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Mering

23.09.2020

„Der Landkreis macht es sich bei der Meringer Sportanlage zu einfach“

Die Sportanlage in Mering ist nicht nur für Schüler und Lehrer gefährlich. Auch zwei Fußballspieler haben sich wegen der defekten Abdeckung der Regenrinne bereits verletzt.
Bild: Eva Weizenegger

Plus Der Meringer Sportbeauftragte Andreas Widmann und der MSV-Vorsitzender Georg Resch haben zum Kaufangebot des Landkreises für die Sportanlage einiges zu sagen.

Bei einem möglichen Verkauf der Meringer Sportanlage an den Landkreis Aichach-Friedberg will Georg Resch, Vorsitzender des Sportvereins Mering, ein Wörtchen mitreden. „Denn es geht hier auch darum, die vertraglich zugesicherten Nutzungsrechte zu wahren.“ Auch der Sportbeauftragte der Marktgemeinde, Andreas Widmann, will zum Angebot des Landkreises einige Dinge klarstellen.

Nachdem der MSV in den 1960er-Jahren an die Marktgemeinde Mering das ehemalige Sportgelände übergeben hatte, wurde dem Verein vertraglich eine kostenfreie Nutzung der Sportanlage an der Tratteilstraße zugesichert (wir berichteten). Im Zuge des Sportheimneubaus wurde dieser Vertrag dahingehend geändert, dass nun das kostenfreie Nutzungsrecht der Sportanlagen für den MSV auf 50 Jahre begrenzt wurde.

Über einen Verkauf ist in Mering noch nicht gesprochen worden

„Unabhängig von den Eigentumsverhältnissen muss dieser Status quo für den MSV natürlich bestehen bleiben“, fordert Resch, der auch als CSU-Fraktionsvorsitzender im Marktgemeinderat vertreten ist. Zudem sei über einen möglichen Verkauf der Flächen an den Landkreis im Marktgemeinderat noch gar nicht gesprochen worden.

Der Sportbeauftragte der Marktgemeinde, Andreas Widmann, will zum Angebot des Landkreises einige Dinge klarstellen.
Bild: Albert Niedermeyr

Wie bereits berichtet, ist die Sportanlage an der Tratteilstraße in einem so maroden Zustand, dass seit mehreren Jahren dort kein Sportunterricht stattfinden kann. Die beiden Schulleiter Andreas Pimpl (Realschule) und Josef Maisch (Gymnasium) fürchten nun, dass dieser Zustand noch ein weiteres Schuljahr andauert.

Schlechte Aussichten auf schnelle Sanierung in Mering

Bürgermeister Florian Mayer hatte bestätigt, dass man wohl den Stichtag 29. September für einen Förderantrag der Sanierungsmaßnahme bei der Regierung von Schwaben auch diesmal nicht mehr halten könne. Zudem wolle er das Projekt in einen weiteren Fördertopf des Bundes einreichen und darüber werde erst im dritten oder vierten Quartal des nächsten Jahres entschieden. Was die Aussicht auf eine schnelle Umsetzung der Sanierung weiter trübt.

Der Landkreis Aichach-Friedberg hat als Sachaufwandsträger für die Realschule und das Gymnasium ein großes Interesse daran, dass dort wieder Sportunterricht stattfinden kann. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es seit Jahren ein Angebot an die Marktgemeinde, dass der Kreis das Gelände übernimmt und die Sanierung zügig in die Wege leitet.

Die Sportanlage an der Tratteilstraße in Mering ist in einem so maroden Zustand, dass seit mehreren Jahren dort kein Sportunterricht stattfinden kann.
Bild: Eva Weizenegger (Archivbild)

„Da macht es sich der Landkreis etwas einfach“, sagt Andreas Widmann. Der Meringer Sportbeauftragte, der seit dieser Amtsperiode auch SPD-Fraktionsvorsitzender ist, bestätigt, dass es das Kaufangebot vonseiten des Kreises gegeben habe und er davon auch Kenntnis hatte. „Das ändert aber nichts daran, dass die Arbeiten für die Sanierung des Sportgeländes auch deshalb ins Stocken gerieten, weil der Landkreis anfangs ein indiskutables Angebot beim Verteilungsschlüssel der Kosten gemacht hat.“ Der damalige Bürgermeister Hans-Dieter Kandler habe sich vehement dafür eingesetzt, dass auch die Nutzung durch die Schulen mit in die Berechnungen fließe.

Die Marktgemeinde trage als Sachaufwandsträger der Grundschule hier einen wesentlich geringeren Teil als der Landkreis mit Gymnasium und Realschule. Widmann gibt zu, dass nachdem diese Kostenaufteilung letztendlich doch geklärt werden konnte, die Planungen für die Sanierung ins Stocken gerieten. „Aber nicht nur ich als Sportbeauftragter, sondern auch Teile der SPD-Fraktion haben mehrfach und viele Jahre darauf gedrängt, dass die Sportanlage in Angriff genommen wird.“

Georg Resch erläutert, dass auch er als MSV-Vorsitzender, ein großes Interesse an der Sanierung des Sportgeländes habe. „Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass sich bereits zwei Fußballspieler verletzt hatten, wegen der defekten Abdeckungen an der Abflussrinne am Spielfeld.“ Diese Zustände sind seiner Meinung nach unhaltbar.

Resch bringt in Mering den Gordischen Knoten zum Platzen

Schließlich habe er mit seinem Vorschlag, die Baumaßnahme auf zwei Abschnitte aufzugliedern, um zunächst die Leichtathletikflächen und das Spielfeld und erst in einem weiteren Zug über die Positionierung des Hartplatzes zu sprechen, den Gordischen Knoten zum Platzen gebracht.

Bei einem möglichen Verkauf der Meringer Sportanlage an den Landkreis Aichach-Friedberg will Georg Resch, Vorsitzender des Sportvereins Mering, ein Wörtchen mitreden.
Bild: Andreas Lutz

Wichtig sei bei einer Sanierung auch der Zeitpunkt. „Es geht darum, dass unser Spielbetrieb gewährleistet ist“, so Resch weiter. Zudem müsse die Maßnahme so getaktet werden, dass sie den Neubau des Sportheims nicht tangiere. „Da müssen genaue Baufenster gemacht werden“, betont Resch.

Auch in seiner Funktion als Marktgemeinderat setzt sich Resch für einen Verbleib der Sportanlage Mering in kommunaler Hand ein. „Wir wissen genau über die Befindlichkeiten unserer Vereine und Organisationen, das kann nicht über das Landratsamt geregelt werden.“ So seien Feste wie beispielsweise der Weltkindertag, das Jugendzeltlager des MSV oder auch die Vereinbarungen mit den Stockschützen, die ebenfalls eine Fläche auf der Anlage nutzen, die Nutzung durch den Turnverein mit seiner Leichtathletikabteilung mit der Verwaltung der Gemeinde schnell und unbürokratisch abzusprechen. „Ob das auf Kreisebene so einfach wird, wage ich zu bezweifeln“, schätzt Resch die Situation ein.

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