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Menschen aus Friedberg

06.10.2018

Er will Menschenfeindlichkeit nicht hinnehmen

Der Friedberger Künstler und Werbeagentur-Inhaber Wolfram Grzabka will mit seiner aktuellen Aktion für Toleranz und Menschlichkeit werben.
Bild: Christine Hornischer

Der Friedberger  Wolfram Grzabka will ein Zeichen gegen  Fremdenfeindlichkeit setzen. Dafür hat er eine Aktion gestartet, bei der jeder mitmachen kann.

 „Menschlichkeit hat die Kraft, die Welt zu verändern.“ Das ist die Botschaft des Friedberger Künstlers und Werbeagentur-Inhabers Wolfram Grzabka, der die aktuelle Lage in Deutschland als mehr als bedenklich empfindet. „Es kann nicht angehen, dass sich ein derart aufgeklärtes und gebildetes Land von einer pöbelnden Horde ewig Gestriger vorführen lässt“, findet der 63-Jährige. „Vielfalt statt Einfalt“, „Lebendig und kreativ“... Mit solchen Sprüchen setzt Wolfram Grzabka daher seine Kampagne für mehr Toleranz und Menschlichkeit fort.

Damit möchte der Friedberger erneut ein Zeichen gegen Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit setzen. Bereits am 1. März 2016 hatte er einen Aufruf für mehr Menschlichkeit gestartet. Das Motto damals: „Wer Hass sät, wird nur Dummheit ernten.“ Er erklärt: „Die Kampagne ist genauso aufgebaut wie die letzte.“ Auch die aktuelle Aktion will er über das Internet und soziale Netzwerke verbreiten. „Es muss jetzt alles getan werden, um Gruppierungen wie NPD, AfD, Pegida und Co. in die Schranken zu weisen“, findet er.

Auf seiner Homepage bietet Grzabka Druckvorlagen für Postkarten und Aufkleber mit diesem Spruch an, die jeder frei nutzen kann. Einzelexemplare können auch mit einem frankierten/adressierten Rückumschlag kostenlos angefordert werden. 2000 Postkarten und 500 Plakate hat der 63-Jährige drucken lassen, die er im Landkreis, aber auch in den umliegenden Städten und Kommunen verteilt. Momentan ist der rührige Mann, der seit 13 Jahren in Friedberg zu Hause ist, dabei, neue Sprüche zu entwickeln. Die skizzierte Landkarte auf seiner Grafik stellt Deutschland dar, mit Blumen, Luftballons, Sonnenblumen…dem „puren Leben“ eben. „Der Inhalt geht aber über den Tellerrand hinaus“, erklärt der Künstler. „Alles, was ich mache, hat seinen Hintergrund.“

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Eine Deutschlandkarte oder ein Gesicht?

Es gibt aber noch eine zweite Deutung der Karte. Man muss sie nur als Gesicht betrachten. Der schwarze Balken stellt ein Bärtchen dar.

Der sonst eher ruhige und überlegte Mann, der in Westfalen geboren ist, zählt auf, was ihn momentan aufregt: Die Anschläge auf Asylunterkünfte, pöbelnde Massen auf den Straßen und Sprüche von rechtspopulistischen Politikern auf Wählerfang. Sein Rat: „Den Mund mutig für Menschlichkeit aufmachen. Mehr Verständnis, Mitgefühl, friedliches Miteinander und Zivilcourage zeigen.

Und sein Wunsch: „Eine Welt, in der ich leben möchte, ist eine Welt, in der wir statt Opferhaltung Selbstverantwortung übernehmen.“ Denn hier hält er es mit seinem Lieblingssatz: „Wer Missstände erkennt und nichts tut, wird somit Teil dieser Missstände.“ Wolfram Grzabka will die Bevölkerung aufrufen, wachsam zu sein und sich entschlossen gegen diese für ihn unerträgliche Menschen- und Lebensfeindlichkeit zu stellen. Dazu zitiert er auf der Rückseite seiner Karten den sogenannten Volksverhetzungsparagrafen, den Paragraf 130 aus dem Strafgesetzbuch.

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