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Gesundheit

28.04.2015

Die Plagegeister lauern wieder

Acht Beine, Stechrüssel, Widerhaken. Ihr Anblick ist nicht schön und eine Begegnung mit ihr möchte man am liebsten vermeiden. Jetzt im Frühling bekommt der Mensch ungewollt wieder mehr mit ihr in Kontakt: der Zecke.

Wird es draußen warm und feucht, werden auch die Zecken wieder aktiv. Der beste Schutz? Richtig vorsorgen und es gar nicht erst zu einem Zeckenstich kommen lassen

Die Zeckenzeit hat begonnen. Der Landkreis Aichach-Friedberg zählt zu den bayrischen Risikogebieten. Die Krabbeltiere können gefährliche Krankheiten wie FSME oder Borreliose übertragen. Wer viel im Grünen unterwegs ist, der sollte vorsorgen.

Dr. Michael Hennig vom Gesundheitsamt Aichach-Friedberg rät zu einem sinnvollen Umgang mit der Gefahr: „Auf den Genuss der Natur muss man keinesfalls verzichten.“ Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sei jedoch sinnvoll. Ist man beispielsweise in hohem Gras unterwegs, empfiehlt es sich, lange Hosen und hohe, geschlossene Schuhe zu tragen. Zeckenabwehrsprays oder Cremes helfen davor, dass die Krabbeltiere auf Tuchfühlung gehen. Nach jedem längeren Aufenthalt im Grünen sollte der Körper gründlich auf Zecken abgesucht werden.

Diese Maßnahmen können vermeiden, dass es zu einem Zeckenstich kommt. Haben es die Blutsauger doch geschafft, kann man sie relativ einfach selbst entfernen. Spezielle Zeckenkarten oder Zeckenzangen sind beispielsweise in Apotheken zu kaufen. Hier gilt: Die Zecke sollte nicht zerquetscht und möglichst zeitnah entfernt werden, so Jürgen Riemer, Apotheker und Filialleiter der Rothenberg Apotheke in Friedberg. Wer unsicher sei, der sollte jedoch lieber seinen Arzt aufsuchen. Auf keinen Fall sollte man Hausmitteln trauen und versuchen die Zecke mit Klebstoff oder Alkohol zu ersticken. Denn unter Stress entleert die Zecke ihren Mageninhalt, mitsamt den Erregern in die Stichstelle.

Aber nicht jede Zecke hat Krankheitserreger in sich und überträgt diese auch. Und nicht jeder Gestochene infiziert sich. Im letzen Jahr wurden im Landkreis Aichach-Friedberg 2 FSME-Fälle gemeldet. In der selben Zeit erkrankten 27 Menschen an Borreliose. Laut dem Leiter des Gesundheitsamts Michael Hennig ist jedoch zusätzlich von einer Dunkelziffer auszugehen.

Gegen die sogenannt Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), gibt es eine Schutzimpfung. Die von Zecken übertragbaren Viren können im schlimmsten Fall zu einer Hirnhautentzündung führen. „Gerade Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, sollten deshalb in Erwägung ziehen, sich impfen zu lassen“, so Hennig, „Jetzt im Frühjahr ist der Zeitpunkt ideal, so ist man im Sommer zur Hauptinfektionszeit ausreichend geschützt.“ Die Kosten für die FSME-Impfung übernehmen in Bayern die Krankenkassen.

Nicht nur Jogger, Kinder, eifrige Gärtner oder Menschen, die ihren Beruf in der Natur ausüben, zählen zur Gruppe der Gefährdeten. Auch Halter von Katzen und Hunden sollten eine Impfung in Erwägung ziehen, da die Tiere Zecken in die Wohnung mitbringen können. Gegen die weitaus häufiger auftretende Krankheit Borreliose lässt sich jedoch nicht impfen. Unbehandelt kann sie schwere gesundheitliche Folgen, wie beispielsweise starke Schmerzen, Lähmungen oder Nervenentzündungen mit sich bringen. Ein deutliches Warnsignal ist die sogenannte Wanderröte, eine ringförmige sich ausbreitende Rötung der Haut. Sie tritt bei circa 50 bis 60 Prozent der Erkrankten auf. Auch Fieber und Grippesymptome in den ersten Wochen nach einem Zeckenstich können Hinweise auf die Erkrankung sein. Früh erkannt, lässt sich die Krankheit jedoch gut mit Antibiotika behandeln. Deshalb gilt, bei ersten Anzeichen den Arzt aufsuchen.

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