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Wanderung

26.04.2019

Eine Reise in die Geschichte der Ziegelherstellung

Der Verein Dorfbelegung Mittelstetten blickt beim Emmausgang zurück auf altes Handwerk

Der Ziegelstadelweg war diesmal das Ziel des Emmausgangs der Dorfbelebung Mittelstetten. Der Weg kann in Mittelstetten über den Scheibenfeldweg oder über die B2 erreicht werden.

Für den Emmausgang schrieb Thomas Kernle aus Tegernbach einen geschichtlichen Beitrag. Ziegel ist ein sogenanntes Lehnwort und wird lateinisch „tegula“ geschrieben. Ziegelbauten in unserer Gegend waren bei den Kelten und Bajuwaren unbekannt. Erste Ziegelfunde in Mittelstetten waren an der „Villa rustica“ in Tegernbach (Dachziegel, Mauerziegel, Wandheizungsziegel und Pflasterziegel). Nach Abzug der Römer, 476 n. Christus, wurde dort kein Ziegelbau mehr errichtet.

Erste Ziegelbauten waren wieder um 1150 n. Christus, wie die Kirche in Tegernbach. Im Katasterplan von 1865 war die Mittelstetter Ziegelei am heutigen Ziegelstadelweg. Sie war laut geschichtlichen Quellen ein fürstbischöflicher Ziegelstadel des Bistums Augsburg.

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Heute steht auf der Anhöhe der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Popfinger mit dem Hausnamen „Beim Grünwalder“, auch „Zugspitzbauer“ genannt. In der ehemaligen Jagdhütte, um 1930 von Jagdpächter Georg Sauer aus München gebaut, wohnte danach die Familie Högel, unter anderem die Schriftstellerin und Dichterin Lisa Högel. Heute wohnt der Urenkel des Erbauers mit seiner Familie in dem idyllischen Haus.

Im Plan von 1865 stand an der Stelle der späteren Ziegelei Kinader in der Ziegeleistraße ein landwirtschaftliches Anwesen. Andreas und Kreszenz Kinader bauten etwa um 1870 die Ziegelei und das Wohnhaus. Alfred und Monika Aubele führten das Ziegelwerk bis 2001. Der Fabrikschlot wurde 2012 abgetragen. Man kann auch noch Lehmabbaumulden erkennen, z. B. die ehemalige Vatertagshütte von Mittelstetten an der B2. Ein großer Lehmabbau war in der Nachbargemeinde Glon. Heute gehört das Gelände dem Landesbund für Vogelschutz. Durch den Wald und den Wiesenweg hinunter, kehrte die Gruppe ins Dorf zurück.

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