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Schauspiel

27.12.2018

Ein Dorfrichter in Bedrängnis

Klägerin Maria Knollinger (Ida Becker) mit „zerbrochenem Krug“ als Streitobjekt. Links Dorfschreiber Lichtlein (Markus Büchler), rechts Dorfrichter Adam (Johannes Kellerer).
Bild: Günther Jaumann

Theatergruppe Ottmaring zeigt den Klassiker „Der zerbrochene Krug“ – doch in einer besonderen Variante

Mit dem Stück „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist – in einer bayerischen Überarbeitung von Christian Huber – hatte sich die Theatergruppe Ottmaring auch dieses Jahr wieder etwas Besonderes für ihr treues Publikum ausgesucht. Gezeigt wird in den nächsten Tagen eine Dorfkomödie in drei Akten. Es ist ein Klassiker-Stück in bayerischer Mundart. Die Spielleitung hat der Vorsitzende der Theatergruppe, Benedikt Gerstmaier.

Bei seiner herzlichen Begrüßung bei der Premiere wünschte Gerhard Funk allen Besuchern der neuen Aufführung viel Spaß und beste Laune. Äußerst erfolgreich geht man inzwischen in die 69. Theatersaison. Zahlreiche Proben waren nötig, um das Stück vorzubereiten und die Darsteller sattelfest zu machen. Die mühsame, intensive Aufbauzeit begann bereits im September. Beeindruckend sind die Bühnenkulisse sowie die kunstvoll bestickten historischen Gewänder der Darsteller, Perücken, Hauben, Knöpfe und Hüte, die man auch beim Altstadtfest in Friedberg bestaunen kann. Aber auch das Riesentalent der Bühnendarsteller überzeugt nach wie vor.

Ein zerbrochener Krug bringt den immer schnell aufbrausenden Dorfrichter in arge Bedrängnis. Er selbst ist der Schuldige, soll aber als Richter den Vorsitz führen. Seine Lügengeschichten helfen zum Schluss nichts, die Wahrheit kommt doch ans Licht. Am laufenden Band gibt es Beschuldigungen und immer wieder die Frage: „Wer hat den Krug umgestoßen?“ Das turbulente Stück spielt um das Jahr 1800.

Dorfschreiber Lichtlein (Markus Büchler) trifft am Morgen in der Gerichtsstube den zerschundenen kahlköpfigen Dorfrichter Adam (Johannes Kellerer) an, der versucht, die ungewöhnlichen Blessuren an Kopf und Beinen zu verarzten. Er erklärt, er sei gestürzt und habe sich am Ofen gestoßen. Dennoch muss Adam seinen Amtsgeschäften nachgehen und überdies wird ihm durch den Gerichtsratsbediensteten (Lukas Bayer) der Gerichtsrat Gneißinger (Gerd Becker) für eine Inspektion angekündigt. Im Gerichtssaal warten bereits auf der einen Seite Maria Knollinger (Ida Becker) mit ihrer Tochter Veferl (Anika Loibl) mit dem Streitobjekt, einem zerbrochenen Krug, und auf der anderen Seite Veferls Bräutigam Ruprecht (Simon Limmer) mit seinem Vater Vitus (Gerhard Funk). Die resolute Klägerin Maria Knollinger beschuldigt den von Eifersucht geblendeten Bräutigam Ruprecht, am Abend zuvor in der Kammer ihrer Tochter den Krug zerbrochen zu haben. Die chaotische Verhandlung nimmt ihren Lauf. Für die Auflösung sind auch die Mägde Gretl und Liesl (Renate Servus und Katrin Schwibinger) sowie Frau Hannerl (Monika Loibl) als Zeugen vonnöten.

Die Theatergruppe Ottmaring leistet mit diesem Stück und anderen Aktivitäten einen beachtlichen Beitrag zum kulturellen Geschehen in Friedberg. Seit 1988 unterstützt sie das Altstadtfest mit tollen Darbietungen. Doch es werden aktive und passive Mitglieder gesucht. Besonders fehlen im Ensemble junge Frauen.

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