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Friedberg

18.07.2010

Ein faszinierender Geschichtsunterricht

Die Hauptschüler erinnerten in dem Stück "Ein altes Haus erzählt" auch an schlechte Zeiten der Stadtgeschichte wie das Pestjahr 1599. Im Bild von links: Simon Kaindl, Kemal Bulgurcu, Imram Mustafi und Gerhard Peterhans. Fotos: Miriam Schmidt
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Die Hauptschüler erinnerten in dem Stück "Ein altes Haus erzählt" auch an schlechte Zeiten der Stadtgeschichte wie das Pestjahr 1599. Im Bild von links: Simon Kaindl, Kemal Bulgurcu, Imram Mustafi und Gerhard Peterhans. Fotos: Miriam Schmidt

Improvisation ist bei einem Theaterstück mit 54 Mitwirkenden schon mal gefragt. So wie bei dem Stück „Ein altes Haus erzählt“, das Jugendliche der Hauptschule Friedberg zusammen mit Schülern der Außenklasse der Elisabethschule Aichach, aufführten. Ein Jugendlicher war plötzlich erkrankt. Von Miriam Schmidt

Friedberg. Improvisation ist bei einem Theaterstück mit 54 Mitwirkenden schon mal gefragt. So wie bei dem Stück „Ein altes Haus erzählt“ (Leitung: Katharina Trier, Edith Wagner und Claudia Sluka), das die Klassen 7 a und 8 c M der Hauptschule Friedberg zusammen mit der 7 d, Außenklasse der Elisabethschule Aichach, aufführten. Ein Schüler war plötzlich erkrankt. Sein spontan eingesprungener Ersatzdarsteller konnte so nur eine stumme Rolle einnehmen. Pantomimisch musste dieser nun sein Handeln darstellen, während Lehrer Wolfgang Schöpf seinen Text hinter den Kulissen übernahm. Aber das meisterte der Schüler ebenso gut wie die übrige Besetzung ihren Auftritt.

Seit Februar hatten die jungen Schauspieler geprobt. So war alles bereit für die Zeitreise am Beispiel eines Friedberger Hauses. Eingestiegen wurde in der heutigen Zeit mit einer Stadtführung.

„Mann, oh Mann, ist das öde!“, jammerte ein Kind. Viel lieber wäre den kleinen Touristen ein Besuch beim Schnellimbiss oder in der Eisdiele gewesen. Kein Wunder, bei den nüchternen Erzählungen der Stadtführerin.

Ein faszinierender Geschichtsunterricht

Viel spannender ist da eine Reise in die Vergangenheit. Geleitet von einem Chronisten konnte das Publikum die Blütezeit Friedbergs wie den „Aufschwung des Uhrmacherhandwerks“, aber auch Schicksalsschläge wie die „Pest in Friedberg“ miterleben. Auch ein Geigensolo war zu hören. Denn der Hausbewohner Jörg aus dem 16. Jahrhundert, gespielt von Doris Lindermayer, musizierte lieber, als in der Werkstatt zu arbeiten. So kam es, dass er eines Tages für den Münchner Hof des Herzogs engagiert wurde. Auch witzige Geschichten gab es zu sehen. So machten sich beispielsweise zwei „Gassenbuben“ über den jungen Mozart lustig, als er ihnen bei der Durchreise über den Weg lief. „Den hau ich weg“, sagte einer von ihnen und bezeichnete das Musik-Genie sogar als Angeber und Aufschneider.

Mit der Zeit änderten sich nicht nur Sprache und Hintergrundmusik, sondern auch die Einstellung der Leute zu dem Haus. „Naja, besonders gut sieht es ja nicht aus“, war - schon fast wieder in der Gegenwart angekommen - von einem Erben zu hören. Doch das sei heute ganz anders. Denn die Leute „achten und schätzen die Altstadt“, sagte der Chronist. Und deswegen feiern sie sogar alle drei Jahre ein Fest.

„Das war der faszinierendste Geschichtsunterricht, den ich je erlebt habe. Ein ganz, ganz dickes Lob an alle von euch“, sagte Claudia Faßnacht, stellvertretende Schulleiterin der Hauptschule Friedberg. Und auch die Akteure waren zufrieden mit dem Auftritt. „Es hat wirklich Spaß gemacht. Wir sind alle froh, dass wir nach den vielen Proben den verdienten Applaus bekommen haben“, meinte der Chronist des Hauses, Dennis Mehl.

Bilder vom Hauptschultheater unter friedberger-allgemeine.de/bilder

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