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Windkraft in Laimering

11.05.2014

Depression und Burn-out im Schatten der Windkraft

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Für sehr problematisch hält die BTG die Windkraft
Bild: Archiv: Lienert

Bürgerinitiative informiert vor vollem Haus über die Auswirkung von Infraschall und über die Machbarkeit der Energiewende

Ein volles Haus ist gewiss, wenn die Windkraftgegner der Bürgerinitiative BTG Laimering-Rieden-Gallenbach einladen. Beim jüngsten Infoabend in Laimering ging es um die fatalen Folgen von Infraschall und darum, wie sich die Energiewende trotz des schwankenden Stromertrags aus regenerativen Energien verwirklichen lässt. In eigener Sache bat die BTG zudem um Spenden, um damit das gerichtliche Vorgehen gegen die geplanten Windkraftanlagen im Blumenthaler Forst zu finanzieren.

Dr. med. Johannes Mayer aus Rieden befasste sich mit dem Thema Infraschall. Darunter versteht man Schall, dessen Frequenz unterhalb der menschlichen Hörschwelle liegt. Von Infraschall gingen sehr wohl Gesundheitsgefahren aus, so Mayers Ansicht. Was die Windindustrie und die Politik propagierten, sei einfach falsch. „Man findet nur das, was man misst“, sagte er und verwies auf ungeeignete Messmethoden. Der Bürger werde für dumm verkauft. Obwohl der Infraschall nicht hörbar sei, werde er vom Ohr über die äußeren Haarzellen als Impuls in das Stammhirn übertragen und könne dort die Zentren für Gleichgewicht, Atmung und Herzfrequenz stören. Zusätzlich komme es zur Überlagerungen biologischer Rhythmen. Kurzfristige Reaktionen auf Infraschall seien unter anderem Ohrdruck, Unsicherheits- und Angstgefühle, Schwindel, Erschöpfung, Morgenmüdigkeit oder Herabsetzung der Atemfrequenz. Langzeitwirkungen seien eine Herabsetzung der Atemfrequenz mit Verschlechterung von Atemwegserkrankungen und generell der Sauerstoffversorgung, chronischer Stress mit nächtlicher Unruhe und Schlafstörungen, Veränderung der Hirnphysiologie. Auswirkungen seien emotionale Labilität, Depression, Burn-out und einiges mehr. Infraschall erhöhe den Blutdruck, vermindere die Anpassungsfähigkeit des Herzens und erhöhe das Herzinfarktrisiko. Infraschallschäden seien keine „wissenschaftliche Spinnerei“, sagte Mayer und führte zahlreiche internationale Studien an, die das belegen.

In einem zweiten Vortrag riet Mayer dringend davon ab, Anteile der geplanten Windräder zu kaufen. Die Anlagen seien niemals wirtschaftlich. Der gerade neu erschienene Windatlas weise für Rieden eine Windgeschwindigkeit von 5,5 Metern pro Sekunde aus. Als „mäßig bis saumäßig“ bezeichnete Mayer diese. Es seien 1200 Volllaststunden im Jahr zu erwarten. „Dies deckt nicht einmal die Kosten. Wer hier investiert, verschenkt Geld!“, warnte Mayer.

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Wind und Sonne seien „unzuverlässige Gesellen“, trotzdem sei die Energiewende machbar, sagte Diplom-Ingenieur Johann-H. Schruff. „Wir müssen die Energiewende schaffen“, sagte er, „sonst blamierten wir uns vor der ganzen Welt.“ Seine Forderung war, den Energieverbrauch dem Angebot anzupassen, nicht umgekehrt. Das bedeutet, dass man Strom verbrauchen soll, wenn gerade die Sonne vom Himmel brennt oder der Wind kräftig bläst. Als Beispiel nannte er den 21. Juli 2013, als die Hälfte des Strombedarfs durch Photovoltaikanlagen gedeckt wurde und als Gegenbeispiel den 21. Januar 2014, als aus dieser Quelle fast nichts kam. Es werde immer Schwankungen geben. „Wir werden in diesem Jahrhundert keine guten Speicher zur Verfügung haben“, behauptete Schruff. „Die Waschmaschine kann laufen, wenn Wind weht“ sei ein Beitrag, den jeder Haushalt leisten könne. Wenn Strom knapp ist, könnten Stromfresser wie Klimaanlagen abgeschaltet werden.

Nachdem es nach der Zustimmung des Aichacher Stadtrates und auch der Gemeinderäte von Dasing und Sielenbach so aussieht, als ob die geplanten Windkraftanlagen im Blumenthaler Forst genehmigt würden, will die Bürgerinitiative BTG Laimering-Rieden-Gallenbach dagegen klagen.

Bernd Huhnt und Hans Rieder, die Sprecher der Vereinigung, baten die Anwesenden um Spenden. Laut Huhnt ist bereits in der ersten Instanz mit Kosten von 90000 Euro zu rechnen. „Die BI verpflichtet sich, die Gelder nur dafür zu verwenden, den Windpark in seiner jetzigen Form zu stoppen. Bei Nichtbeanspruchung wird das Geld zurückerstattet“ sagte Huhnt.

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