziel muss es sein, das Festival zu etablieren und ein Konzept mit Wiedererkennungswert zu entwickeln – eine eigene Marke“, gab er langfristig auf. Damit und mit „mehr Qualität statt Quantität“ bei den Bands würde das Südufer auch über die Grenzen hinaus bekannt werden. Franz Reißner glaubt das nicht. Er meint, nur ein Invest von mehreren 100.000 Euro und/oder ein professioneller Veranstalter würde zum Erfolg führen. SPD-Fraktionschef Roland Fuchs, der das Südufer für „alternativlos“ hält, glaubt dagegen, man könne mit höheren Ticketpreisen die Bilanz verbessern.

„In Friedberg ist viel los, aber nicht für Jugendliche“

Johannes Hatzold (Freie Wähler) sieht eher Potenzial bei Sponsoren. Er ist ein Verfechter des Festivals und berichtete, dass sich seine Kinder oft beschweren: „In Friedberg ist viel los, aber für Jugendliche ist nichts da.“ Allerdings macht er sich Sorgen. „Das ist der Tod auf Raten“, prophezeite er. „Wenn wir 2019 aussetzen, wird Südufer 2020 nicht stattfinden.“

Lesen Sie dazu den Kommentar: Südufer muss ein „Friedberger Festival“ werden


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