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Mering

15.10.2019

Dreh- und Angelpunkt ist im Meringer Rosshof das Wirtshaus

Der Kabarettist und Buchautor Karl-Heinz Hummel (Kontrabass, rechts) gastierte am Meringer Rosshof mit seinen Musikerkollegen Andrea Regenauer (Harfe), Daniel Huber (steirische Harmonika) und Josef Zapf (Klarinette, von links).
Bild:  Heike Scherer

Karl-Heinz Hummel gastiert am Rosshof Mering. Volksmusik von der Alm bis zu Jazzklängen spielt Du & I.

Wirtshausmusik und Wirtshaussagen – alles drehte sich um das Wirtshaus bei einer Premiere am Meringer Rosshof. Rund 100 Gäste folgten der Einladung, um im passenden Ambiente dem talentierten Erzähler Karl-Heinz Hummel zuzuhören und zuzusehen. Von der ersten Sekunde an konnte er die Besucher in seinen Bann ziehen und durfte erst nach drei Zugaben die Bühne verlassen.

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Nicole Krämer aus Mering war das erste Mal bei einer Veranstaltung am Rosshof Mering, die Paarkult und Stadluni Unterbergen gemeinsam organisiert hatten. „Ich bin begeistert, die Musik gefällt mir richtig gut und die Geschichten sind so humorvoll. Auch die Atmosphäre ist gemütlich und die Verpflegung einmalig“, schwärmte sie. Nico Ruile und Max Mayr vom Trachtenverein Bayermünchinger lieben Veranstaltungen dieser Art und erschienen in ihrer Lechtaler Tracht.

Gastgeber Thomas Wurm hatte einen Stallraum vom Organisationsteam effektvoll für die Veranstaltung vorbereiten lassen: An den Wänden hingen alte Werkzeuge, das Licht war gedämpft, die Tische waren mit karierten Tischdecken und Blumen geschmückt. Die vierköpfige Münchner Truppe sorgte von Anfang an für eine gute Stimmung mit Alpenklängen, Jazzstücken oder modernen Liedern des erfolgreichen 44-jährigen Südtiroler Komponisten und Musikers Herbert Pixner. Die Harfe spielte Andrea Regenauer, die Steirische Harmonika Daniel Huber, auf der Klarinette Josef Zapf und Autor Karl-Heinz Hummel war am Kontrabass zu hören.

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Hummel spielte bereits als Jugendlicher verschiedene Instrumente und schrieb Theaterstücke und Lieder. Ab 1974 spielte er in Kabarett- und Musikensembles mit. Nachdem er die Besucher der Stadluni Unterbergen bereits mit seinen Rauhnacht- und Weihnachtssagen begeistert hatte, luden ihn Annemarie und Günter Wurm über seinen Freund Michael Wiegel mit den Wirtshaussagen nach Mering ein.

Manche Geschichten beruhten auf eigenen Erlebnissen

Hummel begann den Abend mit der „Filztaler Trude“, einem hässlichen alten Weib, das die Gestalt von Tieren annehmen kann. Ein Stallbursche hatte einer Kröte das Leben gerettet und als er erwachsen war, dankte ihm eine hinkende Bräuwirtin dafür mit Speis und Trank. „Deswegen bauen Burschen jetzt vermehrt Krötenzäune, weil sie sich eine kostenlose Brotzeit erhoffen“, erfuhren die lachenden Zuhörer. Manche Geschichten beruhten auf eigenen Erlebnissen, so Hummel. Detailliert beschrieb er die Besucher und die Fliegen in einem Wirtshaus, wo er bei einem Weißbier ausruhen wollte. Plötzlich erlebte er dort die „meditative Kunst des Hand- und Stockkampfes“ zweier Männer, wie der Wirt die beiden aus dem Gasthaus warf und er selbst bei einem zweiten Weißbier über den Sinn des Raufens nachdachte.

„Unappetitlich bis g’schmackig“ wurde es, als Karl-Heinz Hummel über die Gerüche und Gewohnheiten der Besucher in Gasthäusern berichtete und auf die „Stockpissler“ genauer einging. Die Zusammensetzung einer Russn-, Radler- oder Goaßn-Maß ist vielen sicherlich bekannt, aber dass es weitere Mischungen gibt wie die bei Damen beliebte Laternen-Maß aus Weißwein und Zitronenlimonade mit einem Kirschlikör in der Mitte, erfuhren die Gäste erst durch den 66-jährigen Kabarettisten.

Nach tosendem Beifall erzählte er kurz entschlossen noch die Geschichten vom Pulverturm von Milbertshofen, von Dr. Hartl und der sterbenden Wirtin und vom Bruder Kastner von Allersbach, der im Dreißigjährigen Krieg die Schweden mit seiner weißen Kutte vertreiben konnte. Mit dem Almabtriebslied „Geh ma hoim, es is scho so spät“ verabschiedeten sich Karl-Heinz Hummel und seine Musikerkollegen.

Nach dem erfolgreichen Auftritt bleibt zu hoffen, dass der gebürtige Allgäuer mit seinen Neuerscheinungen „Liebessagen“ oder „Berggeistsagen“ erneut nach Mering kommt.

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