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Kissing

20.02.2021

Das geplante Impfzentrum in Kissing sorgt für Fragen

In der Paartalhalle in Kissing wird bald das neue Impfzentrum eingerichtet.
Bild: Philipp Schröders (Archiv)

Plus Der Kissinger Gemeinderat begrüßt die Einrichtung des Impfzentrums in der Paartalhalle. Allerdings gibt es mehrere Fragen zu dem Vorhaben.

Der gastronomische Bereich der Paartalhalle in Kissing steht bereits seit über einem Jahr leer. Aufgrund der Corona-Pandemie hat der Erlebachsaal, der eigentlich für Großveranstaltungen gedacht ist, als provisorischer Sitzungssaal wieder an Bedeutung gewonnen. Insgesamt ist es aber in der Halle in den vergangenen Monaten sehr ruhig geworden. Das wird sich bald ändern, aber nicht im Hinblick auf Veranstaltungen und Partys. Der Landkreis hat den Gastrobereich vielmehr als Standort für ein neues Impfzentrum auserkoren. Das stieß im gesamten Gemeinderat am Donnerstagabend auf Zustimmung, sorgte aber auch für Fragen.

Bürgermeister Reinhard Gürtner erklärte in der Sitzung, dass der Vorschlag erst am vergangenen Montag vom Landratsamt an die Gemeinde herangetragen worden sei. Einen Tag später hätten sich dann Vertreter der Landkreisbehörde und des Unternehmens Vitolus, das die Corona-Impfungen im Wittelsbacher Land abwickelt, ein Bild vor Ort gemacht. Sie erklärten den gastronomischen Bereich für ihre Zwecke geeignet, also trug Bürgermeister Gürtner dem Gemeinderat das Ansinnen am Donnerstagabend vor. Der Landkreis will den kompletten Gastrobereich inklusive dem Erlebachsaal, dem kleineren Restaurant und dem Bistro anmieten. Der Impfbetrieb soll bereits im März aufgenommen werden.

Gemeinde Kissing erhält Miete für den Gastrobereich

Ronald Kraus von der SPD sagte: "Wir halten es für gut, dass die Gemeinde Kissing auf der Karte des Robert Koch-Instituts erscheint." Dann schob er aber mehrere Fragen nach. Kraus erinnerte daran, dass der Gemeinderat vor Kurzem entschieden hatte, den Sitzungssaal im Rathaus umzuwidmen. Dort sollen zukünftig Büroräume für die Verwaltung eingerichtet werden, die dringend mehr Platz braucht. "Müssen wir diesen Beschluss jetzt wieder revidieren?" Gürtner sah in der Entscheidung kein Problem. "Es stehen uns mehrere Möglichkeiten offen." Er nannte beispielsweise die Aula der Grundschule und die Mehrzweckhalle. Der geschäftsleitende Beamte Hubert Geiger pflichtete ihm bei und sagte: "Die Hygienevorschriften werden noch länger gelten und der Sitzungssaal ist sowieso nicht geeignet, um sie während der Pandemie einzuhalten."

Kraus wollte zudem wissen, ob der Landkreis für die Nutzung der Räume in der Paartalhalle Miete zahlen wird. Gürtner bejahte die Frage. "Der Landkreis mietet den Bereich ganz normal an. Den Preis pro Quadratmeter kann ich Ihnen jetzt nicht sagen, aber jeder Euro den wir bekommen, ist mehr als wir jetzt einnehmen." Die SPD-Sprecherin Silvia Rinderhagen betonte später, dass ihre Fraktion das Vorhaben des Landkreises voll unterstütze.

Impfzentrum in der Paartalhalle: Vermietung des Gastrobereichs zurzeit nicht möglich

CSU-Sprecher Michael Eder sagte: "Wir von der CSU begrüßen den Vorschlag. Wir haben die geeigneten Räume." Auch die Verwaltung betonte, dass eine Verpachtung des Gastrobereichs aufgrund der Pandemie derzeit nicht relevant sei. Allerdings hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr von der Unternehmensberatung Funktory aus Augsburg ein Nutzungskonzept ausarbeiten lassen, damit dort wieder Leben einkehrt.

Eder regte an, in der Nähe der Paartalhalle eine provisorische Bushaltestelle einrichten zu lassen, um Menschen ohne Auto die Anfahrt zu erleichtern. Gürtner sagte: "Das ist bisher noch nicht vorgesehen, aber ein guter Anreiz." Der Bürgermeister erklärte, dass die Leiterin des Mehrgenerationenhauses Casa Cambio, Brigitte Dunkenberger, ihm bereits mitgeteilt habe, dass es schwer sei, die Senioren mit dem Fahrdienst nach Dasing zu bringen. Aus diesem Grund sehe er nicht nur für den Süden des Landkreises, sondern auch für Kissing einen Gewinn im Impfzentrum.

 

Peter Wirtz von den Freien Wählern, der auch Seniorenbeauftragter ist, pflichtete ihm bei. Mit Hin- und Rückfahrt hätte der Fahrdienst pro Tag nur zwei Personen nach Dasing befördern können. "Nun ist alles wesentlich einfacher." Katharina Eigenmann von den Grünen sprach sich auch ganz eindeutig für das Impfzentrum aus. "Außergewöhnliche Situationen benötigen außergewöhnliche Maßnahmen. Für alle Probleme, die auftauchen, wird man sicherlich eine Lösung finden können." Letztendlich stimmte der Gemeinderat einstimmig der Anfrage des Landratsamts zu.

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