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Mering

21.11.2020

Ein neuer Orthopäde für Mering

Dr. Ivor Ruf hat vor Kurzem in Mering die Praxis des Orthopäden Dr. Christoph Nachtigall übernommen.
Bild: Christine Hornischer

Plus Dr. Ivor Ruf übernimmt in Mering die Praxis von Dr. Christoph Nachtigall. Wie ihm die Liebe zur Medizin in die Wiege gelegt wurde.

Sein Weg als Mediziner begann bereits als kleiner Junge. Da hat Dr. Ivor Ruf, der vor Kurzem die Praxis des Meringer Orthopäden Dr. Christoph Nachtigall übernommen hat, nämlich seinen Vater oft zu Hausbesuchen begleitet. Dieser arbeitete als Hausarzt in Augsburg. "Ich habe sogar einen kleinen Arztkoffer dabeigehabt und habe es geliebt zuzusehen, wenn mein Vater den Menschen helfen konnte", erinnert Ruf sich an seine Kindheit. Diese Liebe ist bis heute geblieben und war einer der Hauptgründe für den geborenen Münchner, den Beruf des Mediziners zu ergreifen.

Der Vater dreier Kinder studierte an der LMU in München und in Irland. Dort in Ballinasloe gefiel es ihm ausgesprochen gut, besonders die grüne Landschaft, das türkisblaue Meer und die Offenheit der Menschen. Mit manchen Kollegen von der Grünen Insel pflegt er bis heute den Kontakt.

Gerne erinnert er sich an sein Staatsexamen, als er am letzten Tag der schriftlichen Prüfung morgens in einem Riesenstau auf der A8 stand. "Ein tauglicher Stresstest für die Versorgung echter Notfälle in der Klinik", lacht er, denn der Stau kostete ihn 40 Minuten. Am Ende ging aber alles gut. "Nach bestandener Prüfung fühlte sich der Boden für einige Stunden an wie Wolken. Meine Freunde halfen mir bei der Rückkehr auf die Erde", sagt der 39-jährige Orthopäde.

Seine Frau lernte er im Friedberger Krankenhaus kennen

Ruf schätzt den Landkreis Aichach Friedberg. So kam es nicht von ungefähr, dass er seine Facharztausbildung in der Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie am Krankenhaus Friedberg begann. Außerdem lernte er dort seine heutige Frau Marina kennen, die dort als OP-Schwester tätig war. Persönliche Begegnungen nehmen einen großen Platz im Leben des Mediziners ein. Sie waren es auch, die Ruf zur Orthopädie brachten. "Zunächst entfachte im Krankenhaus Friedberg Dr. Köhler meine Begeisterung für die Unfallchirurgie", erzählt er.

Um sein medizinisches Know-how zu erweitern, ging Ruf an die Universitätsklinik Ulm. "Das Vorstellungsgespräch da war schon witzig", erzählt er. "Der elitären Harvard-Attitüde der Konkurrenz setzte ich bodenständige Ehrlichkeit entgegen – und das gefiel zum Glück." Er wurde genommen. Dort lernte er die komplette Orthopädie, vor allem die Endoprothetik, ein Teilgebiet der Orthopädie, kennen. Und aus geplanten eineinhalb Jahren Ulm, die Ruf eigentlich bleiben wollte, wurden fünf. "Man kann in dieser Zeit kaum vermeiden, breites orthopädisches Wissen zu erlangen", sagt er und lacht.

Die Meringer Praxis ist jetzt ein Teil seines Lebens

Noch heute ist er vollkommen überzeugt von seiner Berufslaufbahn: "Ich fühle mich in meinem Fach goldrichtig aufgehoben", schwärmt er. Sein Alltag allerdings hat sich massiv gewandelt. "Weniger Autokilometer, aber deutlich mehr Arbeitszeit", erzählt er. Die Praxis sei viel mehr Teil des Lebens, als es die Klinik war, die Verantwortung sei deutlich größer, so Ruf. Und weiter: "Ich bin sehr dankbar, dass mein Vorgänger, Dr. Christoph Nachtigall, und seine Frau Claudia mich in der besonders fordernden Startphase so engagiert unterstützen."

Die Orthopädie umfasse alle Generationen, zählt der junge Arzt auf: "Wir Orthopäden korrigieren Fehlentwicklungen des Bewegungsapparats der jüngsten Patienten bereits unmittelbar nach der Geburt, versorgen junge Menschen mit Sportverletzungen, helfen Menschen jeden Alters beispielsweise mit Sehnenerkrankungen, ersetzen verschlissene Gelenke, helfen bei der Vorbeugung von Knochenbrüchen und lindern chronische Rückenschmerzen."

Ein großes Plus sieht der Orthopäde darin, dass er häufig unmittelbare positive Veränderungen erreichen kann. Beispielsweise können bei einem schmerzhaften Gelenkerguss durch Punktion und Spritzen eines Schmerzmittels die Leiden des Patienten auf der Stelle gelindert werden. Auch alternativen Heilmethoden gegenüber ist der Meringer Arzt aufgeschlossen. So bietet er in seiner Praxis Akupunktur und die manuelle Medizin an. Am wichtigsten ist ihm, dass seine Patienten gerne und mit einem Gefühl der Sicherheit in die Praxis kommen.

Und so schließt sich der Kreis. Als kleiner Junge schon hat er es geliebt zuzusehen, wenn sein Vater den Menschen helfen konnte. Heute tut er das selbst.

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