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Fußball in Friedberg

16.02.2018

Der Waldlauf ist wohl passé

Nicht nur im Sommer, auch im Winter, setzen viele Trainer auf das Training mit Ball. Das stupide Rundenlaufen und die Waldläufe scheinen ausgedient zu haben, selbst wenn auf dem Platz nichts geht, stehen nun andere Trainingsmethoden im Fokus.
Bild: Peter Kleist

Auch bei den Amateur-Kickern hat sich in Sachen Training in den letzten Jahren viel getan – gerade in der Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde.

Es sieht fast so aus, als hätte der klassische Waldlauf im Rahmen der Fußball-Vorbereitung ausgedient. Selbst wenn Eis, Schnee oder Matsch ein Training auf dem Platz unmöglich machen, sieht man kaum noch Fußballer durch Wälder oder auf Trimm-Dich-Pfaden keuchen. Mittlerweile haben andere, moderner Methoden Einzug gehalten in das Training der Amateurkicker.

„Da hat sich gewaltig was geändert in den letzten zehn Jahren“, meinte beispielsweise Kissings Abteilungsleiter Mario Borrelli. Der KSC-Fußballboss und bekennende FCA-Fan ist gerne Trainingszaungast beim Bundesligisten und muss feststellen, dass sich die Trainer im Amateurbereich immer mehr an den Profis orientieren. „Der Trainingsaufbau und der Ablauf einer Übungseinheit passt sich immer mehr an die Methoden im Profibereich an – übrigens auch bei der Jugend“, erklärt Borrelli, dessen Sohn bei den Stätzlinger Junioren spielt. „Es ist nicht mehr wie früher ein stupides Konditionsgebolze, sondern wirklich abwechslungsreich“, weiß der Kissinger Funktionär. Der stellt auch seinem Trainer David Bulik ein gutes Zeugnis aus. „Der macht ein gutes Training, viel mit dem Ball, Einheiten mit Intervall–Läufen auf der Tartanbahn – und natürlich geht es auch in die Soccerhalle oder zum Spinning“, so Borrelli. Das meiste aber finde auf dem Trainingsplatz statt – zur Not, wenn die Bedingungen zu schlecht sind, auch auf dem Allwetterplatz.

Ein Freund des Trainings draußen ist Merings Coach Gerhard Kitzler. „Ich halte viel davon, auch bei nicht idealen Bedingungen auf dem Platz und draußen zu trainieren – schließlich wird auch draußen gespielt“, so der Meringer Trainer. „Es ist schon eine gewaltige Umstellung vom Kunstrasen auf den normalen Rasen“, weiß der Übungsleiter – deshalb werde so viel wie möglich auf dem normalen Trainingsplatz gemacht. Der 62-Jährige nimmt für sich in Anspruch, auf einem „modernen Stand“ in Sachen Training zu sein, doch er geht mit seinem Team nicht zum Spinning, zum Boxen oder in den Kraftraum. „Solche Übungen können wir auch auf unserer Tribüne oder der Tartanbahn machen, ab und geht es in die Soccerhalle, wenn draußen gar nichts geht“, so Kitzler. Der ist bislang mit der Vorbereitung zufrieden, es läuft besser als erwartet. Nur die kurzfristige Absage des Testspiels seitens des VfL Kaufering kam beim MSV-Trainer nicht gut an. In der Faschingswoche hat der Coach seinen Mannen am Rosenmontag frei gegeben – „da musste ich mich anpassen“, meinte er schmunzelnd.

Auch Stätzlings Trainer Alex Bartl macht sich moderne Trainingsmethoden zu eigen – schließlich geht der 39-Jährige auch regelmäßig zu Trainerlehrgängen. „Ich will viel mit dem Ball machen, die traditionellen Waldläufe stehen kaum an – auch wenn zu Beginn schon mal Laufen auf dem Programm steht“, so Bartl.

Sollte auf dem Platz aus Witterungsgründen keine Einheit möglich sein, sucht Bartl nach alternativen Trainingsformen. „Dann geht’s zum Spinning oder zum Boxen oder auch mal in die Soccerhalle. Ich hole mir natürlich auch Anregungen aus anderen Sportarten“, sagte Alex Bartl.

Das Training habe sich wirklich geändert, meinte der Trainer des Landesligisten weiter – und er ist froh darüber. „Denn ich habe auch als Spieler nur ungern die langen Ausdauerläufe gemacht“, erklärte er mit einem Schmunzeln.

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