Newsticker
Syriens Präsident Baschar al-Assad positiv auf Corona getestet
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Dieser Friedberger liebt und lebt die Musik

Menschen in Friedberg

19.01.2019

Dieser Friedberger liebt und lebt die Musik

Mit der Schauspielerin und Sängerin Sarah Hieber ist Fred Brunner seit 2011  mit dem "Trödelmarkt der Träume" nach Michael Ende unterwegs, wofür er alle Kompositionen selbst schrieb.
Bild: Heike Scherer

Fred Brunner arbeitet beim Kinder- und Jugendtheater Eukitea in Diedorf und Berlin. So hat er dort seinen eigenen Weg gefunden.

Wenn Fred Brunner mit Melodien und Rhythmen experimentiert, verwendet er nicht nur Klavier, Synthesizer, Melodion oder Percussion-Instrumente, sondern auch exotische oder selbst gebaute Instrumente. Der 52-jährige Friedberger liebt und lebt die Musik, sie prägt sein Leben, seit er als kleiner Junge mit dem Orgelspiel begann. Mittlerweile ist er Musikalischer Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Eukitea, im Landkreis aber auch bekannt durch Auftritte mit dem vertonten „Trödelmarkt der Träume“ nach dem Gedichtband von Michael Ende. Bei diesem musikalischen Projekt mit der Schauspielerin Sarah Hieber hatte er eigene Melodien zu den Texten gefunden. Derzeit arbeiten sie mit einem Produzenten und Gastmusikern an Studioaufnahmen.

Der Vater von Fred Brunner war Organist

Bereits im Alter von sechs Jahren begann für den 52-jährigen gebürtigen Franken der Unterricht an der Kirchenorgel. Sein Vater war Organist in der katholischen Kirche eines kleinen Dorfes bei Bad Kissingen. So war es nicht erstaunlich, dass er bei seinem Sohn ebenfalls Interesse für das Orgelspiel weckte.

Mit 15 Jahren wurden für Fred Brunner aber immer mehr andere Instrumente interessant: Mit einem Synthesizer, den er geschenkt bekommen hatte, spielte er Rock- und Popsongs, die er von Livebands gehört hatte, nach. „Ich war jeden Samstag auf einem Konzert und habe beobachtet, was der Mann an den Tasten gezaubert hat. Nachts habe ich es dann in meinem Zimmer ausprobiert, manchmal mit den Kopfhörern bis in den frühen Morgen hinein“, erzählt er schmunzelnd.

2006 gründete der Musiker seine Band „arTrio & friends“

Bald folgten eigene Kompositionen mit Elementen aus Rock, Pop, Jazz, Funk, aber auch aus der Klassik. 1990 trat Brunner der Band Double U.C. als Keyboarder bei. Diese existiert immer noch und trifft sich zu vier bis fünf Auftritten im Jahr, obwohl die Mitglieder inzwischen in ganz Deutschland verteilt sind. 2006 gründete der Musiker die Jazz-Latin-Worldmusic- Formation „arTrio & friends“, für die er Kompositionen schreibt und mit der er als Pianist und Keyboarder unter anderem bei Jazzfestivals auftritt. Vor einem Jahr war die Band im Norden von Deutschland auf Tournee.

Obwohl sich Brunner intensiv mit Musik beschäftigte, entschied er sich, in Würzburg Sozialpädagogik zu studieren. Er wählte den Schwerpunkt Musiktherapie, lernte in dieser Zeit viele Musiker kennen und begann, Keyboardunterricht zu geben. Während seiner achtjährigen Tätigkeit als Jugendreferent in Tauberbischofsheim organisierte er Rockfestivals, Bandworkshops und brachte mit Kollegen und 40 Jugendlichen das selbst entwickelte Musical „Haste Töne“ zur Aufführung. Bei einer Weiterbildung lernte er Stephan Eckl, Leiter des Eukitea-Theaters Diedorf, kennen. „Eckl hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, bei ihm zu arbeiten, und ich wollte es gerne ausprobieren. Ich schrieb die Musik zu Shakespeares ,Sturm‘“, erzählt er über seinen Wechsel nach Augsburg im Jahr 2001.

Brunner findet Inspiration in Begegnungen und in der Natur

Es folgten viele weitere Kompositionen zu Werken des englischen Autors, aber auch zu Goethes „Faust – Teil 2“. Eukitea führt jedoch nicht nur Stücke in seinem Theaterhaus in Diedorf auf, sondern ist überwiegend mobil mit Theaterstücken, zu denen Brunner die Musik entwickelt, unterwegs. Bei 120 Aufführungen pro Jahr spielt er live, bei weiteren 300 wird seine Musik eingespielt. Der Musiker und Kulturpädagoge hat darüber hinaus Engagements und (Improvisations-) Theaterauftritte wie beim Sensemble Theater Augsburg oder beim Neuen Theater Burgau.

Inspiration für die Klangfarben seiner Musik findet er in Begegnungen und in der Natur, aber auch in der szenischen Theaterarbeit. Dabei vertraut er seinem Gespür und Gott, dass ihm das immer wieder gelingt. Denn sein Ziel ist es, Musik zu schaffen, die die Seele berührt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren