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Friedberg

17.12.2019

Das Krankenhaus Friedberg hat ein Problem mit Legionellen

Bereits im September wurden im Friedberger Krankenhaus erhöhte Legionellenwerte festgestellt. Sterilfilter sorgen dafür, dass das Wasser wie gewohnt genutzt werden kann.
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Bereits im September wurden im Friedberger Krankenhaus erhöhte Legionellenwerte festgestellt. Sterilfilter sorgen dafür, dass das Wasser wie gewohnt genutzt werden kann.
Bild: Christian Gall

Plus Bereits im September wurden im Friedberger Krankenhaus Legionellen festgestellt. Warum die Öffentlichkeit nicht früher informiert wurde.

Im Friedberger Krankenhaus wurden erhöhte Legionellenwerte gemessen – und das bereits im September. Auf Nachfrage teilte das Landratsamt dies nun mit. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, wurden bei einer Routinekontrolle des Trinkwassers mehrere mit Keimen belastete Proben festgestellt. „Sowohl an Wasserhähnen als auch Duschen konnte man Legionellen nachweisen“, sagte der Pressesprecher des Landratamts Aichach-Friedberg, Wolfgang Müller.

Legionellen im Krankenhaus Friedberg: Filter an Wasserhähnen und Duschen

Legionellen sind Bakterien, die im Wasser leben und bei Menschen verschiedene Krankheiten auslösen können. Da insbesondere ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem gefährdet sind, gilt der Befall in einem Krankenhaus als kritisch. Um dem Problem zu begegnen, wurden nach Aussage des Landratsamts direkt nach dem Feststellen der Keimbelastung an allen Wasserhähnen und Duschen im Gebäude Sterilfilter angebracht. Für Patienten, Besucher und Personal sei der Wasserverbrauch daher ohne Einschränkungen möglich.

Laut dem ärztlichen Leiter des Friedberger Krankenhauses, Gastroenterologe Albert Bauer, sei nach derzeitigem Kenntnisstand kein Fall bekannt, in dem sich jemand im Krankenhaus mit Legionellen infiziert hat. Wie er erklärt, wurde nach dem Feststellen der Keimbelastung im September ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem die Wasserversorgung im Krankenhaus überprüft wird. Dazu, wie stark der Grenzwert bei Legionellen überschritten wurde, wolle er noch keine Angabe machen: „Im Zuge des Gutachtens wird das Wasser nachbeprobt. Die Ergebnisse warten wir noch ab.“ Wie es vom Landratsamt heißt, soll das Gutachten noch in diesem Jahr vorliegen.

Der ärztliche Leiter des Friedberger Krankenhauses, Gastroenterologe Albert Bauer.
Bild: Christian Gall

Öffentlichkeit wurde über Legionellen im Friedberger Krankenhaus spät informiert

Laut dem Pressesprecher Wolfgang Müller lag es wohl an den Turbulenzen in der Geschäftsführung der Kliniken an der Paar, dass der Fund der Keime nicht der Öffentlichkeit gemeldet wurde: „Im August trennte man sich vom Geschäftsführer Krzysztof Kazmierczak. Ich gehe davon aus, dass man unter diesen Umständen versäumt hat, die Öffentlichkeit zu informieren.“ Wie Müller sagt, wurde unverzüglich das Gesundheitsamt informiert, wie es in solchen Fällen vorgeschrieben ist. Auch die Besucher des Krankenhauses habe man mit einem Aushang über den Fund der Keime informiert.

Das weitere Vorgehen im Friedberger Krankenhaus ist nun von dem Gutachten abhängig. Die darin empfohlenen Maßnahmen werden schnellstmöglich umgesetzt“, heißt es in der Mitteilung des Landratsamts. Wie Pressesprecher Müller sagt, habe man mit dem Installieren der Sterilfilter bereits eine kurzfristige Lösung gefunden. Im nächsten Schritt wolle man den Ursachen auf den Grund gehen.

Zuletzt gab in Friedberg 2016 ein größeres Legionellen-Problem. Damals wurden erhöhte Werte der Bakterien in den Turnhallen des Gymnasiums und der Freisportanlagen festgestellt. Allerdings wurden die Grenzwerte jeweils nur leicht überschritten, die Sanitäranlagen konnten weiterhin benutzt werden.

Gutachten soll klären, wie man die Legionellen im Krankenhaus Friedberg bekämpfen kann

Auch das Klinikum Günzburg hatte vor rund einem Jahr mit Legionellen zu kämpfen. Dort wurden ebenfalls Filter eingesetzt, um das Problem zu entschärfen. Nach Aussagen des Klinikums lag die Ursache für die erhöhte Keimkonzentration an Warmwasserbereitungsgeräten. Legionellen werden bei einer Wassertemperatur von mehr als 60 Grad abgetötet. Daher verfügen Gebäude über ein Leitungssystem, in dem heißes Wasser regelmäßig zirkuliert. Gerade in älteren Gebäuden kann es aber zu Problemen mit der Technik kommen. Wenn ein Teil des Wassers länger nicht erhitzt wird, können sich Legionellen dort ungehindert vermehren. Ob im Friedberger Krankenhaus ebenfalls ein Problem mit der Wasseraufbereitung vorliegt oder ob es einen anderen Auslöser für die Keimbelastung gibt, soll nun das Gutachten klären.

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