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Mering

09.01.2020

Das Meringer Heimatmuseum wird eingepackt

Ein Teil des Museums, der sich im alten Bereich der Schlossmühle befindet, konnte inzwischen fast vollständig geräumt werden.
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Ein Teil des Museums, der sich im alten Bereich der Schlossmühle befindet, konnte inzwischen fast vollständig geräumt werden.
Foto: Heimatverein Mering

Plus Die Mitglieder des Heimatvereins krempeln kräftig die Ärmel hoch und räumen den alten Teil der beliebten Einrichtung. Doch noch wartet eine weitere Mammutaufgabe auf die Ehrenamtlichen.

Luftpolsterfolie, Filzstift, Akkuschrauber und Brecheisen: Das sind die wichtigsten Materialien und Werkzeuge, die beim Meringer Heimatverein in den letzten Wochen zum Einsatz kamen. Und natürlich waren auch viel Muskelkraft und Einsatz gefordert, um die zahlreichen Exponate möglichst schonend zu bergen und zu sichern, zugleich aber auch die umfangreichen Einbauten zu demontieren. Schließlich lautete das selbst gesteckte Ziel, noch vor Weihnachten den Ausstellungsraum im alten Teil des Heimatmuseums zu räumen. Der Markt Mering hat dazu auf dem Ludwig-Areal Raum zur Zwischenlagerung angemietet. Die ersten Stücke hat der Heimatverein am Donnerstag bereits dort eingestellt.

Die alten Tragbalken im Dach der Schlossmühle, auf denen zu Zeiten des Mühlenbetriebs noch das Getreide lagerte, stehen jetzt frei: Mit großer Unterstützung aus den eigenen Reihen, aber auch der Modellbahnfreunde Mering, gelang das Unterfangen. Der Abnahme des älteren Museumsteils durch den Eigentümer Christian Gumpp, der dort eine neue Säulenkonstruktion einbauen möchte, steht somit nichts mehr im Wege. Natürlich konnte bei weitem nicht alles, was im nun verloren gehenden Museumsteil ausgestellt oder in dessen Dachdepot gelagert war, im neuen Teil des Museums untergebracht werden. Bislang haben laut Heimatverein auch nur wenige Leihgeber Objekte zurückgeholt. Genau erfasst wird das anhand der Inventardatenbank und gegen entsprechende Bestätigungen.

Heimatmuseum: Einige Stücke passen gar nicht durch die Türe

Nun geht es vor allem darum, im neuen Museumsteil wieder Platz zu schaffen, um auch das Dachdepot vollständig räumen und letzte, noch im alten Teil verbliebene Objekte zur Transportvorbereitung in den neuen Teil schaffen zu können. Deshalb wird es einen ersten Arbeitseinsatz des Marktbauhofs geben, bei dem zuerst einmal sperrige, aber kaum empfindliche Stücke zum von der Marktgemeinde angemieteten Zwischenlager gebracht werden. Dazu zählen beispielsweise die Lore aus dem Lehmabbau, eine Hobelbank oder ein knapp fünf Zentner schwerer Amboss. Leichtes Kopfzerbrechen bereitet noch das große Holz-Zahnrad des Getreideaufzugs mit seiner massiven eichenen Seilrolle, die momentan noch zu groß ist für jede Tür des Museums; ähnlich steht es um den großen Webstuhl, der wahrscheinlich zerlegt werden muss.

Joachim Pagel und Anton Schlickenrieder, die Heimatvereins-Vorsitzenden und Organisatoren des Umzugs, hoffen, dass nach den ersten Fuhren und dem Abtransport des beim Abbau angefallenen Altholzes der untere Museumsteil praktisch komplett frei sein wird. Das Treppenhaus im Nordflügel ist ebenfalls weitestgehend geräumt, wobei das schöne, dem Verein gehörende schmiedeeiserne Tor, nach der endgültigen Übergabe des vollständig geräumten Museumsteils und des Dachdepots zuletzt entfernt wird.

Helfer in Mering staunen über die Schätze in der Schlossmühle

Auch dort oben ist es schon luftiger geworden: Die großen, damals eigens von einem Vereinsmitglied angefertigten Rollboxen mit Deckel sind entfernt. Freilich bedarf es aber noch vieler Hände und Köpfe Arbeit, bis auch dort alles verpackt und abtransportiert ist, von der Armbrust über unzählige Stücke Lipp-Keramik bis hin zu den historischen Schreibmaschinen. Gerade für mit den Beständen nicht im Detail vertraute Helfer ist es immer wieder erstaunlich, was sich so alles an früheren Alltagsgegenständen findet, vom Krankenhaus-Rollstuhl bis hin zur handbetriebenen Wäscheschleuder. Allerdings ist mit der Umlagerung einen halben Stock tiefer in den neueren Museumsteil erst der geringere Teil der Arbeit getan, denn alles muss registriert und so verpackt werden, dass jederzeit jedes Stück aufgefunden werden kann.

„Wir hoffen, dass wir bis Ende Januar den ersten großen Schwung zum Zwischenlager geschafft haben werden“, so die beiden Vorsitzenden. Bewältigen soll das ein Umzugsunternehmen, das von der Marktgemeinde als eigentlicher Träger des Museums beauftragt wurde. Drei bis vier Fuhren sollen es insgesamt werden, wobei voraussichtlich auch ein Schrägaufzug zum Einsatz kommen wird.

Im Zwischenlager harrte der Vereinsmitglieder dann der dritte Teil der großen Herausforderung „Museums(teil)auszug“: Überprüfung, soweit erforderlich formale Nacherfassung oder auch Aufgaben wie die Digitalisierung bislang aus Platzgründen nicht bearbeitbarer Bestände. Schließlich soll alles bereit sein, um eines Tages, wenn der Gemeinderat sich auf einen neuen Standort geeinigt hat, auf fundierter Basis ein Konzept für ein neues Meringer Heimatmuseum entwickeln zu können. Theoretisch mögliche Standorte zeichnen sich hierfür sogar schon ab.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Meringer Heimatverein packt in der Schlossmühle ein

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