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13.07.2010

Entlastung für Augsburg

Entlastung für Augsburg

Landkreis Augsburg Der Landkreis entlastet die übervolle Berufsoberschule (BOS) in Augsburg und wird deshalb im Schulzentrum Neusäß drei Container aufstellen - befristet auf ein Jahr. Dies hat gestern der Kreisausschuss beschlossen, nachdem vor Wochenfrist bereits der Schulausschuss grünes Licht für diese Lösung gegeben hatte. Die drei SPD-Kreisräte stimmten dagegen.

Der Landkreis tue dies für seine BOS-Schüler, betonte Landrat Martin Sailer: "Lieber in Containern in Neusäß, als abgewiesen oder in überfüllten Räumen in Augsburg", so seine Argumente. Die drei Container kosten rund 100 000 Euro im Jahr plus 50 000 Euro Ausstattung, können aber für die bevorstehende Sanierung der Beruflichen Schulen weiterverwendet werden.

Da eigene Schüler dann nicht mehr in Augsburg unterrichtet werden, spart sich der Landkreis Gastschulbeiträge. Die Rede ist von 100 000 Euro jährlich. Darüber muss aber noch im Detail verhandelt werden. Weiter scheint hier Aichach-Friedberg zu sein, das ebenfalls BOS-Klassen aufnimmt.

Mit dieser Lösung werde der politische Druck im Kessel nicht erhöht, kritisierte Bernd Müller ( SPD). Er fürchtet, dass die drei BOS-Klassen in Neusäß präjudizierende Wirkung auf die künftige Standortentscheidung haben. Auch SPD-Fraktionschef Harald Güller, der von "Containerunwesen" sprach, war dagegen. "Wir wollen eine FOS/BOS im südlichen Landkreis." Bedenken gegen immer mehr Container am Schulzentrum in Neusäß meldeten auch Freie Wähler, Grüne und FDP an. Manfred Buhl etwa kritisierte erneut das Kultusministerium, das keine Außenklassen im Süden genehmige. Darüber sollten die Landtagsabgeordneten Max Strehle (CSU) und Güller (SPD) nochmal mit dem Kultusminister verhandeln, haben aber bislang keinen Termin bekommen.

Einig war sich der Kreisausschuss, dass im Frühjahr eine weitere Probeeinschreibung für eine FOS/BOS im Süden stattfinden soll. "Wenn wir kämpfen, dann bin ich überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden", sagte Ludwig Fröhlich (CSU), der Königsbrunner Bürgermeister. Seine Stadt hat sich wie Bobingen und Schwabmünchen als Standort beworben. Damit entlastet der Kreis ab Herbst die Stadt durch die Aufnahme von drei BOS- und einer Gymnasialklasse. Ein positives Echo gab es freilich (noch) nicht. Landrat Sailer: "Es wäre schön, wenn man vom Bildungsreferenten der Stadt Augsburg auch mal ein lobendes Wort aus der Zeitung erfahren würde."

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